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Ratlos: Noch weiß Stefan Moser nicht, welche Auswirkungen das eisenhaltige Wasser, das aus dem Stollen in die Leitzach geschwappt ist, für den Fischbestand hat.

Am ehemaligen Bergwerkstollen

Eisenhaltiges Wasser fließt in Leitzach

Leitzachtal - Orangerot hatte sich die Leitzach am Mittwoch plötzlich verfärbt. Grund waren die Arbeiten am ehemaligen Leitzachstollen bei Wörnsmühl, die einen Schwall Wasser in den Fluss drückten.

Stefan Moser steht vor einer kleinen Öffnung des Leitzachstollen, aus der kräftig Wasser sprudelt. „Es war knallorange“, sagt der Vorsitzende des Fischereivereins. „Fast wie Fanta.“ Eine Anwohnerin der Leitzachmühle hatte ihn am Mittwochmorgen angerufen und auf den verfärbten Fluss aufmerksam gemacht. Der 41-Jährige aus Weyarn verständigte daraufhin die Polizei und fuhr selbst zum Leitzachstollen bei Wörnsmühl.

Wie berichtet wird der ehemalige Bergwerkstollen, der im Besitz des Bayernwerk-Konzerns ist, derzeit saniert. Bei den Arbeiten muss laut Andreas Holderer vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim hinter einer zugemauerten Wand etwas von der Decke abgefallen sein. Dadurch hat ein Schwall Wasser in die Leitzach gedrückt. „Die Firma kann nichts dafür “, sagt Holderer.

Die orangerote Farbe kommt von dem Eisen, das das Wasser aus den Gesteinsschichten im Inneren des Rhonbergs wäscht. Kommt es mit Sauerstoff in Verbindung, oxidiert es und erhält seine typische rote Farbe. In der ausgetretenen Konzentration sei dies kein Giftstoff, der für den Organismus der Leitzach gefährlich werden könnte, versichert Holderer. Zudem: „Die Leitzach führt in diesem Bereich eine hohe Wassermenge. Da ist die Verdünnung groß.“

Um sicher zu gehen, dass das Wasser keine schädlichen Auswirkungen hat, wird derzeit ein toter Fisch, den Moser in diesem Flussbereich gefunden hat, untersucht. „Die Schäden am Fischbestand sind noch nicht absehbar“, sagt der Fischereivereinsvorsitzende.

Holderer hofft, dass durch die Sanierung des Stollen samt Kaskaden die Einleitung von eisenhaltigem Wasser nicht mehr vorkommt. Die Filteranlage soll das geflockte Eisen auffangen, damit es anschließend abgesaugt werden kann. Den Stollen einfach zu zumauern ist hier keine Lösung: Das Wasser würde sich seinen Weg durch den Berg suchen. Durch die Kaskaden ist ein kontrollierter Austritt möglich.

Daniela Dinstbier & Marc Lamberger

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