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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Arno Beugel (vorne l.), Betriebsleiter der BRB, stand den Bürgern beim Meinungsaustausch im Hammerwirt zum Thema Bahn Rede und Antwort. Geladen hatte die Gemeinde Fischbachau.
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Zum Gespräch bereit: Arno Beugel (vorne l.), Betriebsleiter der BRB, stand den Bürgern beim Meinungsaustausch zum Thema Bahn Rede und Antwort. Geladen hatte die Gemeinde Fischbachau.

Bayerische Regiobahn sucht Dialog mit Bürgern

Fischbachau will Zug-Lärm stoppen

  • vonJonas Napiletzki
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Die Lint-Züge der BRB stehen weiterhin wegen des Lärms in der Kritik. Das Rathaus Fischbachau lud zu einem Bürger-Dialog ein. Zutage kamen Emotionen und konkrete Lösungsansätze.

  • Anwohner der Bahngleise in Fischbachau fordern eine Verringerung der Geräuschemissionen der neuen BRB-Züge
  • In einem öffentlichen Meinungsaustausch machten Bürger ihrem Ärger Luft und suchten nach pragmatischen Lösungen
  • Bürgermeister Johannes Lohwasser will Bahnübergänge schließen, sichern oder privatisieren - die BRB verspricht Nachbesserung im erlaubten Rahmen

Fischbachau – Arno Beugel, Betriebsleiter der BRB, war gekommen, um Frieden zu stiften. „Wir wollen ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern – Sie sind ja auch unsere Kunden.“ Offene Türen rannte der BRB-Manager damit nicht ein. Im Gegenteil: Viele der rund 30 Bürger, die zum Meinungsaustausch in den Hammerwirt gekommen waren, reagierten mit Spott auf die Bemühungen. Pfiffe gingen durch die Reihen. Bürger, die ihrem Ärger Luft machten, belohnte die Menge mit Applaus.

Bürgermeister Johannes Lohwasser bemühte sich um Diplomatie

Diese Entwicklung hatte Bürgermeister Johannes Lohwasser zu Beginn zu vermeiden versucht. Ausführlich berichtete der Fischbachauer Rathauschef über die Ergebnisse des Runden Tischs, zu dem Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kürzlich eingeladen hatte (wir berichteten). Lohwasser: „Aus dieser Sitzung habe ich mitgenommen, dass es Probleme mit der Geräuschemission und der Barrierefreiheit gibt.“ Aber auch: „Es befinden sich alle Werte innerhalb der Norm – wenn auch am äußeren Rand.“ Die neuen Lint-Züge würden zudem 90 Prozent weniger Schadstoffe freisetzen. „Der Pfeifton an den Türen wurde seit dem Runden Tisch Ende September von 75 auf 70 Dezibel (dB) reduziert“, sagte Lohwasser. Mittels einer Schraubdrossel sei auch das Pfeifen an den Bahnübergängen bereits um 5 dB gesunken – von 106 auf 101 dB. Aus Sicht der Bürger wenig beeindruckende Zahlen, wie sie mit Gelächter zu verstehen gaben.

„Auch das Quietschen in Kurven und beim Bremsen soll besser werden“, sagte Lohwasser. Schmiermittel seien im Gespräch – ebenso wie eine Ausnahmegenehmigung, um beim Pfeifen von der EU-Norm abweichen zu dürfen. Letzteres könnte laut dem Bürgermeister in einer Erholungsregion ohne Güterverkehr eine Option sein. „Selbst wenn das klappt, dauert es aber sicher lange.“

Die Probleme

Als „geschäfts- und gesundheitsschädigend“ betitelte eine Anwohnerin die neuen Lint-Züge. Der drei Sekunden lange Pfeifton führe dazu, dass sich Ferienwohnungen nicht mehr vermieten lassen. Andere Bürger berichteten, die Vögel hätten sich aus ihren Gärten zurückgezogen und Kinder seien verängstigt. Beugels Verweis auf die Vorschriften kommentierte eine Anwohnerin: „Ich kann das Geplapper nicht mehr hören.“ Nach anschließender Ermahnung durch Lohwasser nahm die Diskussion eine konstruktive Wende.

„Es ist nicht immer die Bahn schuld“, gab eine Anwohnerin der Auwiesstraße zu bedenken. Publikumsstimmen fragten nach einer Norm zum Schutz der Anwohner, ähnlich wie an Flughäfen.

Mögliche Lösungen

Nach dem Meinungsaustausch diskutierten die Anwesenden verschiedene Möglichkeiten, um den Pfeifton zu umgehen. Lohwasser: „Möglich wäre eine Schließung von drei bis vier Bahnübergängen in der Gemeinde.“ Gerald Thienel, gelernter Signalingenieur, schlug vor: „Kleinere Übergänge könnte man privatisieren.“ Grundbesitzer könnten einen Schlagbaum mit Vorhängeschloss erhalten – ein Pfeifen wäre dort nicht mehr nötig. Die Bahnhofstraße biete genügend Platz für eine Beschrankungsanlage. Beugel ergänzte: „Auch bei mit Ampeln oder Halbschranken gesicherten Übergängen dürfen Zugführer auf das Pfeifen verzichten.“

Lohwasser beschloss die Diskussion mit dem Versprechen, sich bei der Deutschen Bahn um mehr gesicherte Bahnübergänge zu bemühen. „In einem zweiten Schritt prüfen wir mögliche private Übergänge.“ Insgesamt müsse man sich auf einen langen Prozess einstellen. Lohwasser betonte: „An kurzfristigen Verbesserungen arbeitet die BRB bereits.“

Beugel erntete Applaus und Dank für sein Erscheinen. Die eiserne Miene, mit der der Betriebsleiter dem zwischenzeitlichen Unmut der Bürger entgegentrat, weichte mit der konstruktiven Debatte zunehmend auf. „Wir experimentieren weiter mit Dämpfern zur Lärmreduktion“, versprach der Bahn-Manager.

Lesen Sie auch, was frühere Gespräche der Gemeinde Fischbachau mit der Deutschen Bahn ergaben.

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