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Ein einsamer Kämpfer wird achtzig

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Von: Andreas Huber

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Hotelier und Gastronom: Hans-Leo Poeplau feiert seinen Achtzigsten
Will sich weiterhin mit „Volldampf“ für eine Hotelfachschule engagieren: Hans-Leo Poeplau. © Thomas Plettenberg

Schliersee - Sein großer Traum ist eine Hotelfachschule mit großem internationalen Renommee im Tegernseer Tal. Bis heute setzt sich Hans-Leo Peoplau dafür ein. Allein Erfolglos. Jetzt wird er achtzig Jahre alt.

Er reichte Franz Josef Strauß seinen geliebten Bocksbeutel und ließ für den ehemaligen thailändischen König Bhumibol den Boden auf Hochglanz polieren, weil dieser stets barfuß zu gehen pflegte. Hans-Leo Poeplau, Gastronom und Hotelier aus Passion, hat in seinem Leben eigentlich alles erreicht. Nur sein größter Wunsch, wieder eine Hotelfachschule mit großem internationalen Renommee im Tegernseer Tal zu etablieren, blieb bislang unerfüllt. Heute wird der beharrliche Kämpfer für seine Ziele 80 Jahre alt und kündigt an: „Ich gebe nicht nach.“

Es soll die letzte große Party sein, die Hans-Leo Poeplau zu seinem Ehrentag im Schlierseer Landhotel Maximilian gibt. Zu viel Bohei brauche er nicht mehr, sagt der Jubilar. „Ursprünglich wollte ich gar nichts machen. Damit kommt man aber einfach nicht durch.“

1997 ist der 1936 in Pommern geborene Poeplau in Schliersee angekommen. „Für immer“, wie in der Einladung zu seinem Ehrentag zu lesen ist. Der einstigen Hotelfachschule D. Speiser am Tegernsee verdanke er seinen beruflichen Erfolg gleichermaßen wie seine „liebe Ehefrau Gudrun“. Obgleich „ich als junger Mann eigentlich immer ein bayerisches Mädel heiraten wollte“, wie der Rentier mit einem Schmunzeln sagt, sei einfach alles goldrichtig gelaufen.

Poeplau kann auf ein schönes, ereignisreiches Leben zurückblicken und hat „viel Anerkennung erfahren“, wie er selbst sagt. Diese Anerkennung sei es auch, die ein erfülltes Leben ausmache. „Jeder Mensch braucht das.“ So, wie man die Herausforderung, das Neue brauche. Davon ist der dreifache Vater fest überzeugt. Deshalb hat Poeplau weder jemals aufgegeben, als im Gegenwind entgegen wehte, noch als es immer wieder schlecht um seine Gesundheit bestellt war. „Ich hatte wohl alle Krankheiten dieser Welt“, sagt der ehemalige Hoteldirektor. Zuletzt besiegte er etwa einen Tumor im Rückenmark und will darüber, und über all die anderen Krankheiten ein Buch verfassen. „Keine Alternative“, soll es heißen und auch dazu ermutigen, immer weiterzumachen. So wie bei seinem innigsten Herzenswunsch, eine neue Hotelfachschule im Tal entstehen zu sehen. „Ich hoffe, dass ich noch so lange leben darf.“ Auch an seinem 80. Geburtstag wünscht sich Poeplau nichts sehnlicher, als noch mehr Menschen von seiner Vision zu überzeugen.

Viele seiner Wegbegleiter werden „die graue Eminenz der Hoteliers“ heute Nachmittag hochleben lassen. Der Abend, der gehört dann ganz der Familie. Und morgen wird Hans Leo Poeplau wieder angreifen. Sei es in Sachen Hotellerie, bei der Gründung eines Jugendblasorchesters für Schliersee, oder als treues CSU-Mitglied, das sich immer mal wieder gerne einmischt. „Immer dranbleiben und beständig sein, lautet schließlich die Maxime des vor Tatendrang strotzenden Rentiers.

ah

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