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Bayerns Sozialministerin besucht Oberland-Werkstätten Miesbach

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Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner besucht die Oberland-Werkstätten Miesbach
Sozialministerin Carolina Trautner lässt sich die Oberland-Werkstätten in Miesbach zeigen. © OLW

Miesbach – Bei einem Besuch in den Oberland-Werkstätten Miesbach hat Sozialministerin Carolina Trautner zum sozialpolitischen Dialog eingeladen.

Auf Einladung der Frauenunion Miesbach besuchten die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner und der Bundestagsabgeordnete Alex­ander Radwan vor Kurzem den Betrieb der Oberland-Werkstätten in Miesbach, um sich ein aktuelles Bild über die Arbeitssituation der Menschen mit Behinderungen zu machen.

In dem Betrieb in Miesbach arbeiten derzeit rund 165 Menschen mit Behinderungen. Neben klassischen Arbeitsplätzen im Hauptgebäude bieten die Oberland-Werkstätten weitere inklusive Arbeitsangebote bei regionalen Unternehmen. Immer wieder bahnen diese Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt an. „Sehr beeindruckend, dass im Landkreis Miesbach 30 Prozent der Werkstattarbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen inklusiv in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes verankert sind“, erklärte Carolina Trautner.

Potenzial sowie Innovationskraft

Begleitet durch Fachpersonal der Oberland-Werkstätten haben Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, in zwei Arbeitsgruppen direkt in regionalen Unternehmen tätig sein zu können. Ergänzt wird dieses Angebot durch einzelne Plätze in weiteren Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieben.

„Werkstätten haben viel Potenzial sowie Innovationskraft und somit auch immer wieder kreative Ideen für neue Ansätze zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben. Sie sind daher nach wie vor ein wichtiger Pfeiler für die Teilhabe am Arbeitsleben“, sagte die Sozialministerin. „Stimmen, die die Abschaffung fordern, liegen aus meiner Sicht deshalb eindeutig falsch. Wir brauchen auch hier eine Vielfalt der Angebote.“

Sozialpolitischer Dialog in Miesbach

Nach einem Rundgang durch die Betriebsstätten fand ein sozialpolitischer Dialog statt. Werkstatträtin Julia Krones verdeutlichte dabei: „Meine Kollegen und ich arbeiten sehr gerne in den Oberland-Werkstätten. Die Werkstattplätze vor Ort sind sehr wichtig für uns.“

Geschäftsführer Oliver Gosolits griff die aktuelle Debatte um die Entlohnung von Menschen mit Behinderungen in Werkstätten auf und erklärte: „Die Oberland-Werkstätten werden auch weiterhin einen wirtschaftlichen Beitrag zu einem auskömmlichen Einkommen leisten.“

Ausbau des ÖPNV nötig

Lambert Wagner, Betriebsleiter in Miesbach, war es ein wichtiges Anliegen, die politischen Vertreter über die sich zunehmend verschlechternde Wohnsituation zu informieren: „Aufgrund fehlender betreuter Wohnplätze mussten bereits viele Menschen mit Behinderungen den Landkreis verlassen. Hier ist Handlungsbedarf gegeben.“

Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der insbesondere für Menschen mit Behinderungen wichtig ist, war ein zentrales Thema im Dialog. Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan bestätigte dazu: „Eine barrierefreie Verkehrswende mit einer deutlichen Verbesserung des ÖPNV im Oberland ist mir ein wichtiges Anliegen.“

Corona-Pandemie zeigt Stellenwert

Die bayerische Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales fasste zusammen: „Wir stehen für eine inklusive Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen selbstverständlich dazu gehören – auch in der Arbeitswelt. Die Werkstätten leisten einen wichtigen Beitrag, um Menschen mit Behinderungen sowohl inklusiv in Unternehmen und Organisationen des allgemeinen Arbeitsmarktes als auch in eigenen Werkstattgebäuden zu begleiten – so wie es für die Menschen passt. Das ist gelebter gesellschaftlicher Zusammenhalt.“

Besonders die Corona-Pandemie habe klar gemacht, welchen Stellenwert die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen haben. „Wir danken allen, die die Pandemie insbesondere in den Werkstätten so gut gemeistert und zusammengehalten haben. Das war und ist eine großartige Leistung.“ ksl

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