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Vermutlich bald wieder geöffnet: der Campingplatz Glockenalm. Der Platz wird umgebaut, allerdings ist noch offen, in welcher Form.

„Einen Kahlschlag will niemand“

Fischbachau: Bei der Glockenalm ist nur noch der Naturschutz zu klären

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Beim Ausbau des Campingplatzes Glockenalm in Fischbachau geht es nur noch um das Wie, sagt Bürgermeister Josef Lechner. Damit meint er vor allem den Naturschutz.

Fischbachau – Die Stellungnahmen zu den Plänen für den Ausbau des Campingplatzes Glockenalm in Fischbachau sind alle positiv oder zumindest „machbar“ – das berichtet Bürgermeister Josef Lechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Einzige Hürde bleibe die Einigung zwischen Unterer Naturschutzbehörde (UNB) und Investor. Lechner ist allerdings auch hier optimistisch. Er sagt: „Es geht nicht um das Ob, nur um das Wie.“

Fischbachau: Bei der Glockenalm ist nur noch der Naturschutz zu klären

Wie berichtet, soll die Glockenalm nach dem Willen der Gemeinde den Campingplatz am Wolfsee ersetzen, der in ein Wohngebiet umgewandelt wird. Weil der Investor die deutlich kleinere Glockenalm dazu von 9000 auf 18 000 Quadratmeter erweitern will, muss Fischbachau den Bebauungsplan für das Gebiet ändern.

Dabei stieß die Gemeinde auf Schwierigkeiten. Der zunächst vom Gemeinderat befürwortete Entwurf sah neben 40 Stellplätzen für Wohnmobile und Wohnwagen auch 30 Chalets vor. Die Regierung von Oberbayern stufte die Holzhäuschen als neue Siedlung ein und damit als Verletzung des Anbindegebots. Gemeinde und Investor planten um: Sie ersetzten die Chalets durch 25 weitere Stellplätze und 25 Mobile Homes. „Eine gravierende Verschlechterung“, fand Lechner damals – weil der neue Plan weniger in die Landschaft passe und die Umwelt-Belastung mit nun insgesamt 90 statt 70 Plätzen erhöhe. Dennoch befürworteten er und der Gemeinderat den Plan – um dem Investor Sicherheit zu geben.

Ob das gelingt, hängt auch von den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange ab, die diese zum Bebauungsplan abgeben. Wie Lechner mitteilt, war darunter keine negative Rückmeldung. Die Regierung von Oberbayern sehe das Anbindegebot nicht länger verletzt. Auch für das Landratsamt und das Wasserwirtschaftsamt sei alles in Ordnung. Damit sind zwei wichtige Hürden genommen.

Bleibt nur der Naturschutz. Ein sensibles Thema, weil die Glockenalm an ein Hochmoor grenzt und auf dem neu beantragten Gebiet bereits Aufwuchs und schützenswerte Bäume stehen, berichtet Lechner. Mit der UNB müsse sich der Betreiber deswegen noch einigen.

Campingplatz Glockenalm: In den nächsten Wochen folgt der Ortstermin

Dazu werde es in den nächsten Wochen einen Ortstermin geben. Bei diesem werden beide Seiten klären, welche Pflanzen und Bäume erhalten werden sollen und wie die Beleuchtung gelöst werden muss, um das Hochmoor nicht zu beeinflussen, sagt Lechner. „Die Frage ist: Was akzeptiert der Naturschutz, und was ist der Betreiber bereit zu finanzieren?“ Auf Basis der Ergebnisse werde letzterer erneut eine Änderung des Bebauungsplans beantragen.

Dass die Gemeinde erfolgreich zwischen Betreiber und UNB vermitteln wird, steht für Lechner indes außer Frage. Die sensible Lage der Glockenalm sei auch dem Investor bewusst. „Wir wollen alle einen Campingplatz, der sich in die Natur einbettet.“ Ein Kahlschlag sei nie Thema gewesen, eine Lösung auf jeden Fall möglich.

Dennoch: Ob die Pläne in der derzeitigen Form umgesetzt werden, wäre auch nach einer Einigung zwischen Betreiber und UNB nicht endgültig. Lechner und die Gemeinde bevorzugen weiterhin die ursprüngliche Planung mit Chalets. Ganz will er die Tür dafür nicht schließen. Er hofft, dass sich die Holzhütten nach Einholung aller Gutachten doch als die umweltverträglichere Lösung erweisen. Dann bräuchte der Plan allerdings immer noch die Zustimmung der Regierung von Oberbayern. Einen Campingplatz wird es nach aktueller Lage also nächstes Jahr in Fischbachau geben. Nur wie er aussehen wird, ist offen.

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