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Einzigartige Miesbacher Krippenfiguren sollen noch bekannter werden

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Von: Daniela Skodacek

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Krippenteam in Miesbach
Das engagierte Krippenteam – Mesnerin Brigitte Denz (r.), Pfarrgemeinderat Ferdinand Huber (l.) und Pastoralreferentin Kathrin Baumann sowie Kirchenmalerin Bettina Boch (nicht im Bild) – mit drei fein geschnitzten Engel aus dem reichhaltigen Figurenfundus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, die in der Miesbacher Stadtpfarrkirche ab sofort ganzjährig arrangiert werden können. © Skodacek

Miesbach – Zum Fest der Heiligen Erzengel weiht die Pfarrei Miesbach einen neuen Krippenkasten ein. Fortan sind die einzigartigen Figuren das ganze Jahr über zu sehen.

Sie sind wohl einzigartig im Miesbacher Oberland: die Krippenfiguren der Miesbacher Weihnachtskrippe. Nun sind sie an neuem Standort sogar ganzjährig und in weiteren biblischen Szenen zu sehen. Direkt in der Stadtpfarrkirche. Dort, wo zuletzt die Schriften standen, wurde der neue Krippenkasten samt moderner Ausstattung installiert. Am Mittwoch, 29. September, zum Fest des Erzengels Michael, wird die neue Jahreskrippe eingeweiht.

Mehr als 170 Teile umfasst der Krippenfigurenfundus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Bislang wurden jedoch nur rund 120 Figuren in der Kerkerkapelle gezeigt – und das ausschließlich zur Weihnachtszeit. In diesem stark begrenzten Zeitrahmen war das Kommen und Gehen teils rege und die Gläubigen, die in der Kapelle beim „Jesus in der Rast“ eigentlich Stille für ihre Andacht suchten, wurden arg beeinträchtigt. Vom aufwendigen Auf- und Abbau ganz zu schweigen, wie Mesnerin Brigitte Denz erzählt.

Von der Barockzeit bis zum Biedermeier

Nun musste ohnehin der Krippenkasten, der in die Jahre gekommen war, dringend ersetzt werden. Überdies fand das Krippenteam der Pfarrei im Zuge einer Inventur des Bestands heraus, dass mit den tatsächlich vorhandenen Figuren, Tieren und Requisiten außer der Weihnachtsgeschichte noch mehr biblische Szenen gezeigt und der Krippenkasten deutlich länger als nur bis Maria Lichtmess am 2. Februar bestückt werden könnte. Schließlich war der Gedanke geboren, einen neuen, fest installierten Krippenkasten für den Innenraum der Stadtpfarrkirche zu bauen und damit die Idee einer Ganzjahreskrippe zu verwirklichen.

Zumal die Miesbacher Krippenfiguren ganz etwas Besonderes sind, ja, sogar ein wahrer Schatz, betonen die Initiatoren. Die 12 bis 25 Zentimeter großen Figuren sind über 200 Jahre alt und entstanden von der Barockzeit bis zum Biedermeier. Größtenteils sind die Figuren in den Münchner Werkstätten entstanden, die damals als eine der besten Adressen für Schnitzkunst jener Epochen galten, erzählt die Mesnerin.

Älteste Figuren aus 18. Jahrhundert

Viele bislang ungezeigte Figuren befinden sich im Bestand, die nun auch weitere Szenerien schmücken können. „Knackpunkt war der erwachsene Jesus“, gab Brigitte Denz zu. Denn ohne den ausgewachsenen Christus wären etwa Passionsszenen nicht möglich. Zum Glück befand sich ein Jesuskopf im Fundus, und mithilfe vorhandener Gliederpuppen kann nun auch der jeweils passende Körper gestaltet werden.

Einige der Figuren haben mit der Zeit freilich etwas gelitten, obwohl ihre Lagerstatt in der oberen Sakristei nur geringen Temperaturschwankungen unterliege. Die ältesten der insgesamt 176 Teile dürften im 18. Jahrhundert angeschafft worden sein, und auch scheinen sich viele originale Gewänder bis dato erhalten zu haben.

Spenden für Krippe erbeten

Einige Figuren müssten aber schrittweise restauriert werden. Laut der Pfarrei wird der Restaurierungsbedarf für den Gesamtbestand auf rund 32.000 Euro geschätzt. Der Bedarf für die in Gebrauch befindlichen Figuren liege bei rund 17.000 Euro. Hinzu kämen noch rund 4.000 Euro für die Textilrestaurierung. Daher ist die Katholische Kirchenstiftung Miesbach für jeden Spendenbetrag für die Krippe dankbar. Der Krippenkasten (knapp 10.000 Euro) wurde bereits aus Spenden von Gemeindemitgliedern, der Bürgerstiftung Miesbach und einem Zuschuss der Hubertus-Altgelt-Stiftung finanziert.

Am 29. September, zum Fest der Heiligen Erzengel, wird beim Gottesdienst, um 18 Uhr, die Ganzjahres­krippe eröffnet. Als Eröffnungsbild wird die einzigartige Engelgruppe – bestehend aus insgesamt acht Engeln – zu sehen sein. sko

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