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Der Klang der Berge: Die Weißngroana Tanzlmusik zeigt, wie sich echte Alpenländische Volksmusik anhört.

Vier Gruppen überzeugen bei den Oimsumma-Klängen

Den Almsommer ins Tal gezaubert

Hundham - Warum zum Almsommer hoch hinauf auf den Berg kraxeln, wenn er sich auch im Tal erleben lässt: Das war das Motto der zweiten Oimsumma-Klänge in Hundham. Das Publikum war begeistert.

Warum zum Almsommer hoch hinauf auf den Berg kraxeln, wenn er sich auch im Tal erleben lässt: Das dachte sich Michael Gartmaier aus Fischbachau und frischte das traditionelle Weinfest in Hundham mit einer musikalischen Veranstaltung auf: den Oimsumma Klängen. Rund 400 Besucher von Garmisch bis Traunstein flanierten am Freitagabend über den roten Teppich in die Saliter-Schupf. Nach der erfolgreichen Premiere der vom Trachtenverein Schwarzenberg-Elbach organisierten Oimsumma-Klänge im Vorjahr war auch die zweite Auflage ein gelungenes Fest.

„Weinfeste gibt es ja viele. Da reicht es nicht aus, nur ein paar Bierbänke hinzuschnalzen“, erklärte Gartmaier und blickte sich im festlich dekorierten Stadl um. Seine Idee, die Stimmung einer alpinen Alm einzufangen, zeigte sich überall: Heukörbe hingen neben Kuhglocken und hölzernen Wagenrädern an der Wand. Weinreben rankten sich unter der Decke, umrahmt vom Blätterwerk aufgestellter Birken, auf dem Boden ein Pfad aus Holzpellets. Wer tief einatmete, fühlte sich wie draußen in der Natur. Damit nicht genug: Gartmaier hatte auch die Landschaft des Leitzachtals mit seiner Kamera eingefangen. Auf zahlreichen Plakaten thronten markante Punkte wie Wendelstein, Leitzach oder Breitenstein. Rau, wild und doch romantisch – eben wie der Almsommer.

Doch die Gäste waren in erster Linie nicht wegen der Dekoration, sondern wegen der Musik zu den Oimsumma-Klängen gekommen. Auch dafür war gesorgt. Vier Volksmusikgruppen hatte Klaus Greinsberger von der Musikkapelle Elbach eingeladen: die Weißngroana, das Duo Hierl-Dicker sowie die Wabach- und die Schöttlkarspitz-Musi. Sie alle versammelten sich auf der mehrstufig aufgebauten Bühne und spielten dort abwechselnd auf.

Den Auftakt markierten die sechs Musiker der Weißn-groana Tanzlmusik. Darunter auch Sprecher und BR-Moderator Andreas Estner aus Fischbachau, der zwischendurch mit ernsthaften, aber auch launigen Geschichten rund um das Almleben die Zuhörer zum Nachdenken und Lachen brachte. „Willkommen auf der Saliter Alm“, begrüßte Estner das Publikum. Das Wort Alm bezeichne Bergweiden im 1200 Kilometer langen Gebirgszug der Alpen, erklärte er. „Und wir sind ein Teil davon.“ Im Leitzachtal habe die Almwirtschaft eine 1000 Jahre alte Tradition.

Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse der verschiedenen Alpentäler ließen die Musiker auf dem Podium erklingen. Da waren zum Beispiel das Duo Gabi Dicker und Norbert Hierl und die Wabach-Musi aus dem Chiemgau, die bei einem Marsch dem Kontrabass exotische Klänge entlockten. So mancher Zuhörer fühlte sich dabei an das Blasinstrument Didgeridoo der australischen Ureinwohner erinnert. Auch die Schöttlkarspitz-Musi aus dem Karwendel erweckte längst vergangene Zeiten zum Leben. Mit Ziach, Gitarre, Klarinette und Kontrabass überraschten sie durch einen Wechsel aus bairischen und mittelalterlichen Klängen.

Bei all der Vielfalt, die die Musiker aus den verschiedenen Alpentälern an diesem Abend zum Besten gaben, einte sie doch eines: die Liebe zur alpenländischen Volksmusik, die Estner wie folgt charakterisierte: „Sie ist nie dumpf, schwer oder krachad, sondern immer leicht, bsundas, ein bissal rassig und in den Liedern oiwei poetisch.“ Genauso malerisch wie der Sommer auf der Alm, hoch oben über dem Leitzachtal.

Von Daniel Wegscheider

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