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Der Kandidat und sein Team: Josef Obermaier (vorne M.) hat sich bei der Wahl zum Bürgermeisterkandidat gegen Michael Gartmaier (l.) durchgesetzt. Das Foto zeigt die beiden mit den Listenkandidaten für den Gemeinderat.

Herausforderer Michael Gartmaier holt 45,9 Prozent der Stimmen

Knappes Votum: CSU Fischbachau nominiert Josef Obermaier zum Bürgermeisterkandidat

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Der Ortsvorsitzende hat sich durchgesetzt - aber knapp. Mit 54,1 Prozent der Stimmen hat die CSU Fischbachau Josef Obermaier zum Bürgermeisterkandidat gekürt. 

Elbach - Zwei aufgeregte Kandidaten, mehrfaches Auszählen, dann das gespannte Warten auf die Bekanntgabe des Ergebnisses: Szenen einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt haben sich am Donnerstagabend im Saal des Gasthof Sonnenkaiser in Elbach abgespielt. Doch zumindest was die Partei anbelangt, waren sich hier alle einig: Fischbachau braucht auch in Zukunft einen CSU-Bürgermeister. Über die dafür geeignete Person gingen die Meinungen aber auseinander. Wenig überraschend bei gleich zwei Bewerbern aus den eigenen Reihen.

Wie berichtet, hatte Gemeinderatsmitglied Michael Gartmaier (32) wenige Tage vor der Nominierungsversammlung überraschend bekannt gegeben, gegen Orts- und Fraktionsvorsitzenden Josef Obermaier anzutreten. Trotz der kurzen Zeit ist es ihm dabei offenbar gelungen, viele Mitglieder auf seine Seite zu ziehen. 45,9 Prozent der 74 anwesenden Wahlberechtigten gaben dem jungen Herausforderer am Ende ihre Stimme – und verwehrten Obermaier (54,1 Prozent) damit das, was dieser sich in seiner Vorstellungsrede gewünscht hatte: „ein starkes und eindeutiges Votum für meine Person“.

Gleich zu Beginn machte der Vorsitzende deutlich, dass sich der Ortsverband durch die Kampfkandidatur in einer außergewöhnlichen Lage befinde. Das habe sich auch bei den Bürgern herumgesprochen – Gerüchte inklusive. Denen widersprach Obermaier klar: „Es gibt keinen Streit und auch keine Zerwürfnisse. Sehen wir’s einfach positiv, dass wir zwei Kandidaten haben.“

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Bürgermeister Josef Lechner bezeichnete diese Situation gar als „Luxus“. Mit ihrem offenen Umgang habe die CSU Fischbachau ein Zeichen für innerparteiliche Demokratie gesetzt. „Wir sind kein Amigo-Stammtisch“, betonte Lechner. Der Amtsinhaber selbst schlug seinen Ortsvorsitzenden als geeigneteren Kandidaten vor. Dies begründete er vor allem mit dessen Lebens- und Berufserfahrung. Er selbst habe in seinen 13 Jahren als Bürgermeister festgestellt, so Lechner, wie wichtig dieses „Standing“ sei.

Darauf baute auch Obermaier seine Bewerbungsrede auf. In einer Powerpoint-Präsentation gab der Zuchtwart und Leiter des Reiterhofs in Rossruck einen Überblick über seinen Lebenslauf, vor allem aber über die laufenden Projekte in der Gemeinde. Beim Zuhören wähnte sich mancher fast wie bei einer Bürgerversammlung mit langjährigem Amtsinhaber auf dem Podium. „Ich habe großen Respekt vor dem Amt und möchte es mit Ehrlichkeit, Fleiß, Bodenständigkeit und Lebenserfahrung bestmöglich ausfüllen“, sagte Obermaier.

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Deutlich lockerer, aber nicht minder motiviert gab sich der Herausforderer. „Ich bin voller Elan und Tatendrang und setze mich mit Herzblut für unser schönes Leitzachtal ein“, warb Gartmaier. Seit frühester Kindheit sei er im Dorf unterwegs und habe sich über seine zahlreichen Vereinsaktivitäten zu einem „Mittler zwischen Jung und Alt“ entwickelt. Als Bürgermeister werde er sich dafür einsetzen, dass die Gemeinde nicht das gleiche Schicksal erleide wie das Schlierach- und Tegernseer Tal und zu einem „Freizeitpark der Münchner“ verkomme. Gestenreich und mit eindringlicher Stimme gab der Betriebswirt nicht weniger als eine Liebeserklärung an das Leitzachtal ab.

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Als Wahlleiter und CSU-Landratskandidat Olaf von Löwis dann das Ergebnis verkündete, blieb echter Siegesjubel ob des knappen Ausgangs aus. Erleichtert, aber nicht überschwänglich nahm Obermaier die Wahl an. „Das Ergebnis wird mich antreiben, eure Erwartungen zu erfüllen“, sagte er. Gartmaier gratulierte fair und versprach, sich im Gemeinderat weiter für die Anliegen der Bürger einzusetzen. Listenkandidat und Kirchstiegl-Wirt Martin Lidschreiber, der Gartmaier vorgeschlagen hatte, schloss mit einem eindeutigen Plädoyer an alle Mitglieder: „Ich erwarte von jedem, unseren soeben gewählten Kandidaten zu unterstützen.“

Grämen müsse sich ohnehin niemand, hatte Lechner schon vor der Wahl betont: Obermaier sei der richtige Mann für die Gegenwart, Gartmaier für die Zukunft.

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