Teure Angelegenheit: Die Straße zwischen Stauden und Lehenpoint soll komplett erneuert und dabei auch ausgebaut werden. Für die Gemeinde Fischbachau ist das ihr kostspieligstes Projekt 2016. Foto: Thomas Plettenberg

Haushalt verabschiedet

Fischbachau dreht Investitionshahn auf

Fischbachau - Auf 18,1 Millionen Euro beläuft sich der Fischbachauer Gemeindehaushalt fürs laufende Jahr. Der Schuldenstand steigt auf 7,55 Millionen Euro.

Es ist ein sensibles Thema für Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU). Gerade jetzt, wenn es darum geht, beträchtliche Schulden zu machen, braucht er den Rückhalt der Gemeinderäte. Den hat er offenbar. Sie segneten jetzt einstimmig den Haushalt fürs laufende Jahr mit einem Gesamtvolumen von 18,1 Millionen Euro ab.

Dass das Haushaltsvolumen in der Gemeinde Fischbachau so hoch ist, liegt nicht am Verwaltungshaushalt. „Das wird verursacht von enorm hohen Investitionen“, erklärte Lechner. Mit 45 Prozent sei die Investitionsquote im Landkreis einzigartig. Die Gemeinde muss dafür jedoch einen neuen Kredit über 2,2 Millionen Euro aufnehmen und erhöht den Schuldenstand bis Jahresende damit auf 7,55 Millionen Euro.

Die gute Nachricht: „Die Situation auf dem Kapitalmarkt ist gut“, erklärte der Rathauschef. „Die Verschuldung ist in keiner Weise Besorgnis erregend“, pflichtete ihm Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) bei. Die Fraktionssprecher befürworteten in der Sitzung das Vorhaben des Bürgermeisters. Ohne Diskussion stimmten alle Gemeinderäte für den Haushalt.

Den größten Brocken steckt die Gemeinde mit 1,35 Millionen Euro in die Straße zwischen Stauden und Lehenpoint. Die Bauarbeiten gehen voraussichtlich von April bis Oktober.

Mit 1,2 Millionen auf Platz zwei der größten Investitionen 2016 steht der – staatlich geförderte – DSL-Ausbau. Der soll nahezu flächendeckend die Einwohner mit 50 Megabit (Mbit) pro Sekunde versorgen. Eine Million wird für diverse Straßensanierungen im Gemeindegebiet reserviert. Auf Platz vier der Investitionsliste: die geplante Krippe. Heuer sind dafür 600 000 Euro eingeplant, für 2017 eine weitere Million. Doch aktuell ist der Standort nicht sicher. Kauft die Gemeinde tatsächlich die Anlage der Caritas in Hundham, wird der Bau einer Krippe in Fischbachau abgeblasen und das eingeplante Geld für den Kauf und Umbau des bestehenden Gebäudes verwendet. Kauft die Gemeinde das komplette Ensemble an Gebäuden der Caritas, wird das die angesetzten 1,6 Millionen Euro deutlich überschreiten.

Weitere Ausgaben sind im Bereich Tourismus eingeplant, beispielsweise für einen neuen Premiumwanderweg. Mit 420 000 Euro schlägt das Kleinwasserkraftwerk in Birkenstein zu Buche. 

Nina Probst

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