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Begehrter Draht: Bis Sommer 2017 will die Telekom die Gemeinde Fischbachau mit Glasfaserkabeln und damit mit schnellem Internet versorgen.

Gemeinde schließt Ausbau-Vertrag

DSL: So schnell surfen die Fischbachauer ab 2017

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Fischbachau - Zum Warten gezwungen waren bislang viele Internet-Nutzer in der Gemeinde Fischbachau. Nicht nur beim Surfen, sondern auch in Sachen DSL-Ausbau. Jetzt haben sie Gewissheit.

Was die DSL-Versorgung anbelangt, gleicht die Gemeinde Fischbachau einem Flickerlteppich. Das schnelle Internet mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 30 MBit pro Sekunde konzentriert sich auf wenige Knotenpunkte in Fischbachau, Aurach, Hundham und Wörnsmühl. Beim großen Rest der Haushalte tröpfeln die Bits und Bytes eher unmotiviert aus der Leitung. In gut 15 Monaten wird die Telekom aber endlich den Hahn aufdrehen, wie Bürgermeister Josef Lechner und Michael Müller von der Beratungsfirma Corwese nun im Gemeinderat bekanntgaben. „Dann rauscht es gewaltig“, versprach Müller.

Wie berichtet, wollte die Gemeinde den DSL-Ausbau eigentlich früher in Angriff nehmen – und schon 2014 den Förderantrag stellen. Doch die Ausschreibung zog sich hin, Nachverhandlungen waren notwendig. „Die haben sich aber gelohnt“, sagte Lechner erfreut. So habe man den ursprünglichen Angebotspreis von 1,2 Millionen auf 500 000 Euro gedrückt und damit mehr als halbiert. Dies auch deshalb, weil die Verwaltung bei Straßenbauarbeiten bereits etliche Meter Leerrohre mitverlegen ließ. Zieht man von der Summe noch 80 Prozent Zuschüsse vom Freistaat ab, bleiben für die Gemeinde überschaubare 91 000 Euro übrig. Quasi DSL zum Schnäppchenpreis.

Und auch der bauliche Aufwand halte sich in Grenzen, erklärte Müller. So setze die Telekom auf das sogenannte FTTC-Verfahren, bei dem die teuren Glasfaserkabel nur bis zu den Verteilerkästen verlegt werden müssen, nicht aber bis zu jedem einzelnen Haus. Hier transportieren nach wie vor die bestehenden Kupferstränge das schnelle Internet zum Modem. Möglich macht’s ein Streueffekt. Alle Haushalte im Umkreis von 800 Metern surfen dabei mit bis zu 30 MBit pro Sekunde. Wer weiter weg wohnt darf sich immerhin noch auf 16 MBit freuen. Selbst entlegene „Enklaven“, wie Lechner es formulierte, seien künftig mit sechs MBit online. „Die haben heute gar nichts“, betonte er.

Einzige Ausnahme sind ein paar Siedlungen an der Grenze zu Bad Feilnbach. Hier müssten flächendeckend Glasfaserkabel verlegt werden – und zwar von der Nachbargemeinde. „Die können aber auch an die oberirdischen Telefonleitungen dranhängt werden“, erklärte Lechner. Vorteil für die Nutzer: Sie surfen dann sogar mit mehr als 200 MBit pro Sekunde durchs Netz.

„Müssen denn die Haushalte selbst noch irgendwas dafür tun?“, wollte Hans Seemüller (FWG) wissen. Müller nickte. Damit der Daten-Turbo auf Computer, Tablet und Smartphone kommt, müssten die Nutzer nach erfolgtem Ausbau mit der Telekom Kontakt aufnehmen und gegebenenfalls ihren Vertrag anpassen. „Anruf genügt“, sagte Müller. Und teurer werde es in den meisten Fällen auch nicht – im Gegenteil, wie Bürgermeister Lechner berichtete. Er habe beim VDSL-Ausbau in Hundham einen neuen Tarif beantragt – und damit sogar fünf Euro pro Monat gespart. Die Info-Nummer der Telekom werde er zeitnah bekanntgeben.

Als nächsten Schritt stellt die Gemeinde den Förderantrag und unterzeichnet dann den Vertrag mit dem Netzbetreiber. Dies hat der Gemeinderat nun einstimmig so beschlossen. Ab dem Sommer 2017 steht das schnelle Internet den Bürgern zur Verfügung. „Die Geschwindigkeit sollte dann erst mal für drei bis fünf Jahre ausreichen“, sagte Lechner. Und aus dem Flickerlteppich wäre endlich ein dichtes Netz geworden.

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