Neuralgischer Punkt: Am Edeka in Aurach sammelt sich das Wasser, das vom nahen Hang kommt. Pumpt es die Feuerwehr ab, fließt es auf andere Grundstücke. Die Gemeinde will das Problem an der Wurzel packen. Foto: Thomas Plettenberg
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Neuralgischer Punkt: Am Edeka in Aurach sammelt sich das Wasser, das vom nahen Hang kommt. Pumpt es die Feuerwehr ab, fließt es auf andere Grundstücke. Die Gemeinde will das Problem an der Wurzel packen.

Fischbachau geht Hochwasserschutz in Aurach und Hundham an

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Die Gemeinde Fischbachau will zwei Hochwasserschwerpunkte entschärfen: In Aurach und Hundham sollen Überflutungen eingedämmt werden. Fertige Konzepte fehlen noch, sollen aber zügig folgen.

Fischbachau – Bis das Konzept des Wasserwirtschaftsamts, das Aurach vom Hochwasser befreien soll, fertig, finanziert und umgesetzt ist, will der Gemeinderat Fischbachau nicht warten. Zwar wird das Amt laut Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) im Herbst oder Winter einen bereits weit gediehenen Plan vorstellen. Doch bis die Gemeinde die dafür nötigen Millionen bereitgestellt und die Bauarbeiten durchgeführt hat, erklärt Geschäftsführer Johann Neundlinger, könne es längere Zeit dauern. Zumindest die größte Problemstelle will der Gemeinderat schneller entschärfen.

In seiner jüngsten Sitzung beschloss das Gremium daher einstimmig, eine Lösung für Aurach zu suchen. Gleiches gilt für die Hochwassergefahr in Hundham. Die Kommune will beide Probleme zügig angehen, damit die Bürger Hilfe bekommen.

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Aurach

In Aurach beginnt das Problem am Edeka-Markt. Dort sammelt sich das Wasser, das den nahen Hang herabläuft, und überschwemmt den Parkplatz. Pumpt die Feuerwehr die Flut ab, verursacht diese anderswo Probleme. Die Aurach ist zu weit entfernt, um das Wasser direkt in den Fluss zu leiten. Also läuft es auf Straßen, Grundstücke und in Keller. Laut Willi Rothemund (FWG) seien auch bei der Überschwemmung Anfang August Keller vollgelaufen. „Aurach war bei jeder Hochwassersituation betroffen, und wir müssen weiter mit Hochwasser rechnen“, sagt Neundlinger. Es bestehe Handlungsbedarf.

Die Gemeinde will das Problem an der Wurzel packen. Wie das gehen könnte, will sie mit dem Inhaber des Edeka besprechen. Den treffe zwar keine Schuld am Problem, doch die Lösung müsse an seinem Grundstück beginnen, waren sich die Gemeinderäte einig. Eine Möglichkeit wäre ein Regenrückhaltebecken, wie es Rothemund ins Gespräch brachte. Er bezweifelte, „dass man das Wasser anders wegbringt“. Auch eine Mauer zum Umleiten des Wassers scheint denkbar.

Hundham

Auch in Hundham – laut Lohwasser „eine andere Lokalität, aber das gleiche Problem“ – will die Gemeinde dem Hochwasser beikommen. Vier Gemeinderäte aus dem Ortsteil hatten nach der Überschwemmung vom August beantragt, Lösungen zu suchen. Das durch den Ort führende Bächlein sei auch vorher immer wieder über die Ufer getreten. Da in der Verwaltung niemand das Fachwissen besitze, Ursachen und Lösungen zu benennen, solle der Gemeinderat die Beauftragung eines Ingenieurbüros beschließen. Das tat dieser.

Bernhard Padeller (FaB) bekräftigte, dass die Gemeinde handeln müsse. Das Wasser könne wegen der Lehmschichten im Boden nicht versickern, die Anwohner könnten sich unmöglich selbst schützen. „Wir müssen das Wasser rausbringen aus Hundham“, sagte er. Das gehe nur über eine größere Planung.

Die August-Schäden

Anlässlich der Debatte berichtete Lohwasser auch über die Schäden des Hochwassers vom August. Fischbachau sei „ziemlich gut betroffen“ gewesen. Der Bauhof habe 1080 Tonnen Reparaturgut ausgefahren, unter anderem für den Weg vom Wanderparkplatz Birkenstein zum Wolfsee, Teile des Uferwegs der Leitzach und Teile des Märchenwaldes. Eine „kleine Auswahl“ der betroffenen öffentlichen Stellen, wie Lohwasser betonte.

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