Fischbachau: Gemeinderat ringt um Einigkeit - CSU und FWG distanziert
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Neues Führungsduo: Bürgermeister Johannes Lohwasser (l.) vereidigt seinen FWG-Kollegen und neuen Stellvertreter Hans Seemüller (r.).

Fischbachau: Gemeinderat ringt um Einigkeit - CSU und FWG distanziert

  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Der neue Fischbachauer Gemeinderat hat in seiner ersten Sitzung Hans Seemüller (FWG) zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Seemüller setzte sich gegen Michael Gartmaier (CSU) durch. Beide Lager ließen eine distanzierte Sitzung mit versöhnlichem Ende folgen.

Fischbachau – Als Wahlleiter Hans Neundlinger das Ergebnis verliest, lassen die Mienen von Michael Gartmaier (CSU) und Hans Seemüller (FWG) nicht erkennen, wer von beiden gerade zum Zweiten Bürgermeister Fischbachaus gewählt worden ist. Gartmaier, vorne links im Klostersaal des Rathauses, und Seemüller, hinten rechts, verziehen keine Miene. Bis kurz vor Ende der ersten Sitzung des neuen Fischbachauer Gemeinderats sah es so aus, als bliebe die einheitliche Reaktion eine seltene Gemeinsamkeit der beiden an diesem Abend.

Seemüller gewann die Abstimmung mit 14 zu sieben Stimmen. Er bedankt sich beim Gremium für das Vertrauen. Seine Wahl war die kontroverseste Entscheidung der Sitzung. Willi Rothemund (FWG) wurde einstimmig Vertreter der Bürgermeister. Die Distanz zwischen CSU und FWG blitzte dennoch mehrfach durch.

Fischbachau: Gemeinderat ringt um Einigkeit - CSU und FWG distanziert

Alles begann mit der Nominierung. Den Anfang machte die CSU. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Josef Obermaier schlug Gartmaier vor. „Dein Einsatz für die Gemeinde und Deine Erfahrung im Gemeinderat sprechen für Dich.“ Weil Gartmaier bei der Wahl zum Gemeinderat nach Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) die zweitmeisten Stimmen erhalten hatte, sei er die demokratische Wahl. Als Vertreter der Bürgermeister wünsche er sich Rothemund von der FWG, schickte Obermaier voraus.

Diesem Vorschlag widersprach Peter Rauffer (FaB). Die Wähler hätten der FWG das Vertrauen ausgesprochen. Wie berichtet, erhielt diese 40 Prozent der Stimmen, die CSU 26 Prozent. Außerdem, so Rauffer, brauche der junge Bürgermeister einen erfahrenen Vize: Seemüller. Dieser hatte im März die meisten Stimmen der FWG-Gemeinderäte gewonnen.

Bemerkenswert: Seemüllers Nominierung durch die FaB. Als Seemüller schwere Kritik am Ablauf der letzten Amtstage des früheren Bürgermeisters Josef Lechner (CSU) geübt hatte (wir berichteten), warf ihm auch die FaB vor, „Dinge, die nicht stimmen“, zu verbreiten. Die, die verhindert hätten, dass Lechner seinen Urlaub ausgezahlt bekomme und durcharbeite, seien die, die sich nun beschweren, hieß es. Die Nominierung Seemüllers sei laut Rauffer ein „Zeichen der guten Zusammenarbeit“, die seine Fraktion anstrebe.

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Weniger geglättet schienen die Wogen zwischen FWG und CSU. Ein Beispiel: Als Martin Bacher (FWG) vorschlug, die CSU solle den stellvertretenden Vorsitzenden im Rechnungsprüfungsausschuss stellen – ob mit Gartmaier oder Gschwendtner, solle sie unter sich ausmachen – entgegnete Gartmaier knapp: „Wir verzichten darauf.“ Lohwasser vertagte die Entscheidung.

Trotzdem: Zum Ende der Sitzung fand Seemüller versöhnliche Worte. „Ich bin mir sicher, Du hast eine sehr gute Zeit vor Dir“, sagte er zu Gartmaier. Dessen Auftreten und seine Akzeptanz in der Gemeinde sprächen für ihn. Er verspreche ihm, seine Vorschläge, so gut es finanziell geht, mit Leben zu füllen.

Auch der amtsälteste Gemeinderat Lothar Prack (Neue Liste) ermutigte das Gremium zur Einigkeit: „Wir machen das alle in unserer Freizeit. Wir brauchen uns keinen Stress zu machen.“

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