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Zum Schutz von Raufußhühnern: Neue Wildschutzgebiete am Spitzingsee

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Von: Sandra Hefft

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Raufußhuhn
Raufußhühner brauchen Rückzugsorte zum Überwintern. So hat das Landratsamt Miesbach neue Wildschutzbereiche im Rotwandgebiet am Spitzingsee ausgewiesen. © LRA/Bossert

Schliersee – Im Rotwandgebiet am Spitzingsee gilt ab Dezember ein Betretungsverbot. So wollen DAV und Landkreis Miesbach Raufußhühner vorm Aussterben retten.

Birk- und Auerhuhn stehen in Bayern auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Um ihre Lebensräume zu sichern, hat das Landratsamt Miesbach neue Wildschutzbereiche im Rotwandgebiet ausgewiesen. Es gibt zeitlich begrenzte Betretungsverbote. Diese stuft der Deutsche Alpenverein (DAV) als notwendig ein für den Schutz der sensiblen Natur. Ein Verstoß kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Im Rotwandgebiet gelten in einigen Bereichen künftig vom 1. Dezember bis 14. Juli Betretungsverbote. Das hat das Landratsamt Miesbach mit der Ausweisung dieser Zonen als Wildschutzgebiete bekannt gegeben. Grund dafür ist die Zunahme der Tourenaktivitäten im Winter in diesem sensiblen Bereich. Ein Teil der bisherigen Wald-Wild-Schongebiete am Spitzingsee wird nun zu Wildschutzgebieten, die im Winter und in der Balz-, Brut- sowie Aufzuchtzeit der Tiere nicht betreten oder befahren werden dürfen.

Spitzing als beliebtes Ziel

Konkret handelt es sich um Bereiche an Jägerkamp, Benzingspitz, Lämpersberg und der Maroldschneid – insgesamt rund 320 Hektar Land in den Gemeinden Fischbachau, Schliersee und Bayrischzell. Die üblichen Ski- und Schneeschuhrouten sind nicht betroffen. Auch die Hauptwanderwege bleiben frei.

„Anders lässt sich der Naturschutz in dieser speziellen, besonders stark frequentierten Region nicht mehr sicherstellen“, erklärt Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung. „Dass wir als DAV den Beschluss des Landratsamts Miesbach mittragen, bedeutet keinen Paradigmenwechsel. Wir setzen nach wie vor prinzipiell auf Freiwilligkeit, statt Verbote auszusprechen.“

In den meisten Regionen funktioniere das hervorragend. Etwas anders sehe es im Bereich um den Spitzingsee aus. Die DAV-Sektion München besitzt dort mehrere Hütten und betreut rund 40 Kilometer Wanderwege. Günther Manstorfer, Vorsitzender der Sektion, weiß um die Bedeutung der Region als Naherholungsgebiet: „Der Spitzing ist und bleibt ein Kernbereich unserer Aktivitäten. Als beliebtes Tourenziel im Münchner Einzugsgebiet ist die Region einem starken Nutzungsdruck ausgesetzt.“

Naturverträglicher Bergsport im Winter

Manstorfer betont: „Die Natur darf darunter nicht leiden. Deshalb war die Entscheidung seitens des Landratsamts Miesbach aus unserer Sicht unvermeidbar.“ Auch die DAV-Sektionen Miesbach, Schliersee und Leitzachtal, das Turner-Alpen-Kränzchen sowie der Bergbund Hausham und München unterstützen die Entscheidung des Landratsamts.

Der Deutsche Alpenverein setzt sich seit 1995 mit dem Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ und der Kampagne „Natürlich auf Tour“ für naturverträglichen Bergsport im winterlichen Gebirge ein. Wald-Wild-Schongebiete dienen den Tieren als Rückzugsmöglichkeit. Ausgewiesene Aufstiegsrouten lenken Schneesportler in weniger sensible Zonen. she

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