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Sicher ankommen sollen Schüler im täglichen Straßenverkehr. 

Bürgerin hatte Antrag gestellt

Gemeinderat zu Schulwegsicherheit:„All-inclusive-Schutz“ gibt es nicht

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Vehement für die Schulwegsicherheit eingesetzt hat sich eine Familie aus Fischbachau in einem Schreiben an die Gemeinde. Für den Bürgermeister allerdings in zu forscher Tonlage.

Fischbachau – Vehement für die Schulwegsicherheit eingesetzt hatte sich eine Familie aus Fischbachau in einem Schreiben an die Gemeinde. In den Augen des Bürgermeister allerdings in etwas zu forscher Tonlage. Im Gemeinderat las Josef Lechner (CSU) nun den eigentlich zur Bürgerversammlung eingereichten Antrag vor – und beantwortete ihn mit ebenso klaren Worten.

Gleich mehrere Forderungen waren dem Brief der Familie zu entnehmen. Punkt eins konnte Lechner jedenfalls uneingeschränkt so abhaken: „Der Schutz der jüngsten Gemeindemitglieder hat höchste Priorität.“ Richtig, aber keineswegs neu, sagte der Bürgermeister: „Das nehme ich für mich und meinen Gemeinderat in Anspruch.“

Ein beleuchteter Gehweg vom Wohnhaus zur Bushaltestelle oder direkt bis zur Schule sei hingegen ein utopischer Wunsch: „Das zeugt leider von Unkenntnis unserer Gemeinde“, konterte Lechner. Aufgrund der großen Fläche und der Vielzahl an Straßen in der Peripherie wie etwa am Auerberg sei es schlicht nicht möglich, jedes Anwesen per Fußweg zu erschließen. Die beantragten zusätzlichen Ampeln, Zebrastreifen oder Tempo-30-Limits könne die Gemeinde gar nicht selbst festlegen, erklärte Lechner weiter. „Da sind wir nur Erfüllungsgehilfe der überörtlichen Straßenverkehrsbehörde und der Polizei.“

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So gar nicht nachvollziehen konnte der Rathauschef, dass die Familie in ihrem Schreiben der Gemeinde sogar noch eine Bearbeitungsfrist gesetzt hatte. „Da sind Sie übers Ziel hinausgeschossen“, sagte Lechner zur im Zuschauerraum sitzenden Mutter. Als ihr die Gemeinderäte ein Rederecht erteilten, versuchte sie, ihren Vorstoß zu begründen – und äußerte sich wesentlich zurückhaltender.

Nach Kritik des Bürgermeisters: Antragstellerin rudert zurück

Der Antrag sei lediglich ein Vorschlag gewesen, wie man die Schulwegsicherheit für einen „Großteil“ der Kinder verbessern könne. „Nicht für jeden einzelnen Schüler“, beteuerte sie. In den Augen vieler Eltern gebe es aber eben durchaus einige Stellen, wo man schnell und ohne großen Aufwand deutliche Verbesserungen erzielen könnte.

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Genau das werde man prüfen, kündigte Lechner an. Fakt sei aber auch, dass sich seines Wissens während seiner Amtszeit kein einziger Schulwegunfall in Fischbachau ereignet habe. Katharina Schreyer (CSU) verwies dabei auch auf die Eigenverantwortung der Eltern. Die müssten ihre Kinder – wenn nötig – eben zur Schule begleiten oder sich mit Nachbarn absprechen. Sie stellte fest: „Eine All-Inclusive-Versicherung gibt es nicht.“

sg

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