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Bürgermeister von Fischbachau legt Amt nieder: So geht es jetzt weiter

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Von: Fridolin Thanner

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Johannes Lohwasser
Johannes Lohwasser ist nicht mehr Bürgermeister von Fischbachau. © Thanner

Fischbachau – Überraschende Entscheidung in FIschbachau: Johannes Lohwasser ist als Bürgermeister zurückgetreten. Nun steht eine Neuwahl an.

Die Gemeinde Fischbachau braucht einen neuen Bürgermeister. Johannes Lohwasser hat am Wochenende (6./7. November) sein Amt niedergelegt. Weil Stellvertreter Hans Seemüller langfristig ausfällt, führt nun Dritter Bürgermeister Willi Rothemund die Geschäfte. 2022 wird dann neu gewählt.

Rothemund leitete bereits die Sitzung des Gemeinderats am 5. November. Von Lohwassers Rücktritt war da aber noch nichts bekannt. Er hatte sich bei der Kommunalwahl 2020 gegen zwei Mitstreiter durchgesetzt. Am Wochenende verschickte er dann die entsprechende E-Mail und überraschte damit die Mitarbeiter im Rathaus ebenso wie die Fischbachauer Bürger.

Überraschung in der Verwaltung

„Wir haben nichts gewusst und überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt Gemeindegeschäftsleiter Johann Neundlinger. Noch am Freitag habe er mit Lohwasser künftige Projekte abgesprochen. Er wisse auch von keinem Anlass oder Vorfall, der zum Rücktritt geführt haben könnte. „Man muss akzeptieren, wie es ist“, sagt er.

Lohwasser, der bei der Kommunalwahl 2020 auf Anhieb ins Amt gewählt wurde, hat sich nur in einer knappen Stellungnahme geäußert: „Nach der nun eineinhalbjährigen Tätigkeit als Erster Bürgermeister von Fischbachau musste ich leider feststellen, dass eine professionelle Arbeitsebene mit vielen Beteiligten des Gemeinderats sowie der Verwaltung nicht möglich ist.“

Viele Projekte, die auf dem Weg waren

Konkret wird Lohwasser nicht, schreibt, dass er für „jahrelange Fehler und Entscheidungen vor meiner Amtszeit nicht die Verantwortung“ tragen wolle. „Die Summe sowie Permanenz dieser Tatsachen machen für mich eine zukünftige Zusammenarbeit mit den genannten Strukturen unmöglich und gehen teilweise gegen alles, woran ich im Innersten glaube.“

Auch diese Sätze haben Neundlinger überrascht: „Wir haben gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet.“ Lohwassers Amtsvorgänger Josef Lechner, der sich angesprochen fühlen darf, verweist auf die gute Arbeit und vielen einstimmigen Entscheidungen im Gemeinderat sowie die vielen Projekte, die auf dem Weg waren und nun ins Stocken gerieten.

Im Rathaus läuft der Betrieb weiter

Groll hegt Lechner aber nicht, sondern wertet Lohwassers Worte eher als Rechtfertigungsversuch. Lechner schätzt ihn als „intelligenten, grundanständigen Menschen“ und glaubt, dass er mit völlig falschen Vorstellungen das Amt angetreten hat. Dem permanenten Druck mit vielen weitreichenden Entscheidungen, der auf einem Bürgermeister laste, habe Lohwasser nicht standgehalten. „Für ihn tut es mir leid“, sagt Lechner. Gerade am Anfang des Berufslebens sei ein solches Scheitern tragisch.

Für Fischbachau sei nun wichtig, dass die Fraktionen statt an Wahlkampf zu denken, harmonisch mit der Verwaltung arbeiten. „Jetzt müssen alle zusammenrücken“, hofft Lechner. Im Rathaus läuft der Betrieb weiter. „Wir haben unsere Aufgaben, die erfüllen wir“, sagt Neundlinger. ft

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