So sehen die Gefährte aus: Mit solchen Mountaincarts können – wenn alles klappt – Gäste am Spitzingsee diesen Sommer ins Tal fahren.

Am Stümpfling

Auf drei Rädern rasant ins Tal

Spitzingsee - Schliersee-Urlauber, Ausflügler und Einheimische können sich auf eine neue Sommer-Attraktion am Spitzingsee freuen. Dort sollen heuer Mountaincarts zum Einsatz kommen. Auf großen Plakaten werben die Alpenbahnen Spitzingsee bereits für das Angebot.

Es hört sich fast paradox an: Obwohl es sich bei den Mountaincarts um eine Erfindung aus Bad Aibling handelt, kommen die geländegängigen Dreiräder in Deutschland so gut wie nirgendwo zum Einsatz. In Österreich dafür umso intensiver. Auch in der Schweiz und Italien, ja selbst in Schweden und Neuseeland, fahren die Carts. Kein Wunder, dass Joachim Jeßberger, einer der Geschäftsführer des Familienbetriebs, sagt: „Wir freuen uns, dass wir das Angebot nun auch vor der Haustür haben.“

Das Aiblinger Unternehmen hat sich selbst an die Alpenbahnen Spitzingsee gewandt und bei deren Geschäftsführer Peter Lorenz ein offenes Ohr gefunden. Der sieht darin die Chance, im Sommer mehr Publikum zur Stümpflingbahn zu locken. Wanderer bevorzugen gemeinhin ja das Gebiet um die Rotwand und steigen deshalb in die Taubensteinbahn. Wann es losgeht, hängt vom Wetter ab.

Es ist unterdessen nicht der erste Versuch, die Mountaincarts im Spitzingseegebiet zu etablieren. Markus Votteler von der Oberen Firstalm hat die Dreiräder vor ein paar Jahren bereits angeboten. Allerdings nur einen Sommer lang. „Wir haben es ein Jahr probiert, aber es hat sich nicht bewährt.“ Der Grund: Der Begegnungsverkehr auf dem Wanderweg. Speziell für Eltern mit Kinderwagen seien die den Berg hinab sausenden Dreiräder eine Gefahr gewesen. „Da hätten wir darauf warten können, dass etwas passiert“, sagt Votteler.

Im Unterschied zum Weg zur Oberen Firstalm ist die seitens der Alpenbahnen gewählte Route ins Tal kein ausgewiesener und viel begangener Rad- und Wanderweg. Rund 3,5 Kilometer ist er lang. Details muss Lorenz allerdings noch mit dem Grundeigentümer, den Bayerischen Staatsforsten, absprechen. Das mündliche Einverständnis liege schon vor, sagt der Geschäftsführer. Um Details wie etwa notwendige Reparaturen auf den Wegen sowie Beschilderung wollen sich die Alpenbahnen vor Saisonstart kümmern.

Zunächst werden 30 Mountaincarts an den Spitzingsee geliefert. Sollte sich zeigen, dass der Bedarf höher ist, könne man sehr schnell reagieren, sagt Jeßberger. Die Einzelteile werden im Winter gefertigt und können flugs zusammengebaut werden. Eine Investition in den Sessellift sei zunächst nicht nötig, sagt Lorenz. „Aber wenn sich das Angebot etabliert, dann kann man nachrüsten.“

Freilich sind die Mountaincarts aus Aibling nicht die einzigen Gefährte ihrer Art. So gibt es zum Beispiel auch die Bullcarts in Lenggries. Als Vorteil seiner Modelle sieht Jeßberger den sehr tiefen Schwerpunkt und die hydraulischen Zweikreis-Scheibenbremsen. Damit würden selbst Kinder die Gefährte ohne großen Kraftaufwand zum Stehen bringen können.

Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer hatte von dem neuen Angebot noch gar nichts gehört. Darauf angesprochen, weiß er aber gleich, worum es sich bei den Mountaincarts handelt. „Cool“, finde er, dass die Gefährte heuer auch in seinem Gemeindegebiet fahren.

Weitere Infos im Internet gibt es hier (Alpenbahnen). Mehr zu den Carts hier.

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