Die Fahrzeuge wurden größer, die Garage nicht: Kommandant Marinus Gasteiger demonstriert die Enge in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Fischbachau. Foto: Thomas Plettenberg

Seit den 1960er-Jahren nicht saniert.

Feuerwehr schlägt Alarm: „Unser Haus ist hoffnungslos veraltet!“

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Die Fischbachauer Feuerwehr hat sich verjüngt, ihr Hauptquartier dagegen nicht: Noch heute ist das Haus auf dem Stand von Anfang der 1960er-Jahre. Das soll sich bald ändern. 

Fischbachau – Würden die Fischbachauer Feuerwehrmänner so löschen wie vor 60 Jahren, wäre der Brandschutz in der Gemeinde wohl ernsthaft in Gefahr. Tatsächlich ist die Truppe ausrüstungstechnisch auf einem deutlich zeitgemäßeren Stand. Was ihr Hauptquartier anbelangt, leben die Einsatzkräfte aber noch in der Vergangenheit. Anfang der 1960er-Jahre wurde ihr Feuerwehrhaus am Kurpark errichtet. Viel verändert hat sich seitdem nicht, sagt Kommandant Marinus Gasteiger: „Meine Vorgänger waren immer sehr genügsam.“

Die Folgen davon sieht man an allen Ecken und Enden. Vor allem in der Fahrzeughalle. Hier geht es mehr als beengt zu. „Unsere Autos und unsere Aufgaben sind gewachsen, die Garagen aber nicht“, erklärt Gasteiger. Auch die Dimensionen des Schulungsraums wirken aus der Zeit gefallen. Keine Chance, alle 56 Aktiven der Feuerwehr Fischbachau hier unterzubringen. Ein Stüberl mit Küche fehlt ohnehin. Schlimmer noch: Im gesamten Feuerwehrhaus gibt es genau einen Wasserhahn mit Spülbecken. Notgedrungenerweise waschen die Einsatzkräfte hier ihre Teller und Gläser genauso wie ihre Atemschutzmasken und Stiefel. Die Brotzeit lagert im Keller. „Wir haben keinen Kühlschrank“, sagt Gasteiger.

Nicht nur für den Einsatz-Alltag sind diese Verhältnisse nicht mehr tragbar, sondern auch für den für eine Feuerwehr so wichtigen Vereinsaspekt. Zehn neue Quereinsteiger habe die Truppe in den vergangenen Jahren gewonnen. „Wir sind im Aufschwung und verjüngen uns stark“, sagt der Kommandant. Um die Neuen bei der Stange zu halten, brauche man aber auch ein Hauptquartier, das den heutigen Anforderungen genüge.

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Das ist nun endlich in Sicht. Die Pläne für eine Sanierung mit Erweiterung hat Gasteiger bereits in der Schublade. Ein Anbau mit Garagen für die beiden großen Fahrzeuge soll für Luft im Haupthaus schaffen. Den gewonnenen Platz wollen die Feuerwehrler für einen Seminarraum, ein Büro sowie eine Küche nutzen. Auch vernünftige WC-Anlagen und Duschen sind geplant.

Da der Anbau unterkellert wird, bleibt hier Platz für Lager, Atemschutzwerkstatt und eine vollautomatische Schlauchwaschanlage. Letztere wollen die Fischbachauer auch den weiteren Feuerwehren im Gemeindebereich zugänglich machen.

Doch nicht nur im Erdgeschoss des Hauses wird gewerkelt. So lässt die Gemeinde die beiden Wohnungen im ersten Stock sanieren und das Dachgeschoss für zwei weitere Wohneinheiten ausbauen, erklärt Bürgermeister Josef Lechner. Hier sollen Bürger „mit schmalem Geldbeutel“ eine bezahlbare Unterkunft bekommen. Das Feld räumen werde hingegen der Bauhof, der den Vorplatz des Feuerwehrhauses aktuell noch als Lagerfläche nutzt. Laut Lechner soll der Neubau im Rothmoos (wir berichteten) im ersten Halbjahr 2020 fertig werden.

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2020 hat auch die Feuerwehr im Visier. Sobald die Pläne im Bauausschuss behandelt worden sind, werden sie zur Genehmigung ans Landratsamt weitergeleitet, erklärt Gasteiger. Noch im „auftragsarmen Herbst“ wolle man die Gewerke ausschreiben und vielleicht im Winter schon mit den Arbeiten loslegen. Die Gesamtkosten lassen sich derzeit noch nicht beziffern.

Laut Lechner sind mindestens zwischen 40 000 und 50 000 Euro von der Regierung von Oberbayern als Förderzuschuss drin. Eine Luxuslösung plane die Feuerwehr ohnehin nicht, versichert der Kommandant: „Wir wollen nur einen niedrigen durchschnittlichen Stand.“ Und damit die 1960er-Jahre endlich hinter sich lassen.

sg

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