Beliebtes Ziel: Wer für einen Besuch an der Wallfahrtskirche Birkenstein in Fischbachau übernachten will, muss dafür künftig mehr Kurbeitrag zahlen – auch Kinder. Die CSU hat das kritisiert.
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Beliebtes Ziel: Wer für einen Besuch an der Wallfahrtskirche Birkenstein in Fischbachau übernachten will, muss dafür künftig mehr Kurbeitrag zahlen – auch Kinder. Die CSU hat das kritisiert.

Gegenvorschlag: 2,20 Euro Erwachsene, Kinder frei

Fischbachau hebt Kurbeitrag an: Zwei Euro für Erwachsene - CSU dagegen

  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Fischbachau hat erstmals seit zehn Jahren seinen Kurbeitrag angehoben: Ab Dezember zahlen erwachsene Übernachtungsgäste zwei Euro, Kinder und Tagungsbesucher einen Euro.

Fischbachau – Die Frage, ob die Gemeinde Fischbachau kurz nach dem Corona-Lockdown den Kurbeitrag anheben soll, hat im Gemeinderat Diskussionen ausgelöst. Die Touristiker und die CSU um Josef Obermaier hätten Kinder am liebsten umsonst in der Gemeinde übernachten lassen. Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) schlug auch für sie aber eine Erhöhung vor. „Wenn man sich landkreisweit umschaut“, begründete er, „sind unsere Preise unterdurchschnittlich“. Das, entgegnete die CSU könne aber nicht der Maßstab sein.

Fischbachau hebt Kurbeitrag an: Zwei Euro für Erwachsene - CSU dagegen

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Der Reihe nach: Lohwasser schlug vor, den Kurbeitrag ab Dezember von derzeit 1,40 Euro für Erwachsene und 0,70 Euro für Kinder und Tagungsgäste auf zwei Euro und einen Euro anzuheben. Ein deutlicher Sprung, doch der Bürgermeister nannte Argumente für die Erhöhung: Einerseits stamme der aktuelle Beitrag aus dem Jahr 2011. Die Erhöhung sei teils Inflationsausgleich für das vergangene Jahrzehnt. Andererseits werde die touristische Infrastruktur nicht billiger: Beschließt der Gemeinderat die vorgeschlagene Erhöhung, bedeute das Zusatzeinnahmen von über 40 000 Euro jährlich. Die könne Fischbachau gebrauchen. „Die Erhöhung“, so Lohwasser, „ist gerechtfertigt.“

Angst, dadurch Gäste zu verschrecken, müsse niemand haben, sagte der Bürgermeister: Er habe mit ATS und Landkreis gesprochen, diese hätten die Erhöhung in dieser Form vorgeschlagen. Schliersee und Bayrischzell verwendeten die gleichen Beträge. „Es ist wichtig, dass wir einheitlich auftreten und uns absprechen.“

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Mag alles sein, antwortete die CSU. Trotzdem überwogen aus ihrer Sicht die Gegenargumente: Andreas Gschwendtner kritisierte den Zeitpunkt der Erhöhung als „ungünstig“: Vermieter hätten durch den Lockdown monatelang auf Einnahmen verzichten müssen, 85 Prozent hätten keine Entschädigung bekommen. Nun, da der Tourismus gerade wieder angelaufen ist, käme eine Kurbeitrags-Erhöhung zur Unzeit. „Ich finde es schwierig.“

Sein Fraktionskollege Obermaier argumentierte, Fischbachau habe weder See noch Hausberg. Die Gemeinde müsse also ein anderes Alleinstellungsmerkmal schaffen – indem sie Kinder vom Kurbeitrag freistellt, zum Beispiel. Das habe auch der Tourismusbeirat vorgeschlagen; die Vorteile, die die Kleinsten von der Gästekarte bekommen, seien ohnehin Peanuts.

Obermaier untermauerte seine Position mit einem eigenen Antrag: Er schlug vor, für Erwachsene 2,20 Euro zu verlangen, für Tagungs- und Seminarteilnehmer 1,10 Euro und Kinder freizustellen.

Mehrheit für Kurbeitrags-Vorschlag der Fischbachauer Verwaltung

Die Mehrheit der Gemeinderäte stimmte allerdings gegen diesen Vorschlag. Peter Rauffer (FaB) betonte: „Wir sacken das Geld ja nicht ein. Wir werden den Touristen etwas bieten dafür.“ Bernhard Kafl (FWG) bezweifelte, dass die Erhöhung ein Loch in Urlaubskassen reist. Simon Irger (FWG) meinte, „Kinder frei“ klinge gut, bringe aber wenig, wenn die Eltern dafür mehr zahlen. Am Ende stimmten 14 von 17 Gemeinderäten für den Vorschlag der Verwaltung. Der Kurbeitrag wird also auf einen Euro für Kinder und zwei für Erwachsene steigen.

Einen Vorteil gaben sie ihren Gästen im Gegenzug gleich mit auf den Weg: Inhaber der Gästekarte werden auf den Parkplätzen der Gemeinde von Parkgebühren befreit. Wie berichtet, will diese dort mit Parkautomaten vor allem Tagesausflügler zur Kasse bitten.

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