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Steil und instabil: Der Deininger Berg bei Wörnsmühl hat seine besten Tage hinter sich. Heuer soll die Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten starten.

Gemeinde muss viele Verhandlungen führen

Deininger Berg: Darum zieht sich die Sanierungsplanung so lange hin

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Der Deininger Berg bei Wörnsmühl ist ziemlich ramponiert. Dass er bis heute nicht saniert wurde, liegt an einem komplizierten Verhandlungsmarathon. Heuer könnte es aber klappen.

Wörnsmühl – Der Deininger Berg ist ein echtes Problemkind. Seit Jahren ist die Straße, die am nördlichen Ortsausgang von Wörnsmühl von der Staatsstraße 2077 abzweigt und über Unterschönberg nach Deining führt, in schlechtem Zustand. „Der Hang rutscht immer wieder ab“, sagt Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner. Auch eine vernünftige Entwässerung fehle. Dass es bis heute nichts mit der Sanierung geworden ist, liegt an einem komplizierten Geflecht an Interessen und Besitzverhältnissen.

So befinden sich fünf Sechstel der rund 600 Meter langen Straße auf Fischbachauer Flur. Der oberste Teil gehört der Nachbargemeinde Irschenberg, die sich damit auch an den Sanierungskosten beteiligen müsste. Damit nicht genug: Auch die Stadt Miesbach ist gefordert, weil ihr Wassereinzugsgebiet an den Deininger Berg grenzt und die Straße im Schutzgebiet liegt. Dies wiederum macht eine größere Dimensionierung der Straßenentwässerung notwendig, wobei die Stadt den Mehrpreis zahlen müsste. So weit die öffentliche Seite.

Bleiben noch die privaten Grundeigentümer. Weil der Deininger Berg im Zuge der Sanierung geringfügig verbreitert und mit zwei bis drei zusätzlichen Ausweichstellen versehen wird, sind Grundabtretungen notwendig, erklärt Lechner. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Gesprächsbedarf hat die Gemeinde auch mit den Anwohnern im oberen Bereich der Straße. Drei Häuser seien dort nicht an das Wasserleitungsnetz der Gemeinde Fischbachau angeschlossen, berichtet Lechner. Zwei würden sich selbst versorgen, eines beziehe sein Trinkwasser aus dem Miesbacher Netz. Die ohnehin notwendigen Aushubarbeiten böten nun die Chance, die betreffenden Gebäude an die gemeindliche Versorgung anzuschließen. „Das ginge dann gleich in einem“, sagt Lechner. Gleiches gilt für das Abwasser. Aktuell würden die Anwohner dieses über eine Leitung den Deininger Berg hinunter und in eine eigene Versitzgrube schicken.

Doch auch damit ist der Verhandlungsmarathon noch nicht vorbei. Denn, um die Sanierung durchziehen zu können, braucht die Gemeinde noch den Segen des Straßenbauamts. Nur wenn dieses seine Zustimmung gibt, können Fördergelder fließen. Was bei anderen Projekten eine reine Formalie ist, wird beim Deininger Berg jedoch mit heißer Nadel gestrickt. So gibt es eigentlich nur für einen Straßenausbau Zuschüsse, erklärt Lechner. Dafür müsste man den Deininger Berg aber von aktuell rund 3,50 auf 6,50 Meter verbreitern. „Das ist utopisch“, sagt der Bürgermeister. Vor allem, weil sich die Straße dann von einem Geheimtipp in eine beliebte und viel befahrene Abkürzung vom Leitzachtal Richtung Autobahn entwickeln würde. „Und das wollen wir den Anwohnern nicht zumuten“, betont Lechner.

Letztlich verständigt habe man sich nun auf eine geringfügige Verbreiterung samt weiterer Ausweichen in Sichtweite sowie auf eine neue Entwässerung. Sobald alle Verhandlungen abgeschlossen seien, könne man mit der Ausschreibung starten. Lechner geht davon aus, dass dies noch heuer der Fall ist. Die notwendigen Mittel von rund 1,2 Millionen Euro hat der Gemeinderat bereits in den Haushaltsplan eingestellt (wir berichteten). Der reine Straßenbau beläuft sich auf gut eine Million Euro und wird laut Lechner zu 60 Prozent bezuschusst. Spätestens 2019 soll das Sorgenkind dann in neuem Asphaltglanz erstrahlen.

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