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Aus enttäuschter Liebe Autos attackiert: Fischbachauer (29) auf der Anklagebank

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Ein Autoreifen auf Herbstlaub
Mehrere Autoreifen hat der Angeklagte zerstochen (Symbolfoto). © Jochen Tack/Imago

Er klaute Kennzeichen und zerstach Reifen: Mehrere Autos aus dem Umfeld seiner Ex-Freundin hat ein Fischbachauer (29) attackiert. Der Grund: enttäuschte Liebe.

Miesbach/Fischbachau – Seiner Ex so richtig eins auswischen – das wollte ein 29-Jähriger aus Fischbachau. Doch nicht nur seiner ehemaligen Freundin fügte er Schaden zu, sondern fast der ganzen Familie der jungen Frau. Wieder und wieder soll der Fischbachauer sich an den Fahrzeugen der Familie zu schaffen gemacht haben. Auch eine Frau, die mit der Familie nichts zu tun hat, erlebte ihr blaues Wunder, als sie eines Morgens ihr Auto genauer betrachtete. Vor dem Miesbacher Amtsgericht bekam der 29-Jährige dafür nun die Quittung. Auf der Anklagebank war er gelandet, weil er Einspruch gegen einen bereits ausgesprochenen Strafbefehl eingelegt hatte.

Racheakte gegen Ex-Freundin und ihre Familie

Vierfachen Diebstahl und Sachbeschädigung in fünf Fällen legte ihm die Staatsanwaltschaft zu Last. Insgesamt soll es sechs Tatzeitpunkte gegeben haben, alle datieren aus dem Jahr 2021. Im März habe der Fischbachauer bei vier Fahrzeugen der in Miesbach wohnhaften Familie die Kennzeichen abgeschraubt und mitgenommen. Zwei Monate später soll er bei einem anderen Familienmitglied in Schliersee er die Nummernschilder von zwei weiteren Autos abgenommen haben. Im August soll der Angeklagte dann in Schliersee alle vier Autoreifen am gemeinsamen Pkw seiner Ex und deren Ehemann zerstochen haben. Gleiches wird ihm auch bei einem anderen Fahrzeug der Familie in Miesbach vorgeworfen. Auch eine Arbeitskollegin, mit der der Fischbachauer einen Streit hatte, erwischte es. Hier soll er sämtliche Reifen ihres Opels zerstört haben. Zu guter Letzt soll er auf dem neuen Anwesen seiner Ex-Freundin in Hausham weitere Kennzeichen aus einem Anhänger geklaut haben.

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Am Prozesstag präsentierte sich der Fischbachauer äußerst selbstsicher. Immerhin räumte er den ersten Tatvorwurf vom März 2021 ein. „Der Rest wird bestritten, Fragen beantwortet er keine“, erklärte sein Anwalt, Martin Scharr. Die Rechnung machte der Fischbachauer dabei aber ohne einen Beamten (51) der Miesbacher Polizei. „Der Angeklagte und seine Ex-Freundin waren vier Jahre lang ein Paar“, erzählte der Polizist. Er habe sich ein Kind mit ihr gewünscht. Doch dann kam die Trennung. „Im März 2021 hat er sie dann mal wieder gesehen. Da war sie schwanger, aber von einem anderen Mann“, schilderte der 51-Jährige von den Ermittlungsergebnissen. Just zu diesem Zeitpunkt hätten die Taten angefangen. Kein Zufall, wie sich zwei Monate später herausstellte. Die Arbeit der von der Polizei eingesetzten Spurensicherung trug Früchte. Auf einem Fahrzeug wurden 17 DNA-Spuren gefunden - alle stimmten mit dem Angeklagten überein.

Durchsuchungsbefehl führt zu Tatwaffe

Als im August bei der Familie erneut Reifen zerstochen und Nummernschilder geklaut wurden, erwirkten die Ermittler einen Durchsuchungsbefehl gegen den Tatverdächtigen. „In seinem Auto haben wir einen Kreuzschraubenzieher gefunden“, erklärte der Polizist. Die Tatwaffe.

Fragen blieben bei Amtsrichter Walter Leitner angesichts der detaillierten Schilderungen des Polizisten keine mehr. Es laufe alles auf den 29-Jährigen als Täter hinaus, so der Richter. Eine Handvoll Zeugen wartete noch vor dem Sitzungssaal. „Wenn es eine Verurteilung gibt, nachdem die Zeugen erzählt haben, was alles an den Autos kaputt war, dann wird die Strafe deutlich höher als im ersten Strafbefehl“, warnte Leitner. Daraufhin dauerte es keine halbe Minute, da schnappte sich Scharr seinen Mandanten, ging mit ihm vor die Tür des Gerichtssaals und besprach das weitere Vorgehen.

Nachdem die beiden wenige Minuten später wieder eintraten, ließ der Verteidiger verlauten: „Der Einspruch wird zurückgezogen.“ Ein Geständnis des zum Ende der Verhandlung noch immer schmunzelnden Angeklagten gab es aber nicht.

hph

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