Leonhardi, Hundham
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Schöner Kontrast zum grauen Himmel: Ein Vierergespann marschiert vor der Hundhamer Leonhardi-Kirche vorbei.
Leonhardi, Hundham
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Hoch zu Ross: Zwei Reiterinnen begleiten den Zug in Formation.
Leonhardi, Hundham
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Gut behütet: Die Schalkfrauen geben in ihrem Wagen ein schmuckes Bild ab.
Leonhardi, Hundham
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Warm eingepackt: (v.l.) Ilse Aigner, Verena Assum, Josef Lechner und Alexander Radwan.
Leonhardi, Hundham
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Prächtige Bilder: An Leonhardi ist in Hundham der ganze Ort auf den Beinen.
Leonhardi, Hundham
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Prächtige Bilder: An Leonhardi ist in Hundham der ganze Ort auf den Beinen.
Leonhardi, Hundham
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Prächtige Bilder: An Leonhardi ist in Hundham der ganze Ort auf den Beinen.
Leonhardi, Hundham
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Prächtige Bilder: An Leonhardi ist in Hundham der ganze Ort auf den Beinen.

300 Reiter, 50 Wagen

Detailverliebte Brauchtumspflege: So schön feiern die Hundhamer Leonhardi

In Hundham wird an Leonhardi nichts dem Zufall überlassen. Ob Trachten oder Wagenschmuck: Hier werden keine Mühen gescheut, wie unsere Bilder von der diesjährigen Wallfahrt zeigen.

Hundham – Es ist ein wichtiges Fest im Kirchenjahr wie auch im Kalender des bayerischen Brauchtums: Das Fest des Heiligen Leonhard von Limoges, das vielerorts mit den traditionellen Leonhardiritten begangen wird. Auch in Hundham zählt die Wallfahrt zu Ehren des Schutzheiligen der Pferde zu den Höhepunkten des Dorflebens. Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Pferdehalter, Brauchtumsfreunde und Mitglieder der Vereine aus dem Ort wie auch den umliegenden Gemeinden versammelten sich in der Früh zum feierlichen Umzug mit Pferdesegnung und einem Freiluftgottesdienst vor der Hundhamer Leonhardikapelle.

Etwa 50 Wagen und 300 Einzelreiter bewegten sich an den zahlreichen Zuschauern vorbei, die den Straßenrand säumten. Der schöne Anblick wog das triste Novemberwetter mit nebelverhangener Bergkulisse allemal auf: Die kunstvoll mit Blumen geschmückten oder bemalten Wagen, die Reiter in Tracht, die prächtigen Gewänder der Schalkfrauen, die Blasmusikkapellen – und natürlich die herausgeputzten und gestriegelten Pferde, ebenfalls mit Blumen geschmückt, manche mit zu Zöpfen geflochtenen Mähnen und Schweifen.

„Feste Regeln für den Blumenschmuck der Wagen und Pferde gibt es eigentlich nicht“, sagt Monika Mainwolf, die schon seit 20 Jahren mit der Kutsche an der Leonhardi-Wallfahrt in Hundham teilnimmt. „Die meisten verwenden Tannen, Latschen und Almrausch. Die Wagen der Schalkfrauen werden auch mit Moos dekoriert, das man selbst sammelt.“ Wichtig sei bei aller individuellen Freiheit, dass nichts Grelles, „Poppiges“ genommen werde, das nicht zu dem besonderen Anlass passe: „Es soll vor allem natürlich sein.“

Dem pflichtet Nicola Seehof aus Wörnsmühl bei, die ihr Pferd mit kleinen Gebinden aus Gerberablüten geschmückt hat. „Vernünftig sollte es sein, etwa Rosen oder Gerbera, manche nehmen auch Seidenblumen“, sagt sie. Mittlerweile zum zehnten Mal ist sie bei der Wallfahrt in Hundham dabei. Die Begeisterung für Pferde stamme schon aus ihrer Kindheit, erzählt sie. Als sie zehn Jahre alt war, habe sie ein Pony bekommen und zu reiten angefangen.

Viele Blicke zog sicher auch ein anderer Schmuck auf sich: Die kunstvoll gestalteten Modelle der Kirchen der jeweiligen Pfarreien, während des Zuges weithin sichtbar. Die Birkensteiner Wallfahrtskirche prangte auf dem Wagen von Lois Gasteiger aus Fischbachau. Drei Jahre hätten er und sein Nachbar an der Miniatur gearbeitet. „Der hat ursprünglich unter anderem Ställe für Kripperl geschnitzt und war mehr fürs Filigrane zuständig, ich dann fürs Handfeste“, erzählt Gasteiger lachend.

Da hier wirklich kein Detail fehlen durfte, habe ein Fotograf ihnen die Votivtafeln im Vorraum der Kirche abgelichtet und dann entsprechend verkleinert. Sogar bis nach Rom sei die Birkensteiner Kapelle schon gereist: „Da waren wir mit mehreren Rossen und dem Wagen am Pfingstmontag auf dem Petersplatz zur Papstaudienz.“

Den Rest des Jahres werde der Wagen in einem Schuppen aufbewahrt und das Kirchenmodell zusätzlich zum Schutz in Leintücher eingeschlagen. Spätestens bei der nächsten Leonhardi-Fahrt in Hundham wird es wieder ausgewickelt.

Von Stefan Gernböck

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