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Mit Faust oder Flasche?

Keile für den Ex-Kumpel

Fischbachau/Hausham - War es eine Bierflasche oder ein Faustschlag? Fakt ist: Ein Fischbachauer (36) streckte im Februar des vergangenen Jahres auf einem Faschingsfest einen Haushamer (37) nieder, sodass dieser bewusstlos zu Boden ging und schwere Verletzungen davontrug.

Wenn aus Freunden Feinde werden, kann das böse Folgen haben. Bei einem heute 36-jährigen Fischbachauer und einem 37 Jahre alten Haushamer trat genau dieser Fall ein. Die beiden ehemaligen Kumpels lieferten sich im Februar vergangenen Jahres ein heißes Wortgefecht auf einem Faschingsfest in Hausham und beschimpften sich dabei wüst. Beide waren zu diesem Zeitpunkt schon alkoholisiert.

Plötzlich eskalierte der Streit, und der Fischbachauer lag „kerzengerade auf dem Boden“, wie ein Zeuge vor dem Miesbacher Amtsgericht aussagte. „Ich räume ein, dass ich ihn mit der Faust geschlagen habe“, gestand der Angeklagte. „Aber er hat mich die ganze Zeit beleidigt und ist immer mit seinem Gesicht nah an meins.“ Zudem soll der Haushamer eine Bierflasche in der Hand gehabt haben, „mit der er mir in die Hand gestochen hat“, behauptete der Beschuldigte. Eine klaffende Wunde soll durch den Stich mit der offenbar zu Bruch gegangenen Bierflasche an seiner Hand entstanden sein.

Einige Zeugen sagten vor Gericht aus, es sei auch eine Bierflasche gewesen, mit der der Täter sein Opfer daraufhin niedergestreckt hatte. Andere wiederum meinten, es sei nur die Faust und kein Gegenstand im Spiel gewesen. Egal womit der Fischbachauer zugeschlagen hat, der Haushamer trug in jedem Fall schwerwiegende Verletzungen davon: einen Nasenbeinbruch, eine Platzwunde am Kopf und Monokelhämatome an den Augen. Der 37-Jährige konnte sich selbst nicht genau an den Vorfall erinnern. „Ich war bewusstlos und bin erst im Krankenwagen wieder zu mir gekommen.“

Das Verhältnis der ehemaligen Freunde war bereits zerrüttet: Im August 2014 soll der Haushamer auf einem Fest einen Mann bewusstlos geschlagen haben, weil dieser seine Freundin angemacht habe. Der Fischbachauer ging dazwischen. Das schmeckte dem Haushamer überhaupt nicht und er ging auf seinen Kumpel los. Bis zu besagtem Vorfall auf dem Faschingsfest in der Bergwerksgemeinde hatten die beiden keinen Kontakt mehr.

„Dass Sie sich beim Zuschlagen mit der Glasflasche auf den Kopf Ihres Opfers die Wunde an der Hand zugezogen haben, würde perfekt ins Verletzungsbild passen“, sagte Staatsanwalt Michael Steinlein bei seinem Plädoyer. Ein Schlag mit einer Glasflasche sei laut Steinlein als gefährliche Körperverletzung zu werten. Er fügte hinzu, dass auch noch mehr hätte passieren können. Er forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.

„Ich habe ja nur auf den Angriff mit der zerbrochenen Flasche reagiert und aus Notwehr mit der Faust zugeschlagen“, entgegnete der Beschuldigte, der ohne Verteidiger zu der Verhandlung gekommen war. Freispruch sei für ihn deshalb die einzig richtige Lösung. Richter Walter Leitner sprach den Mann schließlich der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 40 Euro. Die emotional aufgewühlte Situation aufgrund der Vorgeschichte wertete der Richter ebenfalls zu Gunsten des Beschuldigten. Leitner beendete die Verhandlung mit den Worten: „Ihr Verhältnis zueinander kann man schon als Feindschaft bezeichnen.“

hph

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