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Auf eine glückliche Ehe: Renate und Ludwig Zehetmeier stoßen mit Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner auf ihre Goldene Hochzeit an.

Sie waren 1966 das erste Brautpaar in der Wörnsmühler Kirche

Eine Liebe so standhaft wie ein Gotteshaus

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Wörnsmühl - Wie romantisch: Am 9. Juni 1966 gaben sich Renate und Ludwig Zehetmeier in der Wörnsmühler Kirche das Ja-Wort - als erstes Paar überhaupt. Jetzt feierten sie Goldene Hochzeit.

Gerade einmal vier Tage alt war die Dreifaltigkeitskirche in Wörnsmühl, als sich Renate und Ludwig Zehetmeier dort das Ja-Wort gaben. Als erstes Paar überhaupt knieten sie am 9. Juni 1966 vor dem nagelneuen Altar und schworen sich ewige Treue. Ihre Liebe sollte sich als ebenso standhaft erweisen wie die Mauern des Gotteshauses. Und so feierten die Zehetmeiers nun beim 50. Weihefest ihre Goldene Hochzeit. Weihbischof Wolfgang Bischof spendete dem Paar den Segen, „Das werde ich nie vergessen“, schwärmt Renate Zehetmeier.

Schmuckes Paar: Das Hochzeitsfoto der Zehetmeiers aus dem Juni 1966.

Die Liebe der Zehetmeiers ist sogar noch ein bisschen älter als die Dreifaltigkeitskirche. An Pfingsten 1964 lernten sich die Wörnsmühlerin und der Hundhamer beim Tanz im Gasthaus Nägele kennen. Fast jedes Wochenende waren die beiden unterwegs. Mal beim Kirchstiegl, mal in der Wolfseehalle. „Es war eigentlich immer irgendwo ein Ball“, erzählt Renate Zehetmeier. Nach der Hochzeit ließen es die beiden ein bisschen ruhiger angehen. Dafür waren sie familiär gut beschäftigt. Renate Zehetmeier brachte Zwillinge zur Welt. „Das war damals noch eine richtige Überraschung“, sagt die 70-Jährige. Mit den beiden Mädchen wurde es der jungen Familie in ihrer Hundhamer Wohnung bald zu eng. Sie zogen nach Sonnenholz, einem Weiler zwischen Elbach und Fischbachau – bis zur Geburt ihrer nächsten beiden Töchter. Wieder war die Wohnung zu klein, wieder wechselten die Zehetmeiers ihr Zuhause. Diesmal aber zum vorerst letzten Mal. Seit 44 Jahren wohnen sie nun im Gästehaus Anian in Wörnsmühl. Dort verdiente sich Renate Zehetmeier als Zimmermädchen ein paar Mark dazu.

Eigentlich hatte sie Verkäuferin gelernt. Lange Jahre kümmerte sie sich im Miesbacher Kaufhaus Sundheimer um das Wohl der Kunden. Ab 1979 brachten sie und ihr Mann den Wörnsmühlern jeden Morgen die Heimatzeitung ins Haus – 28 Jahre lang. An schönen Sommer-Wochenenden ging’s direkt weiter ins Wörnsmühler Freibad. Von 1986 bis 1996 war das Paar für das Wohl der Badegäste zuständig. Renate Zehetmeier kümmerte sich um den Kiosk, Ludwig hielt das Becken instand. Und das, obwohl der heute 76-Jährige als Fahrer eines Holztransporters oft tagelang unterwegs war.

Als ein Windwurf in Hamburg 1973 tausende Bäume fällte, war Ludwig Zehetmeier sogar mehrere Wochen von seiner Familie getrennt. „Das war eine sehr schwere Zeit“, erzählt Renate Zehetmeier. Alleine musste sie sich um die vier Kinder und ihre pflegebedürftige Mutter kümmern. „Ich musste auch alles alleine entscheiden“, sagt sie. Telefon hatten sie keins. Doch die Trennung schweißte das Paar nur noch mehr zusammen.

Heute genießen die Zehetmeiers ihren Ruhestand. Weil sie gesundheitsbedingt nicht mehr tanzen gehen können, hören sie Volksmusik aus ihrer großen Schallplatten- und CD-Sammlung. Auch ihre vier Enkel – darunter ein Bub – besuchen sie gern. Mit ihnen zusammen haben sie nun im Gasthaus Kirchstiegl ihren Hochzeitstag gefeiert. Genau wie vor 50 Jahren, als die Dreifaltigkeitskirche noch ganz neu war.

sg

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