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Ukraine: Hunderte Anträge für Aufenthaltstitel und Hilfe im Landkreis Miesbach

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Borodjanka
Ein Anwohner sucht in den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses in Borodjanka nach seinen Habseligkeiten. Tausende Menschen sind mittlerweile vor dem Ukraine-Krieg geflohen. © Vadim Ghirda/AP/dpa

Landkreis – Mehr als 1.000 vor dem Ukraine-Krieg geflüchtete Personen sind mittlerweile im Landkreis Miesbach. Über 600 Anträge auf Aufenthaltstitel und Hilfe sind eingegangen.

Inzwischen sind 1.069 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis Miesbach registriert. „Der Zugangslage scheint im Vergleich zu den Vorwochen mit mehreren Hundert Geflüchteten pro Woche vorerst rückläufig zu sein“, teilt die Behörde mit. Zum Vergleich: In der Vorwoche waren es 1.014 Geflüchtete.

So sei dem Landkreis in der vergangenen Woche auch nur ein Bus statt wie angekündigt zwei oder drei zugewiesen worden. Von einer Trendwende könne aber noch keine Rede sein: „In der Ukraine herrscht Krieg und weiterhin sind viele Tausend Menschen auf der Flucht“, erklärt das Landratsamt. Die Geflüchteten setzen sich wie folgt zusammen:

Mehr als 600 Anträge bei Landratsamt

„Außerdem sind schon über 600 Anträge auf Aufenthaltstitel und finanzielle Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gestellt worden“, teilt das Landratsamt mit. Diese Antragsflut zu bearbeiten, sei in vollem Gange. Täglich würden Aufenthaltstitel ausgestellt und Gelder ausbezahlt. Um die Anträge möglichst schnell abarbeiten zu können, seien bestmögliche Strukturen im Landratsamt geschaffen worden:

Suche nach Unterkünften für Geflüchtete

Parallel dazu sind weitere Teams im Landkreis Miesbach unterwegs und versuchen Lösungen zu entwickeln, um Unterkünfte für Geflüchtete zu schaffen, die aktuell in privaten Übergangsunterkünften untergebracht sind. Auch da sei die schiere Anzahl von Geflüchteten eine sehr, sehr große Herausforderung beim sowieso schon sehr angespannten Wohnungsmarkt im Landkreis Miesbach.

Der Fachbereich Jugend und Familie beim Landratsamt Miesbach bitte zudem Landkreisbürger, die unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche bei sich aufnehmen möchten, sich vorab mit der Behörde in Verbindung zu setzen. „Gerade in Bezug auf gegebenenfalls traumatisierte Minderjährige ist eine geordnete Aufnahme notwendig, um einen maximalen Kinderschutz zu gewährleisten“, erklärt das Team.

Austausch mit ukrainischen Behörden

Im Fachbereich laufen alle Fäden für geflüchtete Kinder und Jugendliche zusammen: Nachdem sie registriert sind, stehen die staatlichen Hilfsangebote oder -leistungen zur Verfügung. Mit den ukrainischen Behörden können Daten zur Information von Angehörigen ausgetauscht werden.

„Trotz aller Herausforderungen, die der Krieg in der Ukraine für uns alle mit sich bringt, werden Geflüchtete in unserem Landkreis herzlich aufgenommen“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Mein Dank gilt allen Landkreisbürgern, die sich für die Geflüchteten engagieren.“ ksl

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