Per Seilwinde rettete die Besatzung des Polizeihubschraubers Edelweiß 3 die beiden Frauen. Dabei wurden die Kräfte von Unbekannten mittels eines Lasers geblendet.
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Per Seilwinde rettete die Besatzung des Polizeihubschraubers Edelweiß 3 die beiden Frauen. Dabei wurden die Kräfte von Unbekannten mittels eines Lasers geblendet.

Dramatischer Einsatz bei Fischbachau

Heli-Pilot bei Rettungseinsatz von Laser geblendet: Kripo geht Hinweisen nach

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Zwei Wanderinnen mussten mit dem Hubschrauber vom Breitenstein gerettet werden. Dabei wurde der Heli-Pilot offenbar von einem Laser geblendet. Die Kripo geht Hinweisen nach.

Update, 30. März, 14.30 Uhr: Kripo ermittelt wegen Laserlicht

Die Hubschrauberrettung von zwei Wanderinnen am Breitenstein beschäftigt nun die Kriminalpolizei. Mit dem Einsatz selbst haben die Ermittlungen eigentlich nichts zu tun. Vielmehr geht es um das Laserlicht, das das Helikopterteam beim anspruchsvollen Schwebeflug während der Seilwindenbergung geblendet und damit wohl abgelenkt hat.

Ob dieser Straftatbestand tatsächlich gegeben ist, ermittelt nun die Kripo Rosenheim, teilt Carolin Englert, Pressesprecherin beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Darüber hinaus gehen die Beamten mehreren Hinweisen von Zeugen nach, die eine Quelle des Laserlichts ausgemacht haben wollen. Ob es dabei schon einen oder mehrere Verdächtige gibt, wollte Englert am Dienstag nicht kommentieren. Sobald die Ermittlungen Fortschritte machen, will die Polizei aber die Öffentlichkeit davon in Kenntnis setzen.

Ursprünglicher Artikel, 29. März, 12 Uhr:

Fischbachau - Eigentlich genügt ein Blick von Weitem, um zu erkennen, dass am Wendelstein noch tiefster Winter herrscht. Dennoch machten sich zwei Frauen aus Dachau am Sonntag, 28. März, zu einer Wanderung von Birkenstein zum Gipfel auf. Beim Abstieg allerdings verstiegen sie sich so sehr, dass der Hubschrauber ausrücken musste, um sie zu retten.

Wie die Bergwacht Bad Feilnbach berichtet, entschieden sich die Wanderinnen (38 und 41 Jahre alt), auf einer anderen Route abzusteigen. Da jedoch der Sommerweg zur Kesselalm wegen des tiefen Schnees nicht begehbar war, wichen die Frauen zunächst in Richtung Jenbachtal und Bad Feilnbach aus. Ihr Ziel, auf halber Höhe an der Südseite des Breitensteins vorbei zurück nach Birkenstein zu gelangen, zerschlug sich jedoch im unwegsamen Steilgelände auf der Nordflanke des markanten Bergs. Nachdem eine der beiden Frauen mehrere Meter abgerutscht war, verständigten sie gegen 19.30 Uhr die Bergwacht.

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Glücklicherweise war die Handyortung sehr präzise, sodass die Retter schnell den genauen Standort der Wanderinnen feststellen konnten. Zwei Bodenmannschaften der Feilnbacher Bereitschaft mit insgesamt 20 Kräften machten sich mit Skitourenausrüstung von zwei Seiten auf den Weg. Die Bergwacht Hausham rückte mit ihrem Technikbus an, um die Suche mit einer Drohne samt Wärmebildkamera zu unterstützen. Gegen 21 Uhr flog dann der Polizeihubschrauber Edelweiß 3 zum Einsatzort, um die Wanderinnen mit der Seilwinde aufzunehmen.

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Dabei kam es jedoch zu unschönen Komplikationen, teilt die Bergwacht mit. Ausgerechnet beim heikelsten Manöver, dem Absetzen der Einsatzkräfte an der Unglücksstelle, das dem Piloten höchste Konzentration abverlangt, wurde dieser von einem starken blauen Laser geblendet. Die Besatzung vermutet, dass die Lichtquelle sogar im Raum Bad Aibling oder Kolbermoor gelegen haben könnte.

Letztlich ging dann aber alles gut und gegen 22 Uhr war der Einsatz erfolgreich abgeschlossen.

sg

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