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Hier gab es früher schwere Unfällle und noch immer sorgt der Haushamer Bahnübergang regelmäßig für chaotische Szenen.

Jetzt gibt es ein Datum

Gefährlicher Bahnübergang soll 2018 verschwinden

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Hausham - Die Regierung von Oberbayern hat den Planfeststellungsbeschluss für die Verlegung des Haushamer Bahnübergangs gefasst. 2018 könnte es losgehen.

Für Jens Zangenfeind ist es nicht weniger als der Durchbruch in einem schier endlosen Verfahren. „Das ist mehr, als in den letzten 25 Jahren passiert ist“, sagt der Haushamer Bürgermeister, als er durch den Anruf unserer Zeitung vom Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern zur Verlegung des Haushamer Bahnübergangs erfährt. Nun habe sich endlich ausgezahlt, „dass wir lästig und nervig waren“, sagt Zangenfeind.

Wie berichtet, müht sich die Gemeinde seit 1985 mit einer Lösung für den Verkehrsknotenpunkt zwischen Industriestraße, Miesbacher Straße und Naturfreundestraße ab. In den vergangenen Jahren waren es vor allem die Staus durch die langen Schließzeiten der Schranken, die die Geduld der Autofahrer auf eine harte Probe stellten. Zuvor hatte mitunter sogar Lebensgefahr an der Anlage bestanden. Mehrfach standen die Schranken bei durchfahrendem Zug offen.

Nach jahrzehntelangem Kampf war erst vor wenigen Jahren der Gordische Knoten durchschlagen worden: Nachdem sich sämtliche Lösungsmöglichkeiten am jetzigen Standort des Bahnübergangs als untauglich erwiesen, ließ sich die DB Netz AG davon überzeugen, dass der Bau einer Schrankenanlage rund 90 Meter weiter nördlich keinen – heutzutage nicht genehmigungsfähigen – Neubau darstellt, sondern eine Verlegung des bestehenden Übergangs. Die Planungen konnten beginnen, und in zwei Jahren könnte das Kapitel tatsächlich abgeschlossen sein. Der Planfeststellungsbeschluss bedeutet letztlich die Baugenehmigung. Einzig eine Klage könnte seine Rechtsgültigkeit – im Verwaltungsdeutsch Bestandskraft – noch verhindern.

Seitens der Regierung von Oberbayern heißt es: „2017 werden die Bauvorbereitungen getroffen. Die Realisierung der Maßnahme sei für 2018 geplant.“ Maßgeblich bei der Verlegung ist das Staatliche Bauamt Rosenheim. Das allerdings hatte den Baubeginn im Mai 2015 unter Finanzierungs-Vorbehalt gestellt.

Bei der Regierung geht mit dem Planfeststellungsbeschluss ein langes Verfahren zu Ende. Stellungnahmen von 18 Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange sowie drei private Einwendungen wurden geprüft und soweit wie möglich berücksichtigt, heißt es in dem Schreiben. Das dauerte. Wie berichtet, musste zunächst ein Lufthygiene-Gutachten nachgereicht und dann das Ableiten des Regenwassers geklärt werden. Heuer im Februar war die Regierung von einem „zeitnahen“ Ende des Verfahrens ausgegangen. Jetzt ist es nach Jahren des Wartens soweit.

Das Heft des Handelns liegt nun beim Staatlichen Bauamt, das unter Beteiligung der Deutschen Bahn und in Abstimmung mit der Gemeinde die Verlegung des Bahnübergangs durchführen wird. Zangenfeind hofft auf eine ähnlich gute Zusammenarbeit wie bei der Sanierung der Schlierachbrücke an der Tegernseer Straße. Die Bevölkerung soll so früh wie möglich mit Informationen über den Ablauf der Baumaßnahme und die eventuell notwendigen Sperrungen von Straße und Bahngleis versorgt werden. „Es ist unsere nächste Aufgabe, das alles zu klären“, sagt Zangenfeind. Gleiches gilt für eine Aktualisierung der Kostenschätzung von zuletzt 2,5 Millionen Euro. Die sieht er aber entspannt. Die Gemeinde würde allenfalls ein Bruchteil dieser Summe treffen. Details könne er dazu noch nicht sagen.

Umso wichtiger ist dem Bürgermeister, dass es endlich vorwärts geht beim Bahnübergang. Nicht wenige Haushamer hätten daran nämlich nicht mehr recht geglaubt.

Die Entscheidung kommentiert unser Autor Daniel Krehl

Im Umgang mit dem Bahnkonzern ist man gut beraten, ein „Nein“ einfach nicht zu akzeptieren. Und sich nicht einlullen zu lassen. Das lässt sich von Hausham und seinem Umgang mit der Causa Bahnübergang lernen. Für die Bürgermeister im Landkreis, die ähnliche Bahn-Sorgen haben, kann dies Mutmacher und Auftrag zugleich sein. Mit Hartnäckigkeit lässt sich auch bei der Bahn etwas erreichen. Nicht unbedingt in der eigenen Amtszeit, aber letztlich zum Wohl der Gemeinde.

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