Ergebnis da: Boris Johnson folgt May - Kommt jetzt der No-Deal-Brexit?

Ergebnis da: Boris Johnson folgt May - Kommt jetzt der No-Deal-Brexit?

Eine Chance für die Ortsmitte

Schliersee - Gemeinde Schliersee erwägt Kauf des Anwesens Rathausstraße 8 zur Erschließung des Schulgeländes von der Bundesstraße her.

Zuschlagen oder nicht? Die Gemeinde Schliersee wirft ein Auge auf das Anwesen Rathausstraße 8. Es könnte bedeutsam für die Zukunft der Ortsmitte werden. Mehrheitlich hat der Gemeinderat nun entschieden, dass die Verwaltung mit dem Maklerbüro Alpen-Immo.net, das das Grundstück vermarktet, über einen Kauf verhandeln soll.

Der Vorstoß geht auf einen Antrag der CSU-Fraktion zurück. Die hält den Kauf für „absolut notwendig“ und schreibt: „Im Zuge eines Abrisses des Gebäudes wäre die neue Ortsmitte nicht nur über Bahnhof-, Lauterer- und Perfallstraße erreichbar, sondern ebenfalls über einen Zugang von der Bundesstraße erschlossen und einsehbar.“ Fraktionssprecher Florian Zeindl bekräftigte, dass der Kauf sinnvoll wäre, völlig unabhängig davon, was genau in der neuen Ortsmitte einmal entstehen wird. „Wir sind uns einig: Das absolute Zentrum wird der Bereich Schule, Heimatmuseum und altes Postamt sein.“ Letztgenanntes Gebäude hatte die Gemeinde vor zwei Jahren gekauft und abgerissen. Ähnlich könnte man mit dem potenziellen Zukauf verfahren.

Bernd Mayer-Hubner argwöhnte hinter dem Vorstoß einen geheimen Plan: „Was ist der Gedanke hinter dem Gedanken?“, fragte der Grünen-Gemeinderat und mutmaßte, ob das Grundstück (180 Quadratmeter) später nicht etwa einer Hotelzufahrt dienen soll. Zeindl wies solche Hintergedanken von sich. „Über ein Hotel haben wir nicht diskutiert. Aber natürlich kann es eine Zufahrt zu einem Gebäude sein, egal was für einem.“ Das sei abhängig vom Ergebnis der Ortsmitte-Planung. Demgegenüber haben Die Schlierseer offenbar schon konkretere Vorstellungen. „Wir befürworten da klipp und klar ein Hotel. Das ist das Hauptding, was Schliersee braucht“, sagte Florian Guggenbichler, der in Sachen Entwicklung der Ortsmitte gleich hinterherschob: „Da müssen wir endlich in die Pötte kommen. Seit drei Jahren reden wir drüber, und nichts ist passiert.“

Während sich Gerhard Waas (Grüne) dafür aussprach, in Sachen Ortskern doch endlich die Bürger mit ins Boot zu holen - „es haben sich eine ganze Menge Leute gemeldet, die mithelfen wollen“ - sah Astrid Leitner (CSU) die Lage anders: „Wir kommen nicht weiter, wenn wir bei jedem nachfragen.“ Vielmehr müsse der Gemeinderat die Richtung vorgeben.

Bekanntlich macht sich Schliersee nach dem Umzug der letzten Schulklassen nach Neuhaus (Jahr 2010) Gedanken, wie mit der Ortsmitte um Bahnhof und alte Schule verfahren werden soll. Hinter der Schule steht auch die Turnhalle - und eine Garage, die zu dem jetzt ins Auge gefassten Gebäude gehört. Michael Dürr (PWG) wollte wissen, ob für das fragliche Grundstück ein Geh- und Fahrtrecht über das Schulgrundstück eingetragen ist. Das würde die Überplanung des Geländes erheblich erschweren. Mit der Frage einer Dienstbarkeit hatte sich offenbar noch niemand befasst. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) gestern auf Anfrage sagte, wird dieses Thema gerade geprüft.

Auf Anfrage sagt Eva Skofitsch, Geschäftsführerin von Alpen.Immo.net, sie glaube zwar nicht, dass eine Dienstbarkeit eingetragen ist. Sie weiß aber, dass ein Teil der besagten Garage auf Gemeindegrund steht und dafür Pachtzahlungen fließen - und das seit Jahrzehnten. Inwiefern sich daraus irgendwelche Ansprüche ableiten lassen, ist unklar. Klar ist somit allerdings, dass ein Kauf durch die Gemeinde die Situation entflechten würde. Aber: Der Gemeinderat hat ziemlich deutlich gemacht, dass ihm der aufgerufene Preis zu hoch ist. Im Internet ist das Gebäude für 295 000 Euro angeboten. Die Gewerbeflächen im Erdgeschoss stehen übrigens leer - kein Einzelfall in Schliersee.

Dürr schlug noch vor, dass die Verwaltung mit einem Höchstgebot in die Verhandlungen gehen soll, was die Mehrheit des Gemeinderats aber ablehnte. Während Dürr die Verhandlungen im Grundsatz befürwortete, lehnte Gerhard Weitl (SPD) den Kauf gänzlich ab. Die Gemeinde habe große finanzielle Belastungen zu schultern - Stichwort Turnhalle - und spreche jetzt über einen Zukauf, bei dem keinerlei Wertsteigerung zu erwarten sei. „Wo ist da der Sinn?“ Letztlich entschied der Gemeinderat gegen fünf Stimmen, es zu probieren.

dak

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Agatharied: Mann fährt mit 2 Promille zur Blutentnahme - Führerschein weg
Hausham: Ein Mann ist in Schlangenlinie zum Krankenhaus Agatharied gefahren. Dort nahmen ihn die Polizisten sofort mit zur Blutentnahme. Er hatte über 2 Promille.
Agatharied: Mann fährt mit 2 Promille zur Blutentnahme - Führerschein weg
Neuer Marktplatz soll bewertet werden - aber wie?
Es war ein langer Weg zum umgestalteten Marktplatz in Miesbach. 2018 wurde er realisiert und spaltet die öffentliche Meinung. Es gibt Lob, es gibt Tadel – doch eine …
Neuer Marktplatz soll bewertet werden - aber wie?
Doping-Razzia: Miesbacher (25) fliegt auf und wird verurteilt
Wenn man schon verbotene Substanzen bestellt, dann richtig. Das hat sich offenbar ein Miesbacher (25) gedacht, der nun am Miesbacher Amtsgericht verurteilt wurde. 
Doping-Razzia: Miesbacher (25) fliegt auf und wird verurteilt
Mietradsystem soll im Landkreis kommen
Das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kommt im Landkreis Miesbach ins Rollen. Zumindest hat das Konzept eine kleine Kreistagsdelegation überzeugt. Im …
Mietradsystem soll im Landkreis kommen

Kommentare