Aktion in Aurach: (v.l.) Wirte-Sprecher Hans Vogl, Martin und Katharina Mairhofer, Bürgermeister Johannes Lohwasser, Michaela Schmitz-Guggenbichler und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.
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Aktion in Aurach: (v.l.) Wirte-Sprecher Hans Vogl, Martin und Katharina Mairhofer, Bürgermeister Johannes Lohwasser, Michaela Schmitz-Guggenbichler und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

Aktion „Gedeckter Tisch“ auch im Landkreis

Gastronomen fordern Öffnungsperspektive

Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Gedeckter Tisch“ machten auch Gastwirte und Hoteliers im Landkreis am Montag auf ihre Situation aufmerksam. Sie fordern eine Öffnungsperspektive.

Landkreis ‒ Seit mittlerweile vier Monaten müssen die Betriebe nicht nur auf Einnahmen, sondern auch auf eine Hoffnung spendende Öffnungsperspektive verzichten. Mit ihrer Aktion forderten die Beschäftigten im Gastgewerbe diese nun ein. Auf öffentlichen Plätzen auch im Landkreis stellten sie gedeckte Tische und Betten auf, um auf den Ernst ihrer Lage hinzuweisen. „Wir fordern nicht, auf Teufel komm raus öffnen zu dürfen“, betont Hans Vogl, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis bei der zentralen Aktion in Aurach. „Uns geht es darum, als Gastwirte nicht in Vergessenheit zu geraten.“

Der Geschäftsführer des Landgasthofs Altwirt in Großhartpenning plädiert für klare Perspektiven: „Wenn wir wieder öffnen dürfen, um dann erneut schließen zu müssen, wäre das katastrophal.“ Um das zu verhindern, sieht er auch seine Kollegen in der Pflicht: „Wenn die Ersten einfach wieder anfangen, ihren Gästen zu erlauben, sich hinzusetzen, das geht nicht. Es sollte gelten: alle oder keiner.“ Viele Wirte seien seines Wissens nach bereit, mit der Öffnung zu warten, sollten die Inzidenz-Zahlen diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zulassen. „Wir waren die Ersten, die zugemacht haben, und werden die Letzten sein, die wieder aufmachen. Wir wollen dann aber auch auflassen können, sobald wir wieder öffnen.“

In Holzkirchen war ein Tisch beim Bistro Papst im Atrium gedeckt. Hinsetzen durfte sich hier allerdings niemand, derzeit ist den Gaststätten nur das To-go-Geschäft erlaubt.

Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer sieht das ähnlich: „Die Maßnahmen, die derzeit gelten, haben ihre Berechtigung und zeigen ihre Wirkung. Dennoch ist es wichtig, auch den Gastwirten eine Perspektive anzubieten.“ Bei der Aktion gehe es um die Sichtbarkeit einer Branche, die gerne übersehen werde. „Die Leute brauchen einen Plan, ein Ende der Hängepartie. Die Unsicherheit erzeugt nur Frustration und Angst.“ Vor allem sei es wichtig für die Betriebe im Landkreis, dass sie einen Vorlauf zur Öffnung bekämen, damit sie sich ausreichend vorbereiten können.

In Rottach-Egern standen Tisch und Bett öffentlichkeitswirksam im Kurpark. Aufgestellt hatten es die Kirschner Stuben gleich gegenüber.

„Wenn wir am Mittwoch gesagt bekommen, dass wir kommenden Montag wieder öffnen dürfen, dann hilft uns das überhaupt nicht“, stimmen Martin und Katharina Mairhofer, Wirtsleute des gleichnamigen Gasthofs in Aurach, dem Bürgermeister zu. Sie bräuchten Zeit, um sicherzustellen, dass ihr Personal noch verfügbar ist, müssten Waren ankaufen und den Gastraum und Außenbereich vorbereiten. „Innerhalb von einer Woche können wir einfach nicht reagieren. Wir brauchen Vorlauf und einen Plan, eine Perspektive, an der wir uns orientieren können“, fügt die Besitzerin des Landgasthofs Alte Bergmühle in Birkenstein, Michaela Schmitz-Guggenbichler, an.

„Alle anderen Branchen bekommen Öffnungsperspektiven – das sollte auch für das Gastgewerbe möglich sein“, findet Fischbachaus Bürgermeister Johannes Lohwasser. „Klar, niemand möchte in den Schuhen der Entscheider stecken. Aber die Leute brauchen Hoffnung.“

Moritz Hackl

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