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So sieht der neue Luxus-Campingplatz von oben aus.

„Wir wollen anders als andere sein“

Riesen-Almhütten fürs ganze Jahr: Neuer Luxus-Campingplatz in Fischbachau geplant

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Sauna, Skiraum und riesige Chalets im Almhütten-Stil: Ein neuer Luxus-Campingplatz entsteht bald auf einem 18.000 Quadratmeter großem Areal zwischen Schliersee und Bayrischzell.

Fischbachau – Für gewöhnlich macht Michael Müller (44) eher runde Sachen. Und das ist durchaus wörtlich gemeint: 70 Holzfässer stehen auf dem Campingplatz, den Müller zusammen mit seinem Geschäftspartner Rainer Schumann in Beilngries im Altmühltal betreibt. Die Ausstattung der ungewöhnlichen Zimmer des „Fasshotels“ reicht von gemütlich bis luxuriös. Jeweils bis zu sechs Personen können darin schlafen und wohnen.

Diese Fässer hätte Müller auch gerne auf dem Campingplatz Glockenalm in Aurach aufgebaut. „Die sind der absolute Renner bei den Gästen.“ Sein „Orientierungsflug“ im Fischbachauer Gemeinderat holte ihn jedoch zurück auf den Boden der Leitzachtaler Tatsachen. Die Ratsmitglieder rümpften die Nase über die rundlichen Bungalows. Müller plante um – und so werden es nun Chalets in Form von kleinen Almhütten. Selbstverständlich mit ortsüblichem Satteldach.

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Es blieb die einzige kleine Reibungsfläche zwischen den Fischbachauern und dem neuen Campingplatz-Eigentümer. Ansonsten harmoniere man gut, betonte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) nun im Gemeinderat. „Wir haben mit Herrn Müller einen echten Glücksgriff getan“, schwärmte Lechner. Dementsprechend wohlwollend wurde dessen Konzept zur Wiederbelebung des in die Jahre gekommenen Platzes am Bodensee-Königssee-Radweg bislang auch aufgenommen.

30 Chalets bereist genehmigt - Almhütten-Campingplatz kommt

Wie berichtet, hat der Gemeinderat bereits die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal beschlossen. Dieses gliedert sich in zwei Bereiche. Auf rund 7800 Quadratmeter will Müller gut 45 Stellplätze für Wohnmobile befestigen lassen, auf rund 10.000 Quadratmeter darf er bis zu 30 Chalets errichten. Zum Start seien aber vorerst einmal nur acht geplant, teilt Müller auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Dafür sind die Almhütten mit einer Grundfläche von sieben auf elf Quadratmeter recht großzügig bemessen. Vier bis sechs Personen können hier ihren Urlaub verbringen. Auch im Winter, denn der Platz soll das ganze Jahr über geöffnet haben. Für sportliche Camper gibt es sogar einen Trockenraum für Ski und Fahrräder, informierte Lechner. Hinzu kommen zwei Schlafzimmer und eine Küchenzeile.

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Zwei Punkte sind noch zu klären, sagt Müller: die Heizung und Sanitär. Ob es jeweils auf eine zentrale oder dezentrale Lösung hinausläuft, ist noch nicht entschieden. Fest steht hingegen bereits, dass es ein Hauptgebäude mit Rezeption, Sauna und einer Einliegerwohnung für den Verwalter des Campingplatzes geben wird. Die Aufträge will Müller wenn möglich ausschließlich an einheimische Firmen vergeben, kündigt er an. Noch heuer sollen die ersten Camper ihre Zelte an der Glockenalm aufschlagen können. „Wir wollen sportlich unterwegs sein, aber nicht hetzen“, sagt der neue Eigentümer.

Bevor er loslegen kann, muss der Fischbachauer Bauausschuss noch die Billigung des Bebauungsplanes beschließen. Dies ist für die Märzsitzung geplant, kündigte Lechner an. Die Untere Naturschutzbehörde habe ihr Einverständnis bereits signalisiert. Allerdings mit der Maßgabe, dass Müller eine bestehende Baumreihe als natürliche Abgrenzung des Platzes erhält. Auch im Gemeinderat gab es keine Kritik für das Konzept. Lediglich Andreas Estner (FWG) gab zu bedenken, dass die Chalets letztlich fast so groß wie Einfamilienhäuser seien.

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Wohl eine Voraussetzung für Müllers Ziel, Campingurlaub auf „Vier Sterne-Niveau“ anbieten zu können. „Wir wollen anders als andere sein“, sagt er. Im Internet existiert sein Platz übrigens bereits. Auf der Seite www.baldsindwirda.de wirbt Müller für sein Projekt. Und auch auf der Nürnberger Freizeitmesse stellte er die neue Glockenalm vor – mit Prospekten auf einem vier mal vier Quadratmeter großen Stand. Ein Chalet zum Probeliegen hatte er hier aber nicht aufgebaut. Kein Wunder: Es hätte auch gar keinen Platz gehabt.

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