Zu klein: Um den Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2025 erfüllen zu können, braucht die Grundschule Elbach einen Anbau. Bis der fertig ist, sollen die Kinder in Containern untergebracht werden.
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Zu klein: Um den Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2025 erfüllen zu können, braucht die Grundschule Elbach einen Anbau. Bis der fertig ist, sollen die Kinder in Containern untergebracht werden.

Fischbachau

Debatte um Ganztagsbetreuung

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Fischbachau – Wenn 2025 die Ganztagsbetreuung verpflichtend wird, muss auch die Grundschule Elbach dieses Modell anbieten. Weil dafür aktuell der Platz im Schulhaus fehlt, musste der Gemeinderat jetzt entscheiden, wie er die Vorgaben erfüllen will.

Einig war sich das Gremium darin, ein Architekturbüro einen Anbau planen zu lassen. Für mehr Diskussionen sorgte die Vorgehensweise bis zu dessen Fertigstellung. Denn schon jetzt ist Bedarf da. Soll es eine Übergangslösung geben?

Ja, schlug die Verwaltung vor. Zweiter Bürgermeister Hans Seemüller (FWG), der nach rund 170 Sitzungen im Gremium erstmals einen Gemeinderat in Vertretung des erkrankten Rathaus-Chefs Johannes Lohwasser (FWG) leitete, nannte Zahlen: Fünf Container plus einen weiteren mit Küchenanschluss brauche die Grundschule, um den Bedarf zu decken. So soll ein knapp 15 mal sechs Meter großes zusätzliches Klassenzimmer entstehen. Die ausführende Firma Oswald Matt hätten andere Gemeinden empfohlen.

Die Gesamtkosten dürften laut Seemüller „maßgeblich“ sein. Bei einer Mindestvertragslaufzeit von 36 Monaten koste die Anlage rund 1400 Euro pro Monat, hinzu kommen Anlieferung und Abtransport (3750 Euro je Container) sowie der Aufbau. Ein Fundament brauchen die Container nicht. Trotzdem wird am Ende wohl ein hoher fünfstelliger Betrag stehen. Über Fördertöpfe des Freistaats könnte Fischbachau Teil ausgleichen. Bei einer Auslastung mit 30 Kindern müssten die Eltern rund 200 Euro pro Monat und Kind für die Betreuung zahlen. Seemüller: „Wir sollten das auf den Weg bringen“

Den Bedarf für die Betreuung bezweifelte im Gremium niemand. Die CSU-Fraktion störte sich aber an den nicht exakt bezifferten Kosten: „Mir gehen die Details ab“, sagte Sprecher Michael Gartmaier. Er hätte sich eine Skizze des Aufbaus gewünscht – sowie genaue Zahlen zum Preis der Schleuse, die Container und Schulhaus verbinden soll. Außerdem brachte er den Pfarrstadl als möglicherweise günstigere Alternative ins Gespräch. Sein Vorschlag: Die Entscheidung verschieben, bis diese Punkte geklärt sind.

Warum er gegen eine Verschiebung ist, rechnete Georg Gruber (FaB) vor. Die Lieferzeit der Container beträgt laut Firma Oswald Matt 17 bis 18 Wochen. Damit liege der Liefertermin selbst bei sofortiger Bestellung bereits jetzt Ende September und damit im neuen Schuljahr. Noch später, meinte Gruber, solle es nicht werden. „Die Verschiebung wird uns nicht helfen. Wir müssen was machen.“

Für die Container sprach sich auch Schulleiter Michael Hutzl aus, der unter den Zuhörern saß. Die Alternative Pfarrheim hätten er und Lohwasser geprüft. Auf Dauer wäre die Belastung aber zu hoch für den dortigen Saal. „Das kann keine Lösung sein.“ Die Schule habe an der Nordseite einen guten Platz für die Container gefunden, über die Schleuse kämen die Schüler trockenen Fußes dorthin. Das sei der bessere Weg.

Andreas Gschwendtner (CSU) widersprach: „Ich will Kinder nach der Schule nicht in Container sperren.“ Ihm sei eine dezentrale Lösung lieber. Eva Köhler von den Grünen meinte hingegen, dass gerade eine zentrale Lösung wichtig sei. „Wenn Eltern ihre Kinder erst Mittags woanders hinkarren und danach wieder an die Schule zum Musikunterricht, ist das zu aufwendig.“

Am Ende sprachen sich mit Ausnahme von Gschwendtner alle Gemeinderäte für die Container aus. „Der Zug rollt“, begründete Martin Bacher (FWG) seine Entscheidung. „Wir müssen schauen, dass wir vorankommen.“

Das gilt auch für den Anbau. Die Verwaltung wird nun ein Architekturbüro mit der Planung beauftragen und die fertigen Ergebnisse dem Gemeinderat erneut vorlegen.

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