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Eine Verbesserung: Wo jetzt eine weiße Linie die Birkensteinstraße vom Gehweg trennt, war früher ein Bordstein. Der war unsicherer, sagen Experten.

„Eine kritische Stelle“

Fischbachau: Darum bleibt der Gehweg in der Birkensteinstraße, wie er ist

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Der Gehweg an der Birkensteinstraße schützt Fußgänger zu wenig – da war sich der Gemeinderat Fischbachau einig. Dennoch sah das Gremium keine bessere Lösung.

Fischbachau – Bürgermeister Josef Lechner hatte Verständnis für das Anliegen seiner Bürger. „Dass das eine kritische Stelle ist, darüber brauchen wir nicht reden“, sagte er über den Randstreifen der Birkensteinstraße in Fischbachau. „Wenn da einem Lkw ein Lkw entgegenkommt, muss er auf den Gehweg fahren.“ Dennoch riet der Rathauschef seinem Gemeinderat eindringlich, die Situation zu belassen, wie sie ist.

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Deswegen will Fischbachau den Gehweg in der Birkensteinstraße nicht ändern

Die Vorgeschichte: Wie berichtet, war der alte etwa zwei Zentimeter hohe Bordstein beim Bau einer Nahwärmeleitung bis zur Gaststätte „Alte Bergmühle“ in Birkenstein auf einer Länge von rund 50 Metern entfernt und durch eine weiße Linie ersetzt worden. Das sei deutlich gefährlicher für Fußgänger, fanden 30 Fischbachauer aus dem gesamten Gemeindegebiet, die Anfang Oktober einen Antrag zur Wiederherstellung der ursprünglichen Version stellten. Der Gemeinderat musste nun entscheiden, wie er mit der Situation umgehen will.

Lechner und die Verwaltung hatten dafür Expertenratschläge eingeholt. Zusammen mit den Wegereferenten sowie Vertretern des Landratsamtes und der Polizei Miesbach hatten sie die Lage in der Birkensteinstraße vor Ort in Augenschein genommen. Das Ergebnis: „Die neue Lösung ist nicht schlechter als die vorige“, berichtete Lechner. Auch der alte Bordstein sei nie ein Hindernis für Autofahrer gewesen. „Die sind da schon immer drüber gefahren, wie sie wollten.“ Die dicke weiße Linie sei nun besser sichtbar und daher sogar effektiver. Der Weg zurück mache also keinen Sinn.

Blieb die Frage nach Alternativen. Die gebe es kaum, sagte der Bürgermeister. Um Fußgängern zu helfen, müsste die Gemeinde an der Stelle ein Hochbord bauen. Dieses würde die Fahrbahn aber derart verengen, dass zwei breite Autos nicht mehr aneinander vorbei kämen. Das wäre gefährlicher als vorher. Für den Bürgersteig den angrenzenden Hang abzutragen, sei zwar grundsätzlich möglich, aber unverhältnismäßig teuer und kompliziert.

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Ohnehin: Einen Bürgersteig zu bauen, hätte erhebliche finanzielle Konsequenzen, sagte Lechner. „Die Birkensteinstraße ist nicht ersterschlossen.“ Damit unterscheide sie sich von Gehwegen an wichtigen Punkten, wie vor dem Edeka. Diese könne die Gemeinde zu großen Teilen über Fördermittel abdecken und den Rest selbst beisteuern. „Aber wenn man da den Gehweg neu macht, muss man ihn durchziehen. Und dann reden wir von einem mittleren sechsstelligen Betrag.“ Der müsse über Erschließungsbeiträge auf die Anwohner umgelegt werden. „Das bringt außer Ärger und bösem Blut nichts.“

Auch von günstigeren Lösungen hatten die Experten abgeraten. Dieser brächten mehr Nach- als Vorteile, sagte Lechner. Würde Fischbachau den Gehweg zum Beispiel rot einfärben, wäre dieser zwar besser sichtbar – aber gerade bei Nässe rutschiger und daher gefährlicher.

Lechners Vorschlag: „Wenn es mal Förderprogramme für Gehwege gibt, können wir das machen.“ Derzeit sei es aber sinnvoller, auf Geschwindigkeitsmessungen und Tempo 30 zu setzen. „Ich glaube, dass es so am besten ist, wie es ist.“

Dem stimmte Thomas Kantenseder (FaB) zu. Für ihn war die Meinung der Experten ausschlaggebend. „Wenn die sagen, dass es so besser ist, dann ist es so.“ Martin Bacher (FWG) sah das ähnlich: „Die Lösung ist besser als vorher. Im Winter lässt sie sich auch leichter räumen.“ Statt eines „Brutaleingriffs“ am Hang bevorzugte auch er ein Tempomessgerät.

Dem schloss sich die Mehrheit im Gemeinderat an. Mit 14 zu vier Stimmen beschloss das Gremium, die aktuelle Situation bestehen zu lassen.

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