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Volles Haus: Nicht alle Familien in Fischbachau haben einen Kindergartenplatz bekommen. Gruppen, wie hier die von Doris Brinkies in Hundham, können keine weiteren Kinder aufnehmen. Für die Übrigen gibt es nun eine provisorische Lösung. Derzeit gibt es 75 Kindergartenplätze in Hundham und 50 in Fischbachau.

Kinderbetreuung

Wutschäumende Eltern

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Fischbachau - Zwar gibt es für den neuen Kindergarten für Fischbachau jetzt einen endgültigen Standort. Der kommt aber zu spät. Einige Kinder stehen im kommenden Jahr ohne Platz da. Im Gemeinderat wurde für die verärgerten Eltern nun eine Übergangslösung präsentiert.

17 Familien aus dem Gemeindegebiet Fischbachau waren in den vergangenen Wochen reichlich sauer. Für ihre Sprösslinge wäre September kein Kindergartenplatz vorhanden gewesen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass 17 Kinder übrig sind“, gab Rathauschef Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat zu. Das sei nicht absehbar gewesen, sagt auch Bernhard Padeller (FaB), Gemeinderat und Vorsitzender des Kindergartenvereins Hundham, auf Anfrage.

„Wir sehen uns immer die Geburtslisten an“ sagt Padeller. Mittlerweile würden vor allem Dreijährige in den Kindergarten geschickt werden, was früher nicht oft der Fall gewesen sei. „Wir beobachten aber schon die vergangenen Jahre, dass immer mehr jüngere Kinder kommen“, sagt der Gemeinderat. Mit 17 nicht versorgten Kindern hatte trotz dieser Entwicklung aber keiner gerechnet.

Das Kindergartenthema beschäftigt die Gemeinde schon seit Längerem. Erst war eine Krippe in einem bestehenden Gebäude in der Ortsmitte von Fischbachau angedacht, dann ein Neubau im Kurpark. Auch der wurde wieder verworfen, als bekannt wurde, dass die Caritas sich aus Hundham zurück ziehen wird (wir berichteten). Vergangenen Freitag unterzeichnete Lechner den Kaufvertrag, das Gelände ist nun Gemeindeeigentum. Im dem Gebäude sollen ein Kindergarten und eine Krippe entstehen – allerdings erst für das Kindergartenjahr 2017/18.

Ab September hätte eine Übergangslösung herhalten sollen. „Wir hatten gehofft, dass wir das über organisatorische Kniffe lösen können“, sagt Lechner. Der Bürgermeister schlug vor, dass sich Familien einen Platz im Kindergarten teilen oder je ein Kind mehr pro Gruppe aufgenommen wird. Bei einer Zahl von 17 war aber schnell klar, dass das nicht die Lösung sein kann. Die Eltern waren sauer. „Wir sind wüst beschimpft worden“, berichtet Lechner. Das bestätigt auch Padeller. Persönlich oder am Telefon – die Familien machten ihrem Unmut Luft. „Viele haben gemerkt, dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind und sich dann entschuldigt“, erzählt der Gemeinderat.

Lechner kann die Aufregung verstehen. „Aber man kann normal mit uns reden, diesen Ton kann ich nicht nachvollziehen“, sagte er in der Sitzung, zu der rund 50 Zuhörer gekommen waren. Viele von ihnen wollten wohl wissen, wie es mit ihren Kindern ab September weitergehen soll. Die Lösung wurde ihnen prompt präsentiert, in der vorherigen Woche hatte es deshalb extra eine Krisensitzung gegeben.

Und das ist der neue Plan: Zwei Wohnungen der nun gekauften Caritas-Häuser sollen zu einem rund 100 Quadratmeter großen Kindergarten umfunktioniert werden. „Wir werden so schnell wie möglich die Einrichtung besorgen“, sagt Lechner. Noch fehlt aber das Okay vom Landratsamt. Bei einem Ortstermin in der kommenden Woche soll vor allem der Brandschutz unter die Lupe genommen werden.

Bewerbungen von Personal seien bereits da. Lechner ist zuversichtlich, dass sich die Lösung umsetzen lässt. Nur die Gemeinde selbst zieht den Kürzeren und muss tief in die Tasche greifen. „Für uns ist das hoffnungslos defizitär“, merkt der Rathauschef an. Die 17 Kinder brauchen aber eben einen Platz – und die Eltern mehr zahlen lassen, komme nicht in Frage. Das macht Lechner deutlich.

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