Das Sonnwendfeuer an der Schwarzenbergstraße in Fischbachau hielt ein Beobachter für einen Zimmereibrand
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Das Sonnwendfeuer an der Schwarzenbergstraße in Fischbachau hielt ein Beobachter für einen Zimmereibrand

Sonnwendfeuer in Fischbachau

Falscher Brandalarm löst Großeinsatz aus

  • Bettina Stuhlweißenburg
    VonBettina Stuhlweißenburg
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Das Sonnwendfeuer eines privaten Veranstalters am Samstagabend in Fischbachau war ordnungsgemäß organisiert. Doch ein Beobachter schätzte die Situation aus der Ferne anders ein - und alarmierte die Feuerwehr. Es kam zu einem Großeinsatz.

Im Zuständigkeitsbereich der Hundhamer Feuerwehr unter Kommandant Michael Floßmann ist es am späten Samstagabend zu einem Feuerwehrgroßeinsatz gekommen. Wie Marinus Gasteiger, Kommandant der Fischbachauer Feuerwehr auf Nachfrage mitteilte, hatte an der Schwarzenbergstraße in Fischbachau ein traditionelles Sonnwendfeuer stattgefunden. Es gab Speisen und Getränke, die Gäste genossen den Sommerabend nach monatelangem Lockdown. Bereits Stunden zuvor hatte der Veranstalter laut Gasteiger umliegende Bäume und die Wiese nass gespritzt, damit nichts passiert. Laut Kommandant Floßmann sorgte der Veranstalter selbst für die Brandwache .

Doch gegen 22 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle ein Notruf ein. Der Anrufer meldete, dass die Zimmerei Vogt, die ebenfalls an der Schwarzenbergstraße liegt, brenne - so hatte es der Anrufer aus der Ferne wahrgenommen. In der Folge rückten die Feuerwehren Hundham mit zwei Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften aus, die Feuerwehr Elbach mit sechs, die Feuerwehr Wörnsmühl mit 16 und Fischbachau mit 20 Einsatzkräften. Hinzukamen Polizei und weitere Rettungsdienste im Landkreis. „Da waren gut 100 Leute im Einsatz“, sagt Kommandant Marinus Gasteiger.

Allerdings stellte sich schnell heraus, dass zu keiner Zeit eine Gefahr von dem Feuer ausging. Die Feuerwehren Miesbach und Bad Aibling konnten noch auf dem Weg zum Einsatzort über den Fehlalarm informiert und gestoppt werden. Die Feuerwehren vor Ort löschten das Sonnwendfeuer trotzdem und brachen die Veranstaltung ab. Laut Gasteiger wollte man so vermeiden, dass das Feuer erneut fehlinterpretiert werden könne.

Der Leiter der Integrierten Leitstelle in Rosenheim, Stefan Ertl, appelliert vor diesem Hintergrund, dieser Tage auf derlei Veranstaltungen zu verzichten. „Ich verstehe, dass die Leute feiern wollen. Aber aus Sicht der Leitstelle halte ich es für fahrlässig, an so einer Stelle derzeit ein solches Feuer zu machen.“

Vor dem Hintergrund der Waldbrandgefahrenstufe und des Graslandfeuerindex’ habe man sich für einen Großeinsatz entschieden. Die Integrierte Leitstelle orientiere ihr Handeln nach Schlagwörtern, und der Anrufer habe Zimmerei, Flammen, Rauch und Löschversuche gemeldet. „Wir handeln nach einer vorgeplanten Einsatzmittelkette, die abgestimmt ist mit Kreisbrandinspektion und Landratsamt. Hätten wir nicht so viele Kräfte aufgeboten und wäre etwas passiert, hätte die Bevölkerung auch kein Verständnis.“

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