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Plus für Kultur: Miesbacher Ausschuss bringt Fonds auf den Weg

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Bald können Kulturschaffende in Bayern wieder vor vollen Häusern auftreten.
Kulturschaffende in Bayern können wieder vor vollen Häusern auftreten. © Britta Pedersen/dpa (Symbolbild)

Miesbach – Lokale Künstler und Veranstalter sollen mithilfe eines Kulturfonds in Miesbach unterstützt werden. Im Kultur- und Tourismusausschuss wurde diskutiert.

Corona ist es zu verdanken, dass die Kultur in Miesbach auf eine weitere Förderung hoffen darf. Obwohl bereits einige Säulen des Kulturlebens der Stadt wie die Musikschulen und das Freie Landestheater Bayern finanziell aus dem städtischen Haushalt gefördert werden, hatte die SPD in einer Stadtratssitzung den Wunsch nach einer weiteren Förderung vorgebracht. Eine Idee, die von den Freien Wählern fortgeführt und im Kulturausschuss vorgestellt wurde.

Angedacht ist ein Fonds, aus dem vor allem Vereine und gemeinnützige Institutionen einen Zuschuss beantragen können, sollte einer Veranstaltung ein Defizit drohen. Um diese Förderung greifbar zu machen, waren in der Sitzung des Kultur- und Tourismusausschusses bereits zwei Dinge erarbeitet worden: ein Konzept zur Fördermöglichkeit ortsansässiger Künstler sowie ein entsprechendes Antragsformular.

Förderung bei Bezug zu Miesbach

Voraussetzung für eine Fördermöglichkeit wäre in erster Linie der direkte Bezug zu Miesbach. So müssten die Veranstaltungen öffentlich in der Stadt stattfinden und die Künstler in der Stadt leben. Da das Geld nicht pauschal verteilt werden soll, können Beträge nur für konkrete Kosten wie etwa Künstlergagen, Raummieten und Werbematerial angefordert werden.

Obwohl das Konzept sowie der Antrag auf grundsätzliche Zustimmung stießen, muss noch stellenweise nachgeschärft werden. Inge Jooß (SPD) möchte den Kreis der förderwürdigen Künstler auf Personen erweitert sehen, die nicht ausschließlich in Miesbach leben.

Fonds-Management nicht abschließend geklärt

Als Aline Brunner (Freie Wähler) wissen wollte, wie es konkret ablaufe, wenn beispielsweise eine junge Band den Saal im Waitzinger Keller mieten wolle, wies Stadtkämmerer Josef Schäffler auf die grundsätzliche Problematik von Zuschüssen hin: Perfekte Transparenz sei im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben unablässig und das Fonds-Management noch nicht abschließend geklärt, denn natürlich seien Veranstaltungen mit kommerziellem Interesse anders zu betrachten als Vereinsjubiläen.

Sein Vorschlag, die Förderwürdigkeit in zwei Schritten zu klären, wird ebenso in die Stadtratssitzung weitergeleitet wie die Frage, aus welchen Mitteln und Quellen sich der Fond speisen soll. Von Bürgermeister Gerhard Braunmiller, der ebenso wie Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch dem Fonds positiv gegenübersteht, kam die Anregung, den künftigen Kulturfonds auch aus Spenden aus der Bevölkerung zu füttern.

Thema im Miesbacher Stadtrat

Weitere Feinheiten wie die Frage nach einem speziellen Steuerungsausschuss, der im Gegensatz zum Finanzausschuss öfter als zwei- bis dreimal pro Jahr tagt, oder die Anregung, den Fonds nachträglich nach einer Veranstaltung zu beantragen, müssen ebenso noch geklärt werden wie die Frage, was passiert, wenn der Fonds fürs laufende Jahr erschöpft ist oder eine Veranstaltung entgegen aller Voraussicht und Wahrscheinlichkeit statt eines Defizits einen Gewinn abwirft.

Geklärt ist dagegen eine Grundsatzfrage, die abschließend Inge Jooß aufwarf: Wer als Künstler und Veranstalter eine Beratung braucht, ist im Kulturamt bestes aufgehoben. „Wir haben die Kulturszene in der Stadt immer im Blick. Ergeben sich Möglichkeiten wie die Musiknacht, gehen wir auch von uns aktiv auf Musiker oder Bands zu und bieten unsere Möglichkeiten an. Wir können im gemeinsamen Gespräch klären, für welche Location sich ein Auftritt eignet“, sagte Krobisch. Der Kulturfonds wird nach dem einstimmigen Ausschussbeschluss nun Thema im Stadtrat. vwo

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