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Fischbachau erwägt Einfriedungssatzung, um Ortsbild zu wahren

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Von: Christine Merk

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Schön oder nicht? Der Zaun an zwei Grundstücken in der Fischbachauer Hauptstraße war Anlass für eine Diskussion im Gemeinderat.
Schön oder nicht? Der Zaun an zwei Grundstücken in der Fischbachauer Hauptstraße war Anlass für eine Diskussion im Gemeinderat. © tp

In Fischbachau umfriedet ein Bretterzaun zwei Grundstücke an der Hauptstraße. Die Gemeinde erwägt, Ähnliches per Satzung zu untersagen.

Fischbachau – Wenn Gärten mit bis zu mannshohen Bretterwänden eingezäunt werden, ist das für Vorbeigehende meist kein schöner Anblick. In Fischbachau umfriedet ein Bretterzaun, der scheinbar nicht allen gefällt, zwei an der Hauptstraße liegende Grundstücke mit Wohnhäusern. Das Bauvorhaben war „gegebener Anlass“, um das Thema in den Gemeinderat zu holten. Soll die Gemeinde künftig mit einer Satzung regeln, wie Grundstücke eingezäunt werden dürfen? Diese Frage stand zur Debatte. Eine letzte Entscheidung fällte das Gremium noch nicht.

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Fischbachau erwägt Einfriedungssatzung, um Ortsbild zu wahren

Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) machte eingangs deutlich, dass Zäune und Lärmschutzwände das Ortsbild erheblich prägen und entsprechend auch verändern können. Sogar die Mitglieder des Bauausschusses würden von Bürgern angesprochen, denen hohe Zäune und Hecken sowie Gabionenwände missfielen. Mit einer Satzung könnte die Gemeinde solche Einfriedungen verhindern und dafür sorgen, dass das Ortsbild bewahrt wird. „Wir könnten auch die Art der Einfriedung lenken und die Satzung am jeweiligen Bestand orientieren“, schlug Deingruber vor. So ließen sich Unterschiede zwischen den Ortsteilen berücksichtigen, und man müsse auch nicht jede Seitenstraße miteinbeziehen.

Bei den Gemeinderäten stieß die Idee einer Einfriedungssatzung auf viel Zuspruch. Georg Gruber (FaB) fand es wichtig, sich um eine solche zu kümmern. „Wenn jeder eine Wand hochzieht, das sieht aus, als würde man durch eine Schlucht gehen“, sagte er. Auch Lothar Prack (Neue Liste) und Andreas Estner (FWG) sprachen sich für eine Regelung aus. „Wenn wir keine Handhabe haben, sind wir sonst auf den guten Willen angewiesen“, sagte Prack. Estner verwies als abschreckendes Beispiel auf Wohnstraßen in München, wo sich die Menschen hinter hohen Wänden „einhausen“ würden.

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Kritisch angesichts der Praktizierbarkeit einer solchen Satzung äußerte sich dagegen Bernhard Kafl (FWG). „Wer soll das kontrollieren?“, fragte er. Denn nur dann sei eine solche Regelung sinnvoll. Für die Verwaltung bedeute sie zudem einen enormen Aufwand und hinsichtlich des Lärmschutzes seien manche Einfriedungen ja auch verständlich.

Deingruber gab Kafl recht, dass diese Satzung viel Arbeit mache. „Wir müssen sie so schlank, so effektiv und so restriktiv wie möglich machen“, sagt er. Estner legte seinen Kollegen schließlich ans Herz, dass dieser Aufwand es einer Tourismusgemeinde wie Fischbachau wert sein müsse. „Wir leben davon, wie unsere Ortschaften ausschauen“, sagt er. „Die Landschaft ist unser wichtigstes Kapital.“

Gegen die Stimme von Kafl beschlossen die Gemeinderäte schließlich ihre „Absicht“, eine Einfriedungssatzung zu erlassen. Bis zur ersten Sitzung nach der Sommerpause soll die Verwaltung Vorschläge für eine solche erarbeiten.

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