Lieblingsplatz: Gottfried Felsl (r.) mit seinem Sohn Florian bei der Hundhamer Leonhardifahrt 2013.
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Lieblingsplatz: Gottfried Felsl (r.) mit seinem Sohn Florian bei der Hundhamer Leonhardifahrt 2013.

Wirt von Traditionsgasthof mit 72 Jahren verstorben

Ein Herz für große und kleine Tiere: Nachruf auf Gottfried Felsl vom Sonnenkaiser in Elbach

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Ob Haflinger oder Hasen: Die Tierliebe von Gottfried Felsl kannte keine Grenzen. Jetzt ist der Wirt des Gasthof Sonnenkaiser von Elbach im Alter von nur 72 Jahren gestorben.

Elbach - Ob Haflinger oder Hasen: Die Tierliebe von Gottfried Felsl kannte keine Grenzen. Mindestens genauso gern aber handelte der Wirt des Gasthofs Sonnenkaiser in Elbach mit seinem selbstgezüchteten Groß- und Kleinvieh. „Und wenn er bloß zwei Tauben getauscht hat: Hauptsach’, a Gaudi war’s“, erzählt Felsls Sohn Florian, der die Traditionswirtschaft mit eigener Landwirtschaft vor vier Jahren von seinem Vater übernommen hat.

Der hatte seitdem noch mehr Zeit, um sich seinen Pferden, Schafen und Meerschweinchen zu widmen. „Mitte März war er noch mit seinem Bruder beim Rossdecken“, erzählt Florian Felsl. Dann nahm seine schwere Erkrankung, gegen die Gottfried Felsl seit neun Jahren tapfer ankämpfte, einen neuen Anlauf. Und diesmal schaffte es der so lebensfrohe Elbacher nicht mehr, wieder auf die Beine zu kommen. Vor wenigen Tagen, am 24. März, ist er im Alter von nur 72 Jahren gestorben.

Doch obwohl es zu früh endete, darf Felsl im Himmel über dem schönen Leitzachtal auf ein erfülltes Leben zurückblicken. 1989 übernahm er mit seiner Frau Christa den Gasthof Sonnenkaiser, der schon lang in Familienbesitz ist. Schon immer fühlte sich Felsl der Tradition des Hauses als Postkutschenhalt verbunden. Bereits 1971 holte er die ersten reingezüchteten Haflingerhengste aus Tirol auf den Hof.

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1989 gründete er zusammen mit weiteren „Rossdamischen“ den Verein Pferdefreunde Leitzachtal, der bis heute überregional bekannte Großveranstaltungen wie das Pferdeschlittenrennen oder das Internationale Zehnerzugtreffen ausrichtet. Anders als sein Sohn Florian wirkte Gottfried Felsl hier aber mehr im Hintergrund. „Er wurde ja auch im Gasthof gebraucht“, erklärt Florian Felsl. So kümmerte sich der Wirt lieber um das leibliche Wohl der Teilnehmer und Zuschauer an der Bahn – und lud abends zum beliebten Rennball mit Siegerehrung in den Sonnenkaiser-Saal ein.

Nicht nehmen ließ sich Gottfried Felsl die ehrenvolle Aufgabe, den Pfarrer bei der Hundhamer Leonhardifahrt zu kutschieren. 52 Jahre lang bot er der Geistlichkeit einen Platz in seiner Kutsche, erzählt Florian Felsl. Doch auch für die Gäste im Gasthof und natürlich für seine fünf Enkelkinder spannte Gottfried Felsl gerne ein. Nicht zuletzt seine Shetlandponys waren da ein echter Publikumsliebling.

Nach getaner Arbeit setzte sich der Wirt dann auch mal mit einem seiner vielen Stammgäste auf eine gemütliche Halbe in die Stube. Nicht selten hatten die auch noch ein tierisch gutes Gesprächsthema mit dabei: zwei Hasen, zum Beispiel. 

sg

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