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Wenn Fans zu Drehbuchautoren werden: „Dahoam is Dahoam“-Darsteller Tommy Schwimmer geht im Publikum auf Ideensuche für seine Figur Flori Brunner.

Die Lansinger zu Besuch am Wolfsee

"Dahoam is dahoam": Neue Ideen aus Fischbachau

Fischbachau - Die Daily-Soap „Dahoam is Dahoam“ war unterwegs, um über neue Idee zu reden. Denn: Was dem Dorf die Zukunft bringen wird, bestimmen die Zuschauer in ganz Bayern. Jetzt waren die Fans am Wolfsee dran.

Es ist eine aufregende Angelegenheit. Schon vor der Tür der Fischbachauer Gaststätte am Wolfsee wird heftig diskutiert. Die echten Fans sind frühzeitig zum Treffen mit den „Dahoam is Dahoam“-Darstellern gekommen und haben gleich ihre Plätze belegt. Es wäre nicht unbedingt nötig gewesen, denn der Saal ist nur zu zwei Drittel belegt. Doch die, die bereits gegessen haben, stehen draußen in der Kälte, rauchen noch eine und erzählen sich wilde Geschichten: Dass es Menschen geben soll, die die Serie nicht schauen. Dass sich gar jemand traut, unter der Woche zwischen Viertel vor und Viertel nach acht anzurufen, wo doch klar ist, dass man da Wichtigeres zu tun hat! Fans müssen doch um diese Uhrzeit die Lebenswirrgänge aus Bayerns Kultdorf verfolgen. An diesem Abend dürfen sie am Wolfsee sogar selbst Ideen für das Drehbuch ihrer Lieblingsserie vorschlagen – und dabei ihren Stars ganz nahe kommen. 

Gleich an der Tür steht ein Tisch mit einer Menge „Give-aways“, wie das nette Madl hinter dem Tisch auf Hochdeutsch erklärt. Also lauter Kleinkram wie Postkarten, Aufkleber und Anstecker mit mehr oder minder echtbairischen Ausdrücken. Wörter wie „Schönheitskönigin“, „Platzhirsch“ oder „Spatzl“ stehen drauf. Auf den Aufklebern ist eine Lederhose zu sehen, und „Lausbua“ steht quer drüber zu lesen, auf einem andren „Giftwurz“. Es gibt Wasser-Tattoos, damit man sich das Logo seiner Lieblingssendung auch auf die Haut pappen kann. Alles kostenlos. Das edelstes Präsent ist ein Anstecker mit einem angebissenen Wies’nherz, auf dem in Zuckerguss gespritzt der Name der Sendung steht. 

Einer der Besucher ist gebürtiger Amerikaner, er belagert offenbar seit Öffnung der Türen den Tisch und erklärt wie schön bayerisch er die Sendung findet. Andere schreiben ihre Ideen auf Vordrucke: So sollen die Laien-Drehbuchschreiber ihren Lansingern die Lebenswege entwickeln. Das wird später vorgelesen, doch zunächst schauen alle gemeinsam die Sendung, die ja jetzt eigentlich auch im Fernsehen zu sehen wäre. 

Der „Flori“ (Tommy Schwimmer) hat Stress mit einem unguten Typen und tritt um Viertel vor acht aus der Feuerwehr aus, um Zehn nach acht ist er wieder als ehrenwertes Mitglied dabei. Dazwischen gibt’s Aufregung um die Hüft-OP vom Brunner, und am schwarzen Brett im Brunnerwirt hängt Werbung einer Sexhotline. Es sind bereits zwei Zettelchen mit der pikanten Nummer abgerissen. Klar, dass sich die Dorfpomeranzen mit Verdächtigungen nicht zurückhalten. Das Publikum klatscht begeistert. Vielleicht auch, weil nun die Schauspieler auf der Bühne hautnah zu erleben sind. Autogramme werden versprochen. Aber zuerst das Wichtige: Eine Moderatorin liest alle Ideen vor, die vorhin abgegeben wurden. 

Der „Flori“ soll einen Thailandurlaub machen, eine Thai mit nach Hause bringen, die das Dorf mit ihrer exotischen Schönheit aufmischt. „Die Lotusblüte muss aber am Schluss zurück“, erklärt die Ideengeberin. „Dann hat der Flori Liebeskummer.“ Tommy Schwimmer findet, das sei zwar nett, aber er isst ungerne Reisgerichte. Das spräche dagegen, sagt er. Die andere Idee: „Sascha“ (Eisi Gulp) gewinnt beim Kartenspiel ein Schwein, das muss bei ihm dann einziehen. Für Eisi Gulp kein Problem – er hätte nur gerne ein Hängebauchschwein. 

Oder eine Idee von zwei zwölf Jahre alten Lausbuben aus Fischbachau: Der Flori wird ungewollt Vater mit der Kathi. „Aber das müssen wir nicht erklären, wie das geht“, sagt der eine von ihnen, bevor die anderen am Tisch einen Lachkrampf kriegen. Sonst wird von jedem Ideengeber recht ernsthaft vorgetragen, wie sich das Leben in Lansing weiterentwickeln soll. Die Ideen kreisen um Drogen, Anabolika, Stuntmen-Karrieren, Campingplatz-Eröffnungen, Wellness-Urlaube und die Gründung eines Fußball-Vereins von Lansing. Alle aus dem Leben gegriffen – eben so ganz wie dahoam.

Von Sonja Still

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