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Auch zum Schneeräumen taugt ein Radlader (Symbolfoto).

„Dem ziehe ich die Ohren bis zum neuen Radlader lang“

Neuer Radlader: Bürgermeister sauer über Kommunikationspanne beim Bauhof

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Der Bauhof braucht einen neuen Radlader. Das war unstrittig im Fischbachauer Gemeinderat. Ärger gab‘s dafür wegen einer Kommunikationspanne im Rathaus.

Fischbachau – Wendehals oder nicht? Die Meinung von Bauhofleiter und Bürgermeister zum neuen Radlader für die Gemeinde Fischbachau war klar: 30 000 Euro Aufpreis für einen um 180 Grad schwenkbaren Arm sind zu viel. „Darauf können wir verzichten“, sagte Rathauschef Josef Lechner kürzlich im Gemeinderat. Alois Gasteiger (FaB) hatte aber eine andere Strömung vernommen. Ein Bauhofmitarbeiter habe ihm gesagt, dass ein Schwenklader besser sei. „Da kann man sämtliche Anbauteile weiterverwenden“, gab Gasteiger die Aussage weiter.

Lechner reagierte sichtlich verärgert. Weniger wegen des Arguments an sich, sondern vielmehr wegen der Art und Weise, wie dieses weitergegeben wurde. „Da ist jemand an seinem direkten Vorgesetzten vorbeigegangen“, wetterte Lechner. Und kündigte umgehend Konsequenzen an: „Da raucht es noch gewaltig“, warnte der Rathauschef den Verursacher der Kommunikationspanne.

Dann aber gewannen wieder die Fakten die Oberhand. Bauhof-Chef Werner Zehetmeier erklärte, warum ein Schwenklader trotz der vorhandenen Anbauteile aus fachlicher Sicht keine Option sei. So sei das Zubehör bereits gute 20 Jahre alt und entsprechend verschlissen. „Da wird die TÜV-Abnahme schwierig.“ Lechner warnte zudem vor den Reparaturkosten wegen der aufwendigen Technik. Beim alten Radlader wären über die Zeit rund 78 000 Euro aufgelaufen.

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Das Altfahrzeug ist auch der Grund, warum der Bauhof überhaupt über eine Neuanschaffung nachdenken muss. Wegen eines Hydraulikschadens habe man die Maschine notdürftig für 2300 Euro instandgesetzt. Eine fachgerechte Reparatur würde aber gut 22 500 Euro kosten. Unter Berücksichtigung des Alters von 19 Jahren und der Laufleistung von 9600 Stunden sei so eine Ausgabe nicht mehr zu rechtfertigen, betonte Lechner.

Die Verwaltung empfehle deshalb, einen neuen Radlader der Firma Kramer zum Preis von rund 86 000 Euro anzuschaffen. Als Schnellläufer schaffe dieser bis zu 40 Stundenkilometer und könne damit auch auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Das alte Fahrzeug könne im Außenlager in Wörnsmühl verbleiben und dort weiter eingesetzt werden. Die Gemeinderäte folgten dem Vorschlag zum Kauf einstimmig. Ein Leasing sei ohnehin keine Option, fand Lechner. Dies sei steuerlich nicht attraktiv und die Vermittler würden ihr Geld verdienen.

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Auch das Angebot eines anderen Herstellers, das Hans Seemüller (FWG) noch an Zehetmeier geschickt hatte, wäre nicht wesentlich besser gewesen, erklärte der Bauhof-Chef. Preislich würden sich die Hersteller nicht groß unterscheiden. „Das ist mehr eine Philosophiefrage wie im Autobereich zwischen BMW, Audi und Mercedes“, meinte Zehetmeier.

Kein Verständnis hatte Lechner für Seemüllers Argument, dass es doch legitim sei, wenn Mitarbeiter eigene Wünsche äußern würden. „Dann sollen sie bitte erst zum hausinternen Entscheider gehen“, stellte der Bürgermeister aber sehr deutlich klar.

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