+
Zum Gratulieren kommt er noch: Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner verabschiedet sich ab sofort in den Resturlaub, zu Runden Geburtstagen oder Ehejubiläen kommt er aber gern noch vorbei.

Weil er Resturlaub abbauen muss

“Ich habe fertig“: Bürgermeister Josef Lechner geht früher als erwartet

  • schließen

Ab sofort und damit früher als eigentlich geplant zieht sich Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) aus dem operativen Geschäft zurück. Und das nicht ganz freiwillig.

Fischbachau – Ganz so schnell lässt sich der Schalter nicht umlegen. Als Bürgermeister Josef Lechner (CSU) kürzlich im Gemeinderat das Investitionsprogramm ab 2020 vorstellte, hätte man meinen können, er werde alles noch selbst in die Tat umsetzen. „Wir müssen...“ oder „Wir sollten...“ war immer wieder in seinem Vortrag zu hören. Eigentlich hätte es heißen müssen: „Ihr müsst...“ oder „Ihr solltet...“. Denn der Abschied des Rathauschefs steht unmittelbar vor der Tür.

Bereits Ende Januar werde er sich aus dem operativen Geschäft der Gemeinde zurückziehen, kündigte Lechner nach der Sitzung an. Eine für so manchen Zuschauer überraschende Nachricht, endet die Amtszeit eines scheidenden Bürgermeisters offiziell doch erst am 30. April und damit gut eineinhalb Monate nach der Kommunalwahl. Lechner ließ durchblicken, dass seine eigenen Pläne ursprünglich anders ausgesehen haben. Wie berichtet, hatte er bei derBürgerversammlung Ende November erklärt, dass er sich seinen üppigen Resturlaub zumindest teilweise auszahlen lassen werde, um für die Gemeinde wichtige Projekte möglichst lange selbst zu begleiten.

Dieser Vorschlag habe sich nun zerschlagen, sagte Lechner: „Das geht leider doch nicht.“ Zu den Gründen sagte der Rathauschef im Gemeinderat nichts, und auch auf Nachfrage unserer Zeitung will er sich nicht dazu äußern. „Ich will da jetzt kein Fass mehr aufmachen.“

Bereits vereinbarte Termine nimmt Lechner noch wahr

Lechner beteuert aber, dass er gern geblieben wäre. Bereits vereinbarte Termine wie Gratulationen zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen werde er selbstverständlich wahrnehmen, Auch seinen Nachfolger werde er wie versprochen einarbeiten. Die dafür zu opfernden Urlaubstage „schenke ich meiner Gemeinde gern“.

Auch bei der letzten Ratssitzung dieser Amtsperiode am 20. April werde er anwesend sein. Dennoch verabschiedete er sich schon mal vorsichtshalber von den in Fischbachau immer zahlreich anwesenden Zuschauern: „Ich danke Ihnen, dass Sie so regelmäßig zu uns kommen. Hier erfahren Sie aus erster Hand, was in der Gemeinde los ist.“ Und das sei in den vergangenen 13 Jahren einiges gewesen. „Wir haben viel gearbeitet und viel geleistet.“

Man sollte sich zwar eigentlich nicht selbst loben, aber Fischbachau sei heute in vielerlei Hinsicht ein Vorbild im Landkreis. Es habe durchaus Eindruck gemacht, wie eine kleine Gemeinde in so kurzer Zeit so viel bewegen konnte. Anerkennung, die Lechner gern an seine Gemeinderäte weitergab: „Wir geben hier eine hervorragende Gemeinschaftsleistung als Erbe weiter.“ Den künftigen Mandatsträgern und seinem Nachfolger wünsche er eine „glückliche Hand“.

Stellvertreter führen Amtsgeschäfte

Bis zum offiziellen Ende der Amtszeit leiten die Stellvertreter Andreas Auracher (CSU) und Manfred Kreuzmayr (FWG) die Geschäfte. Langweilig dürfte ihnen nicht werden. Die Gemeinde will unter anderem den Verkauf der Baugrundstücke am Wolfsee in die Wege leiten.

Gewissermaßen auf der Zielgeraden seiner Amtszeit könnte Lechner noch einen Haken hinter ein Projekt setzen, an dem er seit Langem zu knabbern hat: einem durchgehenden Geh- und Radweg an der Staatsstraße 2077 zwischen Hammer und Fischbachau. Sieben Jahre hätten sich die Grundstücksverhandlungen für das noch fehlende Teilstück zwischen Sandbichl und Wolfsee hingezogen, berichtete Lechner. Jetzt stünden sie vor dem Abschluss. „Der Durchbruch steht kurz bevor.“

Als launiges Schlusswort für seine Rathauskarriere wählte Lechner ein berühmtes Zitat aus der Welt des Fußballs. „Ich halte es mit Giovanni Trapattoni“, sagte Lechner. „Ich habe fertig.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Video-Duell der Landratskandidaten - Wer hat Sie überzeugt? Stimmen Sie ab!
So viele Kandidaten wie noch nie wollen Landrat werden. Auf der Podiumsdiskussion unserer Zeitung treten die acht Neuen und Amtsinhaber Rzehak gegeneinander an.
Video-Duell der Landratskandidaten - Wer hat Sie überzeugt? Stimmen Sie ab!
Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Alle Bürgermeisterkandidaten aktuell im Überblick
Am 15. März 2020 ist Kommunalwahl im Landkreis Miesbach. Bei den Bürgermeistern ist vieles offen. Hier bieten wir Ihnen einen Überblick über alle Kandidaten.
Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Alle Bürgermeisterkandidaten aktuell im Überblick
Orkan im Raum Miesbach: „Bianca“ lässt Bäume umstürzen - Feuerwehren stark gefordert
„Bianca“ hat den Raum Miesbach ordentlich durchgeschüttelt. In der Nacht auf Freitag sind durch den Orkan zahlreiche Bäume umgestürzt. Die Feuerwehren waren im …
Orkan im Raum Miesbach: „Bianca“ lässt Bäume umstürzen - Feuerwehren stark gefordert
Nach zwei Jahren Leerstand: Romolo übernimmt Waitzinger Bräu
Es zieht wieder ein Wirt ins Waitzinger Bräu am Miesbacher Stadtplatz. Der Italiener Romolo Marchetti, bekannt durch sein Lokal in Schaftlach, wird dort ein Ristorante …
Nach zwei Jahren Leerstand: Romolo übernimmt Waitzinger Bräu

Kommentare