+
Ein Teil des Grundstücks am Heckenweg in Hundham ragt in den Außenbereich hinein (links).

„Das ist eindeutig Außenbereich, da kann ich nicht mitmachen“

Drei neue Häuser für Hundham: Gemeinderat sagt endgültig „Nein“

  • schließen

Weder das Argument des Wohnraums für Einheimische, noch die ehrenamtlich engagierten Bauherren überzeugten: Der Gemeinderat lehnte drei Häuser in Hundham mit knapper Mehrheit ab.

Fischbachau – Drei Häuser für einheimische Familien, gebaut von zwei im Ort ehrenamtlich stark engagierten Männern: Ein Projekt, das auf den ersten Blick für breite Zustimmung im Gemeinderat sorgen sollte. Im Fall des Vorhabens von FaB-Gemeinderat Bernhard Padeller und Feuerwehrler Michael Floßmann am Heckenweg in Hundham sah die Sache hingegen etwas anders aus. Nachdem es bereits bei der ersten Behandlung Kritik gehagelt hatte, lehnte das Gremium den Antrag nach einem Ortstermin nun mit knapper Mehrheit ab.

Dass das Projekt überhaupt in der öffentlichen Sitzung landete, ist auf die besondere Lage des Grundstücks zurückzuführen, erklärte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU). Während sich die beiden östlich geplanten Wohnhäuser inklusive Garagen im Innenbereich befinden würden, rage ein Teil des dritten Gebäudes im Westen in den Außenbereich hinein. Zur Bebauung des gesamten Grundstücks sei daher der Erlass einer Einbeziehungssatzung notwendig.

In der Januar-Sitzung des Gemeinderates hatten vor allem die Mitglieder der FWG-Fraktion große Bedenken angemeldet (wir berichteten). Sie befürchteten, eine Befürwortung könne einen faden Beigeschmack hinterlassen, weil Padeller als Antragsteller selbst im Gremium sitzt. Auch die Angst vor einem Bezugsfall ging am Ratstisch um. Letztlich einigte man sich darauf, die Entscheidung zu vertagen und sich erst vor Ort ein Bild zu machen.

Dies sei nun geschehen, berichtete Lechner. Aus Sicht der Verwaltung werde das strittige Gebäude aufgrund des bereits bestehenden Nachbarhauses im Norden als „nicht zu sehr in den Außenbereich ragend“ empfunden. Wegen der damit einhergehenden Schaffung von Wohnraum für einheimische Familien sei der Erlass der Einbeziehungssatzung sinnvoll. „Vorerst geht es eh nur um einen Aufstellungsbeschluss“, sagte Lechner. Über die Satzung könne man erst nach der öffentlichen Auslegung des Plans abstimmen.

Die Mehrheit der Gemeinderäte ließ sich davon nicht überzeugen. „Ich habe ein großes Problem damit“, sagte Lothar Prack (Neue Liste). Er sitze seit 16 Jahren im Bauausschuss, und da habe man vergleichbare Vorhaben wiederholt abgelehnt. „Das ist eindeutig Außenbereich, da kann ich nicht mitmachen“, sagte Prack. Auch Josef Obermaier (CSU) sah keinen „triftigen Grund“ für den Erlass der Satzung. „Jeder der beiden könnte sein Haus bauen, ohne die dritte Parzelle baureif zu machen“, sagte Obermaier. Sogar Padellers Fraktionskollege Thomas Kantenseder (FaB) winkte ab. „Ich sehe da keine Zwangslage für eine Einbeziehung.“

Es gab aber auch Fürsprecher im Gremium. So erinnerte Michael Gartmaier (CSU) daran, dass junge Leute im Ort nicht mehr viele Möglichkeiten für ein Eigenheim hätten. Da die Bauherren zwei Häuser selbst nutzen wollen und für das dritte einen Verkauf an eine einheimische Familie signalisiert hätten, könne man hier durchaus zustimmen. Zumal auch das westliche Gebäude „kaum geniert“, wie Peter Rauffer (FaB) betonte. Auf Padellers Verdienste als Vorsitzender des Kindergartenvereins Hundham und Floßmanns Leistungen für die Feuerwehr verwies Manfred Kreuzmayr (FWG). „Sie opfern ihre Zeit für die Allgemeinheit“, sagte Kreuzmayr. „Da kann man auch mal ein Entgegenkommen erwarten.“

Hans Seemüller (FWG) sah das anders. „Das kann ich hier nicht als Entscheidungsgrundlage verwenden.“ Und auch Obermaier warnte davor, die Abstimmung mit dem Engagement der Antragsteller zu verquicken. Das war letztlich auch die mehrheitliche Meinung im Gremium. Mit 10:8-Stimmen lehnten die Gemeinderäte den Erlass der Einbeziehungssatzung ab.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dinner for 2: So kreativ werben zwei Kirchengemeinden um Spenden
Den Silvesterkracher „Dinner for One“ kennt jeder. Die Kirchengemeinden in Miesbach haben sich den Titel als Vorbild für einen Benefizabend genommen: das Dinner for 2.
Dinner for 2: So kreativ werben zwei Kirchengemeinden um Spenden
Landtagswahl im Stimmkreis Miesbach: Die heftigsten Pleiten, die größten Zuwächse
Die Wahlnacht am Sonntag war lang, erst weit nach Mitternacht stand das Endergebnis der Landtagswahl im Kreis Miesbach fest. Ein Blick auf ein paar bemerkenswerte …
Landtagswahl im Stimmkreis Miesbach: Die heftigsten Pleiten, die größten Zuwächse
Radfahrer und Fußgänger stoßen in Schliersee zusammen - beide verletzt
Am Sonntagnachmittag stießen ein 80-jähriger Radfahrer und ein 55-jähriger Fußgänger in Schliersee zusammen. Beide verletzten sich, ins Krankenhaus musste jedoch nur der …
Radfahrer und Fußgänger stoßen in Schliersee zusammen - beide verletzt
Die Wahl im Landkreis Miesbach live im Ticker: SPD-Urgestein analysiert schonungslos 
Die Ergebnisse in den Gemeinden des Landkreises Miesbach sind ausgezählt. Wie dieses ausgefallen sind, lesen Sie hier. Auch einige Reaktionen der Kommunalpolitiker sind …
Die Wahl im Landkreis Miesbach live im Ticker: SPD-Urgestein analysiert schonungslos 

Kommentare