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Gut gelaunt: Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (r.) und sein Stellvertreter Andreas Auracher vor Beginn der Bürgerversammlung der Gemeinde.

„Ich will aufhören, solange es noch jemand schade findet.“

Bürgerversammlung Fischbachau: Josef Lechner brieft Nachfolger

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Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner hat auf seiner letzten Bürgerversammlung im Amt Bilanz seiner Arbeit gezogen. Ein paar Tipps für seine Nachfolger hatte er auch parat.

Fischbachau – Am Ende wurde Josef Lechner emotional. „Es war eine wunderbare Aufgabe“, sagte Fischbachaus Bürgermeister mit brüchiger Stimme zum Abschluss der Bürgerversammlung im Klostersaal. „Ich möchte keinen Tag missen.“ Aber: „Ich will aufhören, solange es noch jemand schade findet.“

Zuvor hatte Lechner, der bei der Kommunalwahl 2020 nach zwölf Jahren als Bürgermeister nicht mehr zur Wiederwahl antritt, Bilanz seiner Amtszeit gezogen. Er sprach über Veränderungen, Erfolge und anstehende Aufgaben. „Dann wisst ihr, was auf euch zukommt“, sagte er zu den Bürgern und den drei Kandidaten für seine Nachfolge, die alle im Publikum saßen.

Schulen und Kitas

Eine gute Nachricht für die Fischbachauer: „So viele Kinder, dass in Fischbachau die Kitas knapp werden, können gar nicht produziert werden“, sagte Lechner und scherzte: „Es sei denn, es fällt der Strom aus. Dann könnte es eng werden.“ Auch um die Grundschule „brauchen wir uns keine Gedanken zu machen“. Die Jahrgänge seien teilweise wieder dreizügig, das Haus in gutem Zustand. Werde es zu eng, könnte die Grundschule die vierten Klassen in das Gebäude der Mittelschule auslagern.

Bei dieser ist die Lage schwieriger. Weil weniger Schüler von der Grundschule in die Mittelschule wechseln, hat diese seit 2007 knapp ein Drittel der Schüler verloren. Die Gemeinde müsse die Schule am Ort halten, denn sie sei ein wichtiges Standortkriterium.

Tourismus

Lechner riet den Fischbachauern: „Kümmert euch um den sanften Tourismus!“ Seit 2007 habe der Ort pro Jahr im Schnitt zwei Millionen in den Tourismus investiert. Das habe den Unternehmen im gleichen Zeitraum rund 350 Millionen Euro Umsatz gebracht. „Wirtschaftsförderung par excellence.“

Ebenfalls stolz war er auf die Entwicklung der Besucherzahlen. Die Übernachtungen seien stärker gewachsen als im Schnitt der Alpenregion Tegernsee-Schliersee. „Wir können nicht so falsch unterwegs sein.“

Lesen Sie auch: Bürgerversammlung: Das hat die Gemeinde Fischbachau vor

Herausforderungen

Lechner klickt weiter. Die nächste Folie: Der Wahlkampf-Flyer seiner ersten Kandidatur. „Damals noch mit mehr Haaren und weniger grau.“ Hinter seine Versprechen von damals – Bürger beteiligen, Finanzen und Gebäude sanieren, Jugend- und Seniorenarbeit fördern – „habe ich mir erlaubt, ein paar grüne Hackerl zu setzen“. Botschaft: Fischbachau ist gut aufgestellt.

Dennoch bleiben Herausforderungen. Allen voran der Verkehr. „Wir müssen alles tun, um die Leute auf die Schiene zu bekommen.“ Dafür müsse der neue Bürgermeister den letzten Kilometer klären. Wie kommen die Menschen vom Bahnhof ins Winklstüberl oder insWarmfreibad? Nur wenn es dafür Angebote gebe, würden die Menschen auf das Auto verzichten.

Lechners Zukunft

Zum Abschluss stellte Lechner seine Zukunftspläne vor. Bis Januar will er den neuen Haushalt der Gemeinde aufstellen. „Eine Herzensangelegenheit.“ Danach werde er Urlaub abbauen. Was am Ende übrig ist, lässt er sich auszahlen. Seine Pflichten will er weiter wahrnehmen.

Lechner klickt. Die letzte Folie. „Morgen kann kommen“, steht da. Lechner betont: „Es war keine Eine-Mann-Show.“ Die Entwicklung sei der Erfolg des Gemeinderats und der Fischbachauer. „Jeder bekommt die Bürger, die er verdient. Wir haben gute“, sagt er. „Besten Dank. Pfiads Euch.“

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