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An vorderster Front des Festzugs marschierte als Gastgeber die Feuerwehr Wörnsmühl.

125 Jahre Feuerwehr Wörnsmühl

Heiß aber schön: Fest-Ausklang bei Kaiserwetter

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Für die Zuschauer war es Traumwetter - für die Feuerwehrler, die an Gottesdienst und Festzug in Uniform teilnahmen, eine schweißtreibende Angelegenheit. Gut, dass im Zelt kühles Bier wartete. 

Wörnsmühl – Angeführt von den Männern der Stunde, den Wörnsmühler Feuerwehrlern, bahnte sich der Festzug zum 125-jährigen Bestehen seinen Weg durch die Wohnsiedlung den Wörnsmühler Berg hinauf. Kurz vor dem ersten Wendepunkt stoppte er: Zwei Pferde, die einen historischen Spritzenwagen zogen, weigerten sich weiterzugehen. Verständlich, angesichts der hochsommerlichen Temperaturen. Auch dem einen oder anderen Floriansjünger, die die Strecke beinahe ausnahmslos in Uniform zurücklegten, stand die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Um ein Lächeln, einen Gruß oder ein Winken in Richtung der Schaulustigen am Wegesrand war aber trotzdem niemand verlegen.

Erst recht nicht einige wenige Schaftlacher und Holzkirchner: Sie durften jeweils in ausgedienten Magirus-Deutz-Löschfahrzeugen mitfahren. Und auch für die Prominenz aus Politik und Kirche gestaltete sich der Festzug eher entspannt – Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner, Vize-Landrätin Ingrid Pongratz und der Niklasreuther Pfarrer Michael Nagel grüßten gut gelaunt gemeinsam von der Pferdekutsche. „Man sieht am Wetter, dass ich Schirmherr bin“, scherzte Lechner.

Sichtlich gezeichnet, in Form von dunklen Flecken auf den teils grauen, teils blauen Uniformhemden, kamen die Feuerwehrler schließlich am Festzelt an. Vielleicht auch aus Dank für das Durchhaltevermögen stand die gastgebende Wehr um ihren Kommandanten Michael Ostermeier am Eingang Spalier und geleitete ihre Gäste hinein. Eine echte Abkühlung bot aber auch das Zelt nicht – trotz geöffneter Seitenwände. Der einzige Ausweg: eine kühle Maß Bier.

Fotostrecke: Festumzug der Feuerwehr Wörnsmühl

Die hatten sich die Anwesenden auch redlich verdient. Denn vor dem schweißtreibenden Umzug hatten sich die insgesamt 35 Wehren, 32 aus dem Landkreis Miesbach sowie drei aus dem Nachbarlandkreis Rosenheim, zum Gottesdienst am Wörnsmühler Berg versammelt. Ebenfalls in der prallen Sonne. Beschwert hat sich aber niemand – wohl auch weil Pfarrer Nagel in seiner Predigt ein ums andere Mal den Einsatz der Feuerwehrler hervorhob: „Ihr geht jedes Mal ein Risiko ein. Ihr wisst nicht, was euch erwartet und ob ihr lebendig zurückkommt.“ Das entspreche genau dem, was sich der christliche Glaube auf die Fahne schreibt. „Wer sein Engagement für die Feuerwehr ernst nimmt, der verwirklicht das Christentum in seinem Leben.“ Durch den Dienst am Nächsten, getreu dem Leitspruch: Gott zu Ehr’, dem Nächsten zur Wehr.

Das Engagement der Organisatoren lobte anschließend Lechner: „Alles war perfekt organisiert.“ Ein Satz, der Ostermeier ein verschmitztes Lächeln auf die Lippen zauberte. Ohnehin hatte der Kommandant allen Grund, zufrieden zu sein. „Wir haben alles ohne größere Zwischenfälle beendet“, sagt Ostermeier. Sein persönlicher Höhepunkt war die Alpenländische Meisterschaft im Fingerhakeln am vergangenen Donnerstag – für Ostermeier ein schönes Stück bayerischer Kultur. Im Bierzelt am Sonntagnachmittag konnte auch er endlich zur Ruhe kommen und das Fest „gemütlich ausklingen“ lassen. Denn das nächste kommt bestimmt. Das weiß auch Pfarrer Nagel: „Die 250-Jahr-Feier dürfen wir hoffentlich von oben anschauen.“

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