1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. DasGelbeBlatt

Wildschutzgebiet an Rotwand: Betretungsverbot startet am 1. Dezember

Erstellt:

Kommentare

Landkreis – Ab Mittwoch gilt in einigen Gebieten rund um die Rotwand ein Betretungsverbot den Winter über. Landratsamt Miesbach, ATS und DAV befürworten das Projekt.

Karte mit Wildschutzschutzgebiet (orange) im Rotwandgebiet
1 / 5Diese Karte zeigt die neuen Wildschutzschutzgebiete (orange) im Rotwandgebiet. © Bayerische Vermessungsverwaltung/ATS/DAV
Gebietsbetreuer Florian Bossert (r.) und Ranger Alex Römer
2 / 5Gebietsbetreuer Florian Bossert (r.) und Ranger Alex Römer packen die Schilder für das neue Wildschutzgebiet an der Rotwand aus. © LRA
Florian Bossert Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge
3 / 5Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, stellt die Schilder für das neue Wildschutzgebiet im Rotwandgebiet auf. © LRA
Schilder für neues Wildschutzgebiet im Rotwandgebiet
4 / 5Die Schilder für das neue Wildschutzgebiet im Rotwandgebiet stehen bereits. © LRA
Birkhahn
5 / 5Birkhühner wie dieser Hahn sollen durch das Betretungsverbot im Rotwandgebiet geschützt werden. © LRA

Das Landratsamt Miesbach weist ein Wildschutzgebiet im Rotwandgebiet aus: Nach zwei Jahren intensiver Abstimmung mit Landwirten, dem Forstbetrieb Schliersee, Touristikern der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) und Naturnutzervertretern des Deutschen Alpenvereins (DAV) gilt künftig zwischen 1. Dezember und 14. Juli eines jeden Jahres ein Betretungsverbot in einem 320 Hektar großen, nicht zusammenhängenden Gebiet rund um Lempersberg, Benzingspitz, Wildes Fräulein/Jägerkamp und Maroldschneid. Das Gebiet liegt in den Gemeinden Fischbachau, Schliersee und Bayrischzell.

Anlass für das Wildschutzgebiet ist der große Freizeitdruck in der Region: Eine Flut an Wanderern und Tourengehern führe dazu, dass Raufußhühner aus ihren Winterlebensräumen zu oft flüchten müssen sowie im Frühjahr nicht mehr ungestört balzen, brüten und ihren Nachwuchs aufziehen können, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landrats­amt in Miesbach mit. „Dabei ist das Gebiet einer der letzten Rückzugsorte in den bayerischen Alpen für Birk- und Auerhühner, die beide auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.“

Platz für bis zu 150 Birkhühner

Das zeitlich begrenzte Betretungsverbot während der Wintermonate soll nun dazu führen, dass sich die Population erholen kann. In dem Gebiet zählt Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, derzeit etwa 25 Birkhühner, obwohl eigentlich Platz für bis zu 150 wäre, denn der Lebensraum sei hervorragend geeignet dank guter Zusammenarbeit mit Almbauern und Forstbetrieb. Gemeinsam mit Naturschutz-Ranger Alexander Römer hat er mittlerweile die zahlreichen Schilder aufgebaut und angebracht.

Die Verordnung, welche die Jagd- und Naturschutzbehörde des Landratsamts gemeinsam erarbeitet haben, sieht ein Betretungs- und Befahrungsverbot in diesem Gebiet vor. „Ausnahmen gibt es nur für die ordnungsgemäße Ausübung von Jagd, Forst und Almwirtschaft“, erklärt Sophie-Marie Stadler.

Bis zu 5.000 Euro Strafe

Wer das Gebiet entgegen des Verbots betritt oder befährt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro rechnen. Schilder an den Grenzen des Gebiets sowie an allen Parkplätzen der Region werben mit großen Karten und Informationen rund um die bedrohten Raufußhühner um Verständnis für die Maßnahme.

Als die Schutzgebiete festgelegt wurden, sei zusammen mit allen Interessenvertretern sorgfältig zwischen dem Schutz der Raufußhühner und dem verständlichen Wunsch nach Natur- sowie Sport­erlebnis abgewogen worden:

Wer die Verordnung nachlesen und sich die Karte des neues Schutzgebiets herunterladen möchte, kann dies online tun unter landkreis-miesbach.de. ksl

Auch interessant

Kommentare