Wanderer in Fischbachau
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Gäste müssen ab Dezember 2021 mehr bezahlen. Der Kurbeitrag steigt in Fischbachau um rund 50 Prozent.

Beschluss im Gemeinderat

Kurbeitrag in Fischbachau gegen Widerstand von CSU und Touristikern erhöht

Fischbachau – Seit 2011 ist der Kurbeitrag in Fischbachau nicht mehr erhöht worden. Der Gemeinderat hat nun neue Preise für die Abgabe bei Übernachtungen beschlossen.

Seit Januar 2011 zahlen pro Aufenthaltstag Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit 70 Cent und danach 1,40 Euro Kurbeitrag in Fischbachau. Tagungs- und Seminarteilnehmer werden mit 70 Cent zur Kasse gebeten. Wie Bürgermeister Johannes Lohwasser im Gemeinderat sagte, sei es nun Zeit, die Tarife zu erhöhen. Nach einer angeregten Debatte wurde schließlich mit 14:3 Stimmen beschlossen, dass ab Dezember 2021 Kinder 1 Euro sowie Erwachsene und Seminarteilnehmer 2,20 Euro zahlen müssen. Ein Gegenvorschlag von CSU-Gemeinderat Josef Obermaier fiel hingegen durch.

„Wir liegen mit unserem Kurbeitrag landkreisweit unterdurchschnittlich, aber die touristische Infrastruktur wird ausgeweitet und nicht billiger“, begründete der Rathauschef die vorgeschlagene Erhöhung und sagte: „Ich meine, nach zehn Jahren ist eine Anpassung gerechtfertigt.“ Wie in der Beschlussvorlage zu lesen war, hätten die vorgeschlagenen neuen Sätze nach einer Modellrechnung der Verwaltung der Gemeinde in den beiden Vor-Corona-Jahren jeweils einen Mehrerlös von weit über 40.000 Euro in die Kasse gespült. Wie Lohwasser sagte, habe er die Anpassungen mit den Nachbargemeinden, dem Landkreis und der ATS besprochen und dafür durchweg positive Rückmeldungen bekommen.

Keine Einnahmen wegen Corona

Dass eine Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt keine gute Idee sei, meinte Andreas Gschwendtner (CSU): „Unsere Vermieter haben seit fünfeinhalb Monaten keine Einnahmen. 95 Prozent sind bei den staatlichen Hilfen leer ausgegangen. Kaum geht es wieder los, erhöhen wir die Kurtaxe. Das gefällt mir nicht.“

Ins gleiche Horn stieß sein Fraktionskollege Josef Obermaier: „Günstige Kurbeiträge sehe ich als Alleinstellungsmerkmal. Vor allem die Erhöhung bei den Kindern irritiert mich. Warum soll das auf die Familien abgewälzt werden?“ Viel besser wäre es, findet Obermaier, wenn Kinder kostenlos wären und stattdessen Erwachsene und Seminarteilnehmer stärker zu Kasse gebeten würden.

Familien unterstützen

Zustimmung bekam er dafür vom Tourismusbeirat, von dessen Seite es hieß, dass die Unterstützung von Familien ein gutes Bild abgeben würde. Der Antrag Obermaiers, den Kurbeitrag für Erwachsene auf 2,20 Euro und für Seminarteilnehmer auf 1,10 Euro festzusetzen sowie Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nicht vom Kurbeitrag zu erfassen, wurde vom Gemeinderat allerdings mit 13:4 Stimmen abgelehnt.

Hans Seemüller (FWG) konnte den Antrag auch nicht nachvollziehen: „Natürlich wollen wir familienfreundlich sein, aber Kinder haben ja bisher auch schon etwas gekostet. Wichtig ist, dass wir mit der Erhöhung in Form von Vergünstigungen etwas zurückgeben.“

Regelmäßig über Erhöhung nachdenken

Das sah auch Simon Irger (FWG) so, der meinte, dass nach zehn Jahren eine Erhöhung sinnvoll sei, wobei ausschlaggebend sei, was die Gäste für ihre Kurkarte bekommen.

Dass die Erhöhung ein großes Loch in die Familienurlaubskasse reiße, bezweifelt Bernhard Kafl (FWG). Er mahnte aber an, dass künftig regelmäßig über Erhöhungen nachgedacht wird: „So große Sprünge sollte es nicht mehr geben.“ hac

Quelle: DasGelbeBlatt

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