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Einst wurden hier Pizzen gebacken. Ab 2019 eröffnet an gleicher Stelle eine Kindertagespflege.

Und zwar schon 2019

„Absolutes Novum im Landkreis“ - Fischbachau will Großtagespflege für Kinder öffnen

Ab Anfang 2019 wird es in Fischbachau eine Großtagespflege für Kinder geben. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt nun mit 13:8 Stimmen.

Fischbachau – Inge Gaß-Naudts hatte allen Grund zum Jubeln. Glücklich verließ die Tagesmutter den Sitzungssaal des Gemeinderats im Fischbachauer Rathaus, denn ihre Hoffnungen haben sich erfüllt. Was der Bauausschuss schon einstimmig befürwortet hat, genehmigte nun auch der Gemeinderat mit 13:8 Stimmen: In Fischbachau wird 2019 eine Großtagespflege für Kinder entstehen.

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Wie berichtet, kümmern sich Gaß-Naudts und Kollege Hans-Jörg Rottmann bisher in einem Privathaus in der Siedlung im Rotmoos von 7 bis 19 Uhr um die Kinder. Das Problem ist allerdings, dass das Duo aus Fischbachau nur Verträge für acht Kinder abschließen und lediglich fünf Kinder zur gleichen Zeit betreuen darf. Mit der Kindertagespflege, die im Gebäude der ehemaligen Pizzeria Al Caminetto an der Birkensteinstraße eröffnen wird, ändert sich das: Verträge für 16 Kinder und die Betreuung von acht Kindern gleichzeitig sind hier möglich. Eigentümer Ingo Bauer bereitet jetzt den Mietvertrag mit der Großtagespflege vor, der eine Laufzeit von zehn Jahren, statt wie bisher angedacht drei Jahren, enthält.

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Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner zeigte auf der Gemeinderatssitzung auf, wie hoch die Kosten für die rund 180 Quadratmeter große Kindertagespflege sein werden, deren Umbau etwa 300 000 Euro verschlingt. Förderungsgelder in Höhe von 31 200 Euro müsste die Gemeinde pro Jahr für 16 Betreuungsverträge bezahlen – pro Kind also 1950 Euro. Da jedoch auch Bayrischzell an der Kindertagespflege interessiert ist, könnten sich die Kosten verlagern. „Wenn acht Kinder aus Fischbachau kämen und die anderen acht aus Bayrischzell, würden wir uns die Kosten im Verhältnis 50:50 aufteilen – jede Gemeinde zahlt in diesem Fall also 15 600 Euro“, berechnet der Bürgermeister. Von diesem Szenario geht Lechner allerdings nicht aus. „Ich denke, dass es nur zwei bis drei Kinder aus Bayrischzell sein werden, der Rest aus Fischbachau.“ Andere Gemeinden kämen bisher nicht infrage, „da sich sonst keiner an der Finanzierung beteiligt hat“.

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Zu den 31 200 Euro, die die Gemeinde aufgrund des Förderungswunsches bezahlt, kommt die Umlage des Landratsamts. Sechs Euro koste eine Betreuungsstunde in der Großtagespflege, wovon der Elternanteil bei 1,85 Euro liegt. „Die restlichen 4,15 Euro bezahlt das Landratsamt, holt sich davon jedoch die Hälfte, also 2,075 Euro, wieder von der Gemeinde“, erklärt der Rathaus-Chef. Da Gaß-Naudts mit 279 Wochenstunden rechnet, beläuft sich die für die Gemeinde zusätzlich zu zahlende Summe auf knapp 28 000 Euro.

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Für Eltern wäre die Großtagespflege laut Lechner rund 50 Euro pro Monat teurer als eine normale Kinderkrippe, was sich aber lohne: „Eltern bekommen in der Kindertagespflege Zeiten abgedeckt, die eine normale Kinderkrippe niemals abdecken könnte.“ Von 7 bis 19 Uhr können die Kleinen hier betreut werden. Außerdem sei das Konzept ein absolutes Novum im Landkreis. Lechner freut sich darauf, und sagt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Ich bin stolz auf meinen Gemeinderat, dass er sich dafür ausgesprochen hat.“

Von Philip Hamm

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