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Wahl in Fischbachau: CSU-Ortsverband nominiert Kandidaten fürs Bürgermeisteramt

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Von: Jonas Napiletzki

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„Wie das Schicksal so spielt“: Stefan Deingruber (am Rednerpult) hatte noch vor zwei Monaten selbst nicht mit damit gerechnet, Bürgermeisterkandidat zu werden. Nun hat ihn die CSU als den ihren nominiert.
„Wie das Schicksal so spielt“: Stefan Deingruber (am Rednerpult) hatte noch vor zwei Monaten selbst nicht mit damit gerechnet, Bürgermeisterkandidat zu werden. Nun hat ihn die CSU als den ihren nominiert. © Steffen Gerber

Der CSU-Ortsverband in Fischbachau hat einstimmig seinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl Mitte März nominiert. Der 55-Jährige stand vor 21 Jahren schon einmal zur Wahl.

Fischbachau – Stefan Deingruber ist vorbereitet – obwohl alles so unerwartet kam. Als der 55-Jährige am Freitag im Fischbachauer Rathaus vors Rednerpult tritt, erklärt er: „Wenn mir vor zwei Monaten jemand gesagt hätte, dass ich heute hier stehe – ich hätt’s nicht geglaubt.“ Und doch wirbt er an diesem Abend für seine Nominierung als Bürgermeister-Kandidat. Erfolgreich: Die knapp 20 anwesenden CSU-Mitglieder entscheiden sich einstimmig für den Verwaltungsfachwirt.

Zuvor lässt der Mann, der seit über 13 Jahren das Bauamt am Miesbacher Landratsamt leitet, keinen Zweifel an seinem Ehrgeiz: „Ich bin hoch motiviert.“ Er bringe alle Grundvoraussetzungen für das Bürgermeisteramt mit.

Deingruber war 16 Jahre lang im CSU-Ortsverband

Als gebürtiger Fischbachauer war Deingruber von 1999 bis 2015 Mitglied des CSU-Ortsverbands. „14 Jahre als stellvertretender Vorsitzender, zwei Jahre als Beisitzer.“ Vorher noch – ab 1990 – habe er in der Fischbachauer Gemeindeverwaltung gearbeitet. Erst im Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, später als Bauamtsleiter. Zwischen Gemeindeverwaltung und Landratsamt war Deingruber in Gmund ab dem Jahr 2000 Bundeswahlkreis-Geschäftsführer der CSU.

Auch wegen der Familie habe er sich 2008 auf die Stelle am Landratsamt beworben. Mittlerweile sind sein 26-jähriger Sohn und seine 24-jährige Tochter aus dem Haus.

Nach Fischbachau zurück wollte Deingruber, der noch in Flintsbach im Kreis Rosenheim wohnt, ohnehin. „Der Mietvertrag ist schon unterschrieben.“ Danach habe das Telefon nicht mehr stillgestanden. „Ich soll kandidieren“, hätten ihn Anrufer gebeten. Weil er nicht zulassen könne, dass Fischbachau keinen Kandidaten finde, sei seine Entscheidung gefallen.

Michael Gartmaier, CSU-Fraktionssprecher im Gemeinderat, hatte sich neben Josef Obermaier bereits 2020 um die Nominierung bemüht, unterlag dem parteiinternen Gegenkandidaten aber knapp.

Nachdem Obermaier dem zurückgetretenen Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) anschließend in der Bürgermeisterwahl unterlag, hatten nun viele erneut mit Gartmaier gerechnet. Aber: „Michi fühlt sich nicht gewachsen, dieses Amt voll auszufüllen“, erklärt CSU-Ortsvorsitzender Martin Lidschreiber. Gartmaier selbst hatte sich am Freitag entschuldigen lassen.

Vor 21 Jahren hatte Deingruber schon einmal kandidiert

Deingruber ist für Fischbachau jedoch ebenfalls nicht neu: Bereits im Jahr 2000 stand er als CSU-Bürgermeisterkandidat zur Wahl – unterlag jedoch Franz Sellmayr (SPD) mit 39,5 zu 60,5 Prozent. Schon damals hatte Deingruber eine erneute Kandidatur nicht ausgeschlossen.

Nun will er „gemeinsam anpacken“. Ganz oben auf seiner Agenda sieht er den Hochwasserschutz. „Sollte ich Bürgermeister werden, wird’s mir nicht langweilig.“ Er könne Personalverantwortung übernehmen, mit Geld umgehen, bringe politische Erfahrung, Empathie und Sozialkompetenz mit. „Ich bin harmoniebedürftig“, sagt Deingruber, „kann aber auch Konflikte bewältigen.“

Mitte März wird der 55-Jährige auf dem Stimmzetteln zur Wahl stehen. Lidschreiber betont: „Wir können uns für das Anforderungsprofil keinen besseren Kandidaten vorstellen.“ Und: „Ich zweifle nicht daran, dass er es wird.“

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