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Soll einen zweiten Flügel bekommen: das Berghaus am See, das seit 2013 keine Gäste mehr gesehen hat.

Bauantrag gestellt

Es kommt wieder Leben ins Berghaus am See

Seit Jahren wird das Berghaus am Spitzingsee nicht mehr von Gästen genutzt – eine brach liegende touristische Kapazität. Doch das scheint sich in absehbarer Zeit zu ändern.

Schliersee – Der Schlierseer Bauausschuss hatte nun einen Bauantrag zu behandeln, der eine betriebsnotwendige Erweiterung des Berghaus am See vorsieht. Ein zweites Gebäude mit vier weiteren Ferienwohnungen soll entstehen. Letztlich sagte das Gremium geschlossen Ja.

Ehedem war das Berghaus ein Ferienheim. Wie es im Sachvortrag der Verwaltung hieß, erfolgte 2009 die Umwandlung in vier Ferien- und eine Betreiberwohnung. 2013 aber wurde der Betrieb abgemeldet, und schon 2016 gab es einen Vorbescheidsantrag zu einer Erweiterung, der auch bewilligt wurde. Umgesetzt wurde er nicht. Nun unternimmt der neue Eigentümer einen neuen Anlauf.

Entstehen soll ein weiteres zweigeschossiges Gebäude, 15 mal acht Meter groß, eben mit vier weiteren Wohnungen. Platziert ist es südlich des Bestandsgebäudes, mit dem es über einen Zwischenbau verbunden ist. Das Gesamtensemble bildet einen stumpfen Winkel.

Das Berghaus am See steht fernab jeglicher anderen Bebauung und klar im Außenbereich, was eine Erweiterung erschwert. Planer Gerhard Krogoll berichtete im Ausschuss, das bereits Gespräche mit dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde und dort auch mit dem Unteren Naturschutz stattgefunden haben, die keine größeren Einwände hatten. Gerhard Waas (Grüne), Förster, mahnte: „Wen ihr vergessen habt, ist der AELF.“ Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werde auf keinen Fall einer Rodung des angrenzenden Schutzwalds zustimmen und die Bayerischen Staatsforsten als Eigentümer sicher keine Verkehrssicherungspflicht übernehmen. Krogoll ließ wissen, dass er das Gebäude baumsturzsicher bauen werde. Somit müssen die Staatsforsten sich nicht darum kümmern, dass ein Baum das Haus – also fremdes Eigentum – beschädigt. Weitere Gefahren drohen in diesem Bereich durch Steinschlag, womöglich auch Muren. Ersatzansprüche seitens der Gemeinde Schliersee für solche Fälle sind laut Beschluss ausgeschlossen.

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Bevor der Bauherr loslegen kann, muss er aber wegen der besonderen Lage ein Betriebskonzept vorlegen und eine Grunddienstbarkeit zur touristischen Nutzung des Anwesen unterschreiben. Aktuell wird es laut Beschlussvorlage „vom Eigentümer und seiner Familie zu privaten Wohnzwecken genutzt“. Ob und wie sich das mit einer bereits bestehenden Dienstbarkeit zur touristischen Nutzung verträgt, vermochte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) nicht zu beantworten. Denn diese Erklärung wurde im Zusammenhang mit dem Vorbescheid abgegeben, der aber nie umsetzt wurde.

Jürgen Höltschl (CSU) ist hoffnungsfroh, dass die Ferienwohnungen gut angenommen werden. „Das Haus war immer beliebt – vor allem bei Bergsteigern. Ich glaube nicht, dass es leer stehen wird.“

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