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Neue Heizung für Bauhof nötig: Miesbach diskutiert Möglichkeiten

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Von: Fridolin Thanner

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Bauhof in Miesbach
Die Heizung im Miesbacher Bauhof muss getauscht werden. Nun werden verschiedene Möglichkeiten und Energieträger untersucht. © Schlenker

Miesbach – Der Bauhof am Windfeld in Miesbach braucht eine neue Heizung. Ob diese mit Gas betrieben werden soll oder nicht, wurde nun im Stadtrat diskutiert.

Die Stadt Miesbach muss im Bauhof die Heizung erneuern lassen. Es stellt sich die Frage, welcher Energieträger dann für Wärme sorgen soll. Dabei drängt die Zeit. Die Stadt lässt dennoch eine Reihe von Alternativen prüfen. Den entsprechenden Beschluss haben die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung gefasst.

Es ist ein kleines Dilemma, denn einerseits ist sich das Gremium der Vorbildfunktion der Stadt bewusst und würde gerne auf regenerative Energien setzen. Doch das bedeutet in diesem Fall auch deutlich höhere Kosten. Derzeit sind im Bauhof zwei Heizkessel mit einer Leistung von jeweils 120 Kilowatt eingebaut. Einer ist defekt und kann nicht mehr repariert werden, der zweite seit vergangenem Winter störungsanfällig.

Umstieg auf erneuerbare Energiequelle

„Ein Austausch der Heizungsanlage ist dringend notwendig“, machte Bürgermeister Gerhard Braunmiller klar. „Am einfachsten und günstigsten wäre ein Tausch gegen eine gleichwertige Gasheizung“, sagte er. 60.000 Euro kämen dabei auf die Stadt zu.

Für einen Umstieg auf eine erneuerbare Energiequelle müssten die verschiedenen Optionen untersucht werden. Braunmiller nannte sieben Möglichkeiten – von der Wärmepumpe über Pellets- und Hackschnitzelheizungen bis zur Nahwärmeversorgung durch das Heizwerk an der Mittelschule. Allerdings habe der Landkreis Miesbach als Betreiber dies ausgeschlossen, sagte Braunmiller.

Druckerei Mayr in der Nachbarschaft

Allein für die Untersuchung der Alternativen rechnet der Bürgermeister mit 10.000 Euro, für den Bau der Heizung nochmal mit 100.000 bis 200.000 Euro. Fördermittel gebe es anlageabhängig, erklärte er.

Gegen ein teures Konzept sprach sich Markus Seemüller (FWG) aus und regte an, erst einmal mit einem Installateur zu sprechen. „Die Kennzahlen sind bekannt“, sagte er. Die beste Lösung ist für ihn die Nutzung von Abwärme. Ein großer Betrieb in der Nachbarschaft, die Druckerei Mayr, erzeuge davon eine Menge, weshalb Seemüller anregte, Kontakt aufzunehmen. „Das wäre eine hervorragende Synergie“, sagte der FWG-Stadtrat.

Bei MW Biomasse AG aus Irschenberg anfragen

Auch eine gemeinsame Lösung mit dem Hotel „Bayerischer Hof“ ist für Astrid Güldner (Grüne) denkbar. Es sollte angefragt werden, ob Bedarf besteht. Darüber hinaus ist für sie klar: „Man kann alles mit Gas streichen.“ Dem schloss sich Franz Mayer (CSU) an: „In dieser Zeit muss man Gas klar ausschließen.“ Er plädierte dafür, bei der MW Biomasse AG aus Irschenberg anzufragen, ob sie nicht die Möglichkeit für ein neues Heizkraftwerk für das gesamte Gebiet ausloten wolle. Als Übergangslösung könnte eine mobile Anlage zum Einsatz kommen.

Eine solche Anlage ist auch für Florian Perkmann (SPD) denkbar. Doch für ihn steht fest: „Der Bauhof ist für einen Versuch nicht geeignet.“ Die Heizung müsse zuverlässig funktionieren „und wir haben nicht mehr viel Zeit“, mahnte er. Florian Hupfauer (FDP) erinnerte an die aktuell enormen Lieferzeiten.

Für Michael Lechner (FWG) geht es um Sorgfalt vor Eile. Er schlug drei Schritte vor. Erst solle geprüft werden, ob Abwärme genutzt werden kann. Falls nicht, wäre der Landkreis Miesbach nächster Ansprechpartner, ob nicht doch ein Anschluss ans Fernwärmenetz möglich ist. Sonst würde Lechner eine Hackschnitzelheizung bevorzugen.

Planungskonzept für städtischen Bauhof

Auch Paul Fertl (SPD) drängte darauf, mit dem Landkreis Tacheles zu reden. Er glaubt nicht, dass eine Leitung von der Schule zum Bauhof zu teuer wäre. Vehement nachzufragen, forderte Erhard Pohl (CSU) ebenfalls. Die aktuelle Diskussion nahm Florian Ruml (FWG) zum Anlass, einen Energienutzungsplan anzuregen: „Gemeinsames Heizen war ja schon oft Thema.“

Gegen die Stimmen von Lechner und Seemüller beschlossen die Stadträte letztendlich, ein Planungskonzept für den städtischen Bauhof zu beauftragen. Die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung soll zudem abgefragt werden. Dem Vorstoß Seemüllers, der Bürgermeister müsse das Thema selber offensiver anpacken – „das ist deine Kernkompetenz“ – widersprach Gerhard Braunmiller: „Das kann man nicht nebenher machen. Ich bin kein Planer mehr.“ ft

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