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Fischbachau: Gemeinderat Heinrich Isenmann mit 57 Jahren gestorben - „Sein Beruf war seine Berufung“

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Von: Jonas Napiletzki

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Pfarrkirche St. Andreas in Elbach (Fischbachau)
Gemeinderat und Bauunternehmer Heinrich Isenmann wird in Elbach bestattet. © Thomas Plettenberg

Heinrich Isenmann, Gemeinderat und Bauunternehmer aus Fischbachau, ist mit 57 Jahren gestorben. Im Nachruf erinnert sich Ex-Bürgermeister Josef Lechner an den „Pragmatiker“.

Fischbachau – Der Gemeinderat stand vor einem Dilemma. Soll das Materiallager im neuen Bauhof über einen Aufzug oder mit einem Stapler befüllt werden? Heinrich Isenmann (CSU) winkte ab. Man solle doch lieber eine Tennenbrücke bauen. Sein Vorschlag ging durch. „So war er“, sagt Ex-Bürgermeister Josef Lechner. „Typisch Heini, ein Pragmatiker.“

Isenmann war 26 Jahre lang Mitglied im Gemeinderat und Bauausschuss

Nach 26 Jahren im Gemeinderat und Bauausschuss muss das Gremium nun auf seine Ideen verzichten. Auf Isenmanns Stuhl im Sitzungssaal lagen am vergangenen Montag weiße Rosen. Einen Tag zuvor war der Fischbachauer nach schwerer Krankheit im Alter von nur 57 Jahren gestorben. Er hinterlässt eine große Lücke – in seiner Familie, in der Kommunalpolitik und in seinem Tiefbauunternehmen.

Heinrich Isenmann (†)
Heinrich Isenmann (†) © Archiv/MM

Letzteres, sein Lebenswerk, konnte er noch in gute Hände übergeben, bevor ihm die Kraft ausging. „Heinrich hat mitbekommen, dass sein Junior die Firma hervorragend übernommen hat“, sagt Lechner. „Bevor er von Bord gegangen ist“, habe er auch seine zwei Enkelkinder kennenlernen dürfen. Mit seiner Familie habe Isenmann einen letzten gemeinsamen Urlaub in Südtirol verbracht. Und auch die Politik wollte der Fischbachauer nicht loslassen. Lechner, der mit Isenmann befreundet war, erinnert sich an ein Gespräch über die Leitzachbrücke – vor nur wenigen Wochen.

Engagement in Vereinen - Verlust eines guten Freundes

Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber erklärte am Montag im Gemeinderat: „Wer Heini gekannt hat, weiß, er war ein geradliniger Mensch, bei dem man wusste, woran man ist. Er hatte immer ein offenes Ohr und war immer ein kompetenter Ansprechpartner, der sein Fachwissen bei Bauprojekten eingebracht hat. Wir verlieren mit Heini auch einen guten Freund.“

Als Rosserer war Isenmann bei den Pferdefreunden Leitzachtal aktiv, als Musiker über Jahrzehnte bei der Elbacher Blaskapelle. Die Firma seiner Eltern hatte er von einem Garagenbetrieb ausgebaut. „Er war ein toller Arbeitgeber mit einer sozialen Ader“, sagt Lechner. „Sein Beruf war seine Berufung.“ Jetzt, da die Firma in guten Händen sei, habe er loslassen können. Die durchkämpften letzten Wochen haben sich dafür gelohnt.

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