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Laden ins Fischbachauer Rathaus ein: Christina Büchl und Gert Barth von der Klimaschutzoffensive Fischbachau präsentieren das Programm des Energietags.

„Das Potenzial ist nach wie vor groß“

Energietag: Gratis LED-Lampen für die ersten 50 Besucher

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Nur nicht locker lassen, lautet das Motto der Klimaschutzoffensive Fischbachau. Mit einem Energietag wollen die Organisatoren dem Thema neuen Schwung verleihen. 

Fischbachau – Sinkende Einspeisevergütung für Solarstrom, schwankende Öl- und Gaspreise, teure E-Autos mit oft noch zu geringer Reichweite: Die Anreize, im eigenen Haushalt in erneuerbare Energien zu investieren, sind derzeit eher rar gesät. Die goldenen Zeiten, als sich Fotovoltaikanlagen im Nu auf den Dächern ausbreiteten, scheinen vorbei. Das spüren auch die Energiebeauftragten in den Gemeinden. Sie sind mehr gefragt denn je, das Thema Energiewende im Landkreis am Kochen zu halten. Die Klimaschutzoffensive Fischbachau hat dazu einiges geplant. Unter anderem wird es beim Energietag am 11. November Gratis-LED-Lampen für die ersten 50 Besucher geben (siehe unten). Was sonst noch geplant ist, erklärt der ehrenamtliche Energiebeauftragte der Gemeinde, Gert Barth (68), im Interview.

-Herr Barth, gefühlt ist es in den vergangenen Monaten eher ruhig geworden um die Energiewende im Landkreis. Täuscht der Eindruck, oder ist das Thema tatsächlich etwas eingeschlafen?

Barth: Es ist richtig, dass der ganz große Schub, den wir vor ein paar Jahren erlebt haben, ein bisschen abgeebbt ist. Das breite öffentliche Interesse für so ein Thema hat aber immer auch mit staatlichen Anreizen zu tun, wie eben der Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen. Weil die sukzessive abgesenkt wurde, gehen viele Leute davon aus, Solarstrom würde sich nicht mehr rechnen. Das ist aber falsch. Dank günstigerer Modulpreise und mehr Eigenverbrauch hat sich die Investition auch heutzutage in neun bis elf Jahren amortisiert. Optimal ist es, wenn man den erzeugten Strom im Haus speichert und selbst verbraucht oder sein Elektroauto damit betankt.

-Das klingt aber alles noch sehr nach Zukunftsmusik – zumindest in der Wahrnehmung der meisten Bürger.

Barth: Genau da kommen wir Energiebeauftragte ins Spiel. Wir müssen die Leute über die neue Technik beraten und sie im Entscheidungsprozess und auch darüber hinaus begleiten. Neutral und ohne eigenes Vertriebsinteresse. Mit den Experten der Energiewende Oberland haben wir ein gutes Netzwerk, auf das wir zurückgreifen können. Das ist auch das Ziel unseres ersten Energietags am 11. November im Fischbachauer Rathaus. Da wollen wir nicht nur informieren, sondern auch abfragen, was die Bürger überhaupt wollen. So, wie wir es mit der Umfrage für ein E-Carsharing-Angebot in der Gemeinde machen.

-Wie ist denn da der Rücklauf?

Barth: Für den Anfang nicht schlecht, wir haben 100 Antworten vorliegen. Wenn man bedenkt, dass der Leitzachtaler (der Gemeindebote Fischbachaus, in dem der Abstimmungsbogen enthalten ist, Anm. d. Red.) mit einer Auflage von 3000 Stück erscheint, geht da noch viel mehr. Das gilt übrigens auch für unsere anderen Aktionen wie die Auszeichnung „Grüne Hausnummer“ oder das Angebot einer individuellen Energieberatung.

-Vielleicht sind die Leute aber auch einfach ein bisschen übersättigt von diesen Themen? Immerhin ist in Fischbachau ja schon viel passiert in Sachen Energiewende.

Barth: Wir haben tatsächlich einiges geschafft. Trotzdem sehe ich nach wie vor ein großes Potenzial in Fischbachau – übrigens auch für Fotovoltaikanlagen. Das müssen wir den Bürgern vermitteln, möglichst nah und ohne großen Aufwand. Das soll auch für unseren Energienutzungsplan gelten, den das EWO-Kompetenzzentrum bis voraussichtlich Ende November fertigstellen wird. Das beste Konzept nützt nichts, wenn es danach im Schrank landet. Nur wenn die Bürger mitziehen, können wir unsere Klimaschutzziele erreichen.

Der Energietag

findet am Samstag, 11. November, im Sitzungssaal des Fischbachauer Rathauses statt. Von 9 bis 17 Uhr sind sechs Experten-Vorträge zu den Themen Grüne Hausnummer, individuelle Energieberatung, Wärmeversorgung und Heizung, Solarthermie und Fotovoltaik, Stromspeicherung und Energienutzungsplan geplant. Der Eintritt ist frei, auch Bürger aus den Nachbargemeinden sind eingeladen. Die ersten 50 Besucher, die eine Glühbirne aus ihrem Haushalt mitbringen, können diese kostenlos in eine neue LED-Lampeumtauschen lassen. Weitere Informationen sowie die Bürgerbefragung zum E-Carsharing gibt es im Internet auf gemeinde.fischbachau.de.

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